Samstag, 1. März 2014

IN EIGENER SACHE

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Diese Präsenz dient als Archiv für die Beiträge von 2013 bis zum 28. Februar 2014.



Donnerstag, 27. Februar 2014

Textsplitter Buch Naftoli täglich auf der Aktionswebsite zum Buch

Das Buch Naftoli

Amnesty International: Wie blind darf man sein?

Nach amnesty keine Gewalt?
amnesty international hat heute einen Report vorgestellt, der als Begründung dienen soll, dass man Israel boykottieren solle, im besonderen jegliche Waffenlieferungen. amnesty spricht sich daher für die einseitige Bewaffnung islamistischer bzw. demokratisch nicht legitimierter Kräfte in PA und Gaza aus. Ein Streifzug durch den heute präsentierten Report von amnesty international London. Von Naftali Neugebauer

Der rund 80 Seiten dünne Report weist wesentliche Schwächen auf, die da sind:

Erstens, der konzeptionelle Blick ist einseitig und entspricht nicht den völkerrechtlichen Tatsachen bzw. verzerrt diese. amnesty spricht von "besetzten palästinensischen Gebieten", was sowohl historisch wie völkerrechtlich völlig falsch ist.

Im Zuge der San Remo Konferenz wurde 1920/21 die so genannte "Westbank" (und auch Gaza) völkerrechtlich bindend einem jüdischen Nationalstaat zugeschlagen, was von der UN durch ihren Artikel 80 vollständig anerkannt ist.

Tatsächlich leitet sich aus der San Remo Konferenz und den nachfolgenden Völkerbundbeschluß ab, dass Israel vielmehr ein Recht habe Siedlungen in der so genannten "Westbank" zu bauen und dafür sogar Unterstützung von der internationalen Gemeinschaft einfordern kann. Alles weitere ist von dieser Ausgangsbasis zu verstehen.

Zweitens, amnesty dürfte ein extrem verzerrtes Geschichtsbild aufweisen und maßgebliche Defizite im Faktenwissen aufweisen. Als pars pro toto sei hier angeführt, wenn amnesty entgegen den Tatsachen behauptet, dass Israel arabische Bürger 1948 vertrieben hätte. Es waren die arabischen Armeen, die ihre "Brüder und Schwestern" vertrieben haben und aufgefordert haben, das Gebiet zu verlassen, damit der militärische Aufmarsch ungehindert durchgeführt werden kann.

So reiht sich in diesem Bericht historischer Fehler um Fehler bzw. zweifelhafte bzw. einseitige Darstellungen bzw. Auslassungen, wie beispielsweise wird auf das tatsächlich durchgeführte "ethnic cleansing" der arabischen Staaten 1948 NICHT hingewiesen, wonach diese alle Juden aus ihren jeweiligen Staaten vertrieben haben. In Summe rund eine Million Menschen.

So wird auch treffend festgehalten, dass amnesty durch Weglassung von Fakten lügt: "Amnesty takes to making up its own laws. In their frenzied public relations stunt to grab a quick headline, they innovate in the legal realm: no right of self-defense under fire [for Israelis],” Foreign Ministry spokesman Yigal Palmor said, adding: “Amnesty lies by omission, and otherwise.”

Drittens, ein palästinensisches Volk gibt es historisch nicht. Es ist eine Kreation, die unter der Politik von Arafat entstand. Es fehlt das Völkerrechtssubjekt.

Viertens, die angeführten Bilder werden nicht quellenkritisch von amnesty präsentiert, dies meint, dass man exakt angeben sollte, wann, wo, wie, wer mit welcher Kamera, in welchen Setting, in wessen Auftrag unter Angabe, wo man die Originale und ggff. Negativa einsehen kann, um Bildmanipulationen auszuschließen ("staged reality").

Fünftens, die überwiegende Anzahl der von amnesty angeführten Quellen sind Reports von amnesty selbst. Dies kann man als selbstreferentiell bezeichnen und entspricht nicht wissenschaftlich-kritischen Standards.

