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ÖKOLOGIE

NGOs enttäuscht über Realisierung der Milleniumsziele


Wien (5.7.07): Zahlreiche NGOs ziehen eine kritische Bilanz zur "Realisierung" der Milleniumsziele. Sie halten eine Umsetzung für wenig wahrscheinlich.
Enttäuschend fällt nach Ansicht österreichischen NGOs, die international tätig sind, die Halbzeitbilanz zu den Millenniums-Entwicklungszielen aus: Bis 2015 haben diese sich zum Ziel gesetzt, die Armut weltweit deutlich zu reduzieren. Obwohl es regionale Unterschiede gibt – in Asien gibt es positive Trends, Afrika ist dafür weiterhin stark im Hintertreffen – ist man von einer Umsetzung der Ziele noch weit entfernt, so die NGOs.

So fordern beispielsweise Caritas, SOS-Kinderdorf, Licht für die Welt und Rotes Kreuz daher massive Anstrengungen der Staaten und vor allem eine Erhöhung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit. Die Organisationen fordern Österreich auf, endlich die Marke von 0,7 Prozent des BIP für Entwicklungszusammenarbeit zu realisieren.

„Derzeit hat weltweit jeder fünfte Mensch weniger als einen Dollar pro Tag zum Leben, in Afrika sogar jeder zweite. Das ist ein Armutszeugnis für die ganze Welt“, sagt Caritas-Auslandshilfechef Christoph Petrik-Schweifer. So spricht sich die Caritas auch für die Tobin-Tax aus.

Während einige Regionen, wie Asien und Lateinamerika, in den so wichtigen, kinderspezifischen Bereichen wie Primärschulbildung und Kindersterblichkeit viele Fortschritte gemacht haben, ist und bleibt Afrika das große Sorgenkind auf dem Weg zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele. Dazu meint Mag. Denis Djulic, Referent für Entwicklungszusammenarbeit bei SOS-Kinderdorf: „Die Tatsache, dass in 16 Ländern dieser Welt, davon 14 in Afrika, die Kindersterblichkeit höher als im Jahre 1990 liegt, ist alarmierend genug. Bei gleich bleibender Entwicklung wird das Ziel 4 erst 2045 erreicht, in Problemgebieten, wie in Afrika südlich der Sahara, erst 2115.“

Licht für die Welt schließlich: Von weltweit 650 Millionen Menschen mit Behinderungen leben 80 Prozent in Entwicklungsländern. Nur ein verschwindend kleiner Prozentsatz dieser Menschen hat Zugang zu Basisgesundheitsversorgung und Grundbildung. „In diesem Kreislauf von Armut und Behinderung werden ihnen grundlegende Menschenrechte vorenthalten. Sie sind von Entwicklungsprozessen ausgeschlossen“, stellt Mag. Rupert Roniger, Geschäftsführer von Licht für die Welt fest.

Die Bilanz zur Halbzeit der UN-Entwicklungsziele sei so