Sechstens, die palästinensischen Behörden lassen keine unabhängigen Autopsien zu. Auf diese Tatsache wird von amnesty nicht hinreichend hingewiesen noch ihre juristische Relevanz ausgeführt. Man hat es daher im "besten" Falle mit schwache Indizien zu tun, da eine harte Faktenüberprüfung des corpus dilecti nicht gegeben ist. Ein fundamentaler Rechtssatz wird von amnesty außen vor gelassen.

Siebtens, die aufgerufenen Zeugen sind anzuzweifeln. Pars pro toto sei die Zeugenschaft von einem gewissen Malek Murrar, Alter 16, der als Augenzeuge angeführt wird. Er will die Erschießung seines Freundes Samir Awad gesehen haben. Als Quelle wird ein Interview vom 20. September 2013 ohne quellenkritische Angaben angeführt sowie in welchen Kontext von wem dieses Interview geführt worden ist und wo es vollständig publiziert ist.

Achtens, es wird jeglicher historischer Kontext außer acht gelassen wie auch nicht auf die negative Rolle der UNRWA hingewiesen, die das Flüchtlingsproblem verschärft wie auch, dass alle arabischen Staaten keine Rechte den Palästinensern einräumen und sie in umzäunten Gebieten halten.

Achtens, verwendet amnesty eine "loaded speech" bis hin zur juristisch anmutenden Privatsprache. Dies meint amnesty verwendet problematische Begrifflichkeiten, die eine einseitig verzerrte Darstellung der Wirklichkeit befördern. So, wenn Terrorismus im Namen des Islams als "Protest" dargestellt wird wie auch nicht auf die Gewaltakte von Seiten der Hamas eingegangen wird, die seit dem Abzug Israels aus den Gaza rund 1.800 Raketen auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert hat, aber auch wenn Steinwurf verharmlost wird. 2013 hat ein Steinwurf ein Baby ermordert. Es erscheint problematisch, dass amnesty hier den Anschein erweckt, als gäbe es ein gesondertes palästinensisches Menschenrecht auf Gewalt. Hinsichtlich der juristischen Privatsprache ist gemeint, wenn amnesty von Kriegsverbrechen spricht. Kriegsverbrechen ist eine völkerrechtliche Kategorie, die nur dann zum Zuge kommt, wenn eben Krieg herrscht, was nicht der Fall ist, denn tatsächlich finden Friedensverhandlungen statt und zu keinem Punkt wurde völkerrechtlich eine Kriegszustand erklärt.

Und abschließend: Im amnesty Bericht sucht man vergeblich nach den Fakten, wonach im Jahr 2013 rund 5000 Attacken durch schwere Steinwürfe und rund 60 Terroranschläge von Terroristen durchgeführt worden sind.



Links&Quellen

Stellungnahme World Jewish Congress > World Jewish Congress

Videotip > Nah-Ost Konflikt in 11 Minuten

Alltag in Jerusalem > Arabische Übergriffe in Jerusalem

Alle Angaben beziehen sich auf folgenden Bericht > http://www.amnesty.org/en/library/asset/MDE15/002/2014/en/349188ef-e14a-418f-ac20-6c9e5c8d9f88/mde150022014en.pdf


Mittwoch, 26. Februar 2014

Textschnippsel vom 26. Februar/26.Adar I: Das Buch Naftoli

Das Buch ab 17. März in der Vorbestellung
office@glocalist.com
Werbung für "Das Buch Naftoli". Der tägliche Textsplitter bis zum 17. März/15. Adar II, an dem die Subskription startet. Man kann sich unverbindlich und kostenlos zur Subskription ab sofort anmelden > office@glocalist.com  

"Der Würfel kam an jenem Ort zum Liegen, wo nach römischer Sicht die Trennlinie zwischen Zivilisation und Barbarei verlief, wo die erste Synagoge Mitteleuropas im 4. Jahrhundert nach der Zeitrechnung, was in etwa dem Jahre 4160 entspricht, gestanden haben soll und Rom im Jahre 9 nach der Zeitrechnung den Limes Pannonicus zu ziehen begann, wird der Protagonist im Jahre 7000 dem Ururur-Enkelkind als die letzten Worte in seine Ohren hauchen. Das Kind verstand nicht und nahm diese Worte mit in das Grab. Sie, die Worte waren aber nicht verloren. Nichts geht jemals verloren.

Hier verlor an einem römischen Gräberfeld bei Halbturn längs des Limes entlang eine Mutter ihr Herz. Sie legte ein goldenes Amulettblech, eingerollt in einem Mesusazylinder, als Grabbeigabe für ihr verstorbenes Kind bei. Es schrieb das Jahr 280 nach der Zeitrechnung. Auch ihr Herz ging nie verloren.

Auf dem Amulett stand in griechischen Buchstaben die Essenz des Judentums, eines jeden Juden geschrieben: Schma Israel, Adonai elohenyu, Adonai echad. Es war das Ururur-Enkelkind von Naftoli, dem ersten Knechten von Marc Aurel. Ihr Name ist heute verloren. Die Mutter hatte noch drei Kinder, wusste die familiäre Überlieferung zu berichten. "Wir werden ihren Namen finden. Nichts geht verloren", wird der Protagonist sagen.

Dieses Amulett symbolisiert das Fundament des eigentlichen Europas und ist gleich dem Kind als Kinde gestorben: Die Antike und Jerusalem. Europa kroch fiebernd in seinen dunklen Jahren schließlich als ein hybrides, schwächliches Mißverständnis von Rom, Athen und Jerusalem hervor, stand knapp vor der islamischen Eroberung durch ein wirtschaftlich und moralisch rückständiges al-Andalus und verblutete fast in der Raserei des Christentums, die Jahrhunderte währte und ihr Ende erst 1945 fand. Heute schüttelt es Europa noch immer im Fieberwahn.

Ein Bogen spannt sich über die Jahrtausende hinweg, der immer wieder Kreuzungs- und Wendepunkt für die Geschichte Europas war und wurde: Er liegt rund um das heutige Hainburg an der Donau mit Carnuntum und dem Militärlager Vindobona, ein Teil des späteren Wiens, in dem der römische Kaiser Marc Aurel während der Markomannenkriege am 17. März 180 in den Armen seines jüdischen Sever primus, seines Leibsklavens, seines ersten Knechts, Naftoli - der Bruder von Tiberius Claudius Pompeianus - verstarb. 

Durch Vindobona führte die Limesstrasse, die das West- und Oströmische Reich verband. Wien war das Schanier zwischen Ost und West. Vier Tore sicherten den Zugang. Eines, das Westtor, welches am Kreuzungspunkt der heutigen Wipplingerstrasse und Tiefen Graben stand, war von besonderer Bedeutung in mehrfacher Hinsicht. Nicht nur war das portas prinicipalis sinistra das mächtigste Tor mit zwei Durchfahrten und 20 Meter Höhe, hier lag auch das Hauptzelt von Tiberius Claudius Pompeianus. 

Jahrhunderte später sollte hier der “Judenturm” und nur einen Schleuder-Steinwurf entfernt die große Synagoge "Or Sarua" von Wien bis 1407 am Judenplatz stehen, wo sich heute das Denkmal der Stadt Wien für die Opfer der Schoa befindet.

„Sag, gestehe es mir endlich ein, ist Tiberius Dein Bruder, Naftoli?“, fragt Aurel im schwachen Ton und das Licht begann aus seinen Augen zu schwinden. Aurel befand sich in seinem Tabernaculum in Carnuntum."

Dienstag, 25. Februar 2014

Das Buch Naftoli

Werbung: Am 17. März startet die Subskription für "Das Buch Naftoli", ein zeitreisender Familienroman der neuen Dimension.

Band 1 erzählt auf drei Zeitebenen nach quantenphysikalischen Prinzipien die Geschichte des Judentums und Europas aus dem Blickwinkel der Familien Hirschl und Todesco.

Lesen Sie die erste Geschichte der Familie Todesco und der Familie Hirschl und werden Sie Teil von einem Abenteuer, das vielleicht Europa verändern wird.

Ein fabelhafte Familiensaga, die völlig neue Einblicke und Erkenntnisse historischer Zusammenhänge bietet.

Wer hat Theben, Karthago und Rom gegründet, woher stammen die Kelten und wie starb Marc Aurel tatsächlich, wer sind die Todescos, einer der einst reichsten jüdischen Familien Europas, die ihr Zentrum in Wien hatten? Wer führt Krieg gegen die Demokratien der Welt?

Melden Sie sich zur exklusiven Subskription via office@glocalist.com  an und erhalten Sie (kostenfrei und unverbindlich) die Einladung zur Subskription.

Der Roman wird am 18. Mai in Werk im Rahmen einer exklusiven Librossage in Wien vom Autor präsentiert. 

Die ersten 100 Subskribenten sind eingeladen. Jedes Exemplar erhaltet eine persönliche Widmung.

Es ist kein gewöhnliches Buch, es ist ein interaktives Buch, denn mit dem ersten Band beginnt die Jagd, die Jagd nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Werden Sie Teil davon.

Jeden Tag ein Textsplitter, ab morgen. Hier.






Autor: Naftali Neugebauer
Desing: Bettina Dürrheim
Lektorat: Sabrina Neugebauer
Verlag: Eigenverlag
Umfang: ca. 320 Seiten

Donnerstag, 20. Februar 2014

Kiew versinkt und mit ihr die EU

Kiew versinkt im Bürgerkrieg, die Rechtsextremen (Swoboda-Partei) schlagen auf und die EU versagt völlig. Die EU kann nur mehr konsolidiert einig vorgehen, wenn es gegen Demokratie und Menschenrechte geht, also gegen Israel. Gegenüber Diktaturen duckt sich die EU. EU kann nur mehr Demokratie-Bashing. Von Naftali Neugebauer

Die Ukraine bildet ein neues, vollendetes Beispiel für das Politversagen der EU und der europäischen Nationalstaaten, allen voran Österreich, wo man lange hier und her überlegt und ganz laut, ob man Konten der ukrainischen Bonzen einfrieren solle oder nicht, damit diese eben genug Zeit haben, alles von den besagten Konten abzuziehen.

Der Grundfehler liegt in der Vergangenheit: Die EU macht zu viele Geschäfte mit Autokratien und Diktaturen. Ja, die EU selbst ist mittlerweile eine Autokratie geworden mit einer Karikatur von Parlament, das man zwar wählen kann, aber keine nennenswerte Entscheidungsbefugnisse oder Kompetenzen besitzt. Der Bürger hat keine Verfassung auf die er sich berufen kann und die Gewaltentrennung ist unterlaufen. Zu solchen Stichworten fällt einem die Ukraine oder Russland oder die Türkei ein, aber eben immer öfter auch die EU.

Hierin liegt das Hauptproblem: Die EU macht nichts, weil sie ist selbst eine autokratische, anti-demokratische Veranstaltung, eine gelenkte Demokratie im Sinne Putins. Einziger wirklicher Unterschied ist, dass man in den meisten europäischen Staaten noch Restposten von Bürgerrechten - durch die Nationalstaaten geschützt - vorfindet, aber auch dieses Guthaben schrumpft immer mehr, wie das Beispiel Ungarn zeigt.

So wundert es auch nicht, dass die Todfeinde jeglicher Demokratie in Europa - die Faschisten und Rechtsextremen - bei den EU-Wahlen aller Voraussicht nach gewinnen werden. Es entspricht den undemokratischen Geist. Gleich und gleich gesellt sich gern. Darum darf es auch nicht überraschen, dass die EU so genau weiß wie man gegen die einzige Demokratie im Nahen Osten, Israel, vorzugehen habe, aber im Fall von Ukraine, Russland oder Türkei oder China nur betreten schweigen und hilflos die Hände ringen kann. Es ist nicht Hilflosigkeit. Nein, man will nicht. Die EU ist Mitglied im Klub der Autokraten. Das ist die traurige Wahrheit und die kommenden EU-Wahlen werden die EU ein Stück weiter an diese Wahrheit heranrücken.

Ashton, die sonst immer ganz genau weiss, ob jetzt jener oder dieser Mülleimer zu Israel gehört oder nicht, schweigt . Kaum verwunderlich die innere Reaktion der USA, die die EU als Bündnispartner für Demokratie und Menschenrechte längst abgeschrieben haben. Das Nichthandeln der EU wird jüngst von einer Spitzendiplomaten mit "Fuck the EU" quittiert.

Tomasz Różyckis Appell an die Europäer, an die europäioschen Menschen, ist so ein vergeblicher, denn der Bürger in Europa hat schon lange nichts mehr zu sagen und ist demontiert. Nicht Schande über Europa muss es heißen, sondern Schande über die EU.

Und solange in der Ukraine der Antisemitismus grassiert, wie er grassiert, dann sollte man Appelle an Freiheit genau prüfen, damit es nicht wieder zu einem moralischen Debakel wird wie im Fall des "arabischen Frühlings", der die demokratiefeindliche Muslimbruderschaft an die Macht spülte.

In Ukraine wird das Wort "Freiheit" von der größten rechtsextremen Organisation im Namen geführt (Swoboda heißt Freiheit). Vielleicht sollte man genauer hinsehen, wenn jemand nach Freiheit brüllt, wessen Freiheit er denn da meint und wessen Freiheit nicht gemeint ist. Bis dahin sollte man endlich Demokratie in der EU herstellen und ein sehr einfaches Prinzip annehmen: Keine Geschäfte mehr mit Diktaturen und Autokratien.




Dienstag, 18. Februar 2014

Hypo und der Filz Österreichs: Wo waren die Medien und wo war der Bürger?

Das Hypo-Debakel markiert nicht nur ein vollständiges Eliteversagen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und dazugehörigen Kontrollinstanzen (FMA, Notenbank), sondern es ist auch ein Versagen der Medien und des Bürgers. Wir brauchen eine zweite Aufklärung gegen den Absolutismus von Partei&Bürokratie. Von Naftali Neugebauer

Österreich ist ein Land von Sumperer - wie sich die Kronen Zeitung mal in einem fragenden Anflug von Selbstkritik angesichts ihrer anti-semtischen Hetzkampagne dereinst gegen Thomas Bernhard diese Frage gestellt hatte, um sie natürlich zu verneinen -  und tobenden Debilen, die die Aufklärung fast vollständig verpasst haben und aktuell dringend sogar eine weitere Aufklärung benötigt wird. Eine gegen den Absolutismus von Partei&Bürokratie. In diesem Filz wuchs das Hypo-Debakel sich auf die stolze Summe von 19 Milliarden Euro aus, die der Bürger nun ausgleichen muss.

All dies ist vor allem in der nicht-österreichischen Presse hervorragend besprochen und braucht keine Wiederholung, zudem es jedem Bürger sehr klar ist, ja klar sein muss, was da strukturell gelaufen ist, denn kennt er dies doch sehr genau aus seinem Alltag, wenn der Polizeibeamte vor ihm für das Zücken seines Dienstausweises 10% Rabatt bei ZIELPUNKT erhält, als ordinärer ASVG oder SVA-Zahler aber den Vollpreis zahlen darf, oder eine Kindergartenleitung gegen ein behindertes Kinder mobben kann, um einen der raren Wiener Kindergartenplätze für ein verdientes Parteimitglied freizuräumen und vieles mehr. Das ist Österreich, das Land der real existierenden Nötigungs- und Schmuddelzone.

Genau diese Umstände weisen aber auf zwei weitere wesentliche Systemversagen hin: Das der Medien und der Bürger selbst.

Die Medien schaffen nicht einmal jetzt diesen Skandal durch eigenständige Recherche weiter aufzuzrollen und zu dokumentieren oder in einen Erklärungszusammenhang zu bringen. Sie haben vielmehr selber jahrzehntelang weggeschaut und sich nicht getraut, das Offensichtliche auch nur zu fragen. Es verwundert kaum, wo die Medienkonzentration nur mehr in Nord-Korea oder China höher ist.

Auch hier heißt es "Alles aus einer  Hand". Die Medien sind und waren systemintegrierender und stabilisierender Teil dieses Debakels; "part of the game" wie es so schon heißt und man beispielsweise mit freiem Auge bei der Tageszeitschrift "heute" in Wien tagtäglich bewundern kann, nimmt man ein Öffi zur Fortbewegung.

Die paar so genannten "Edelfedern" kühlen jetzt ihr Mütchen mit Sowohl-Als Auch-Phrasen ab und glauben Klugheit oder gar besondere Originalität zeige sich darin, die Dinge rundzulutschen und zum Beispiel der Opposition "Oppositionsversagen" vorzuwerfen. Kaum eine Medienlandschaft in Europa ist so am Hund, so versaut und so verfilzt wie die in Österreich.

Und nun der Bürger: Er ist nicht empört, dass die Dinge so liefen, wie sie laufen. Er kann nicht nach Jahrzehnten der Skandale (AKH als Mutter aller Skandale) wirklich überrascht sein. Der Bürger hat immer genau gewusst, welch korrupten und mediokren Politiker er die Mehrheit verliehen hat. Nein, der Bürger ist empört, weil er zu kurz gekommen ist, selber nicht vom Filz, diesem gezinkten Glücksspiel, wo nur die Bank gewinnt, hinreichend profitieren konnte.

Das ist die Empörung des Bürgers. Darum findet man ihn auch nicht auf der Strasse, sondern er wird die nächst korrupteste Partei wählen und noch unverschämter versuchen seinen Teil zu sichern. Das wird Österreich politisch destabilisieren und ungarische Verhältnisse herbeiführen. Aber wen kümmert es? Niemanden. Die Elite hat diesen "moral hazard" zu verantworten, die Kriminelle und Entscheidungsversager stets belohnt, Leistungsträger (EPUs, KMUs) stets bestraft hat.

Der Bürger in Österreich beginnt gerade schmerzhaft zu lernen, dass er als Bürger Souverän sein muss und nicht Knecht, sprich Parteimitglied und Bittsteller, bleiben darf, damit es ihm besser geht. Sonst bleibt er weiter "part of the game", wo er als schwächstes Glied nur die Zeche zahlt, egal wie rabiat er sich dann auch gebärden mag.

Dies ist die spannende Seite. Es wird interessant zu beobachten sein, ob diesmal Österreich so etwas wie eine Aufklärung zustande bringen wird, denn die erste hat ja Österreich vollständig verpasst und mit der Metternichschen Reaktion geantwortet. Hernach ist man von einem autoritären, anti-demokratischen und mörderischen Regime in das nächste geschmeidig und willfährig geschlüpft. Die Täter blieben stets an den Hebeln der Macht. Ein Prinzip, das bis heute gilt.

Der Herr und die Frau Österreicher wussten immer, wo man sich speichelleckend und als rundlutschender Bedenkenträger anzudienen hatte.

Es geht überhaupt um die erste Aufklärung Österreichs, die gegen den Absolutismus von Partei&Bürokratie wird geführt werden müssen, damit der Bürger erstmals in diesem Land wirklich Souverän im Staat ist, der Bürokrat und Funktionär sein Diener und die Gewaltentrennung endlich gilt.

Würde ich an der Börse wetten, ich würde dagegen wetten, sprich der Bürger wird in seiner unendlichen Agonie und Unterwürfigkeit wieder den Filz demokratisch wählen. Dazu hat der Bürger sein Recht, es ist sein Recht. Es ist nicht kriminell sich selber zu beschädigen, nur dumm und erbärmlich. Bernhard hat Recht, Österreich ist ein Land voll tobender Debiler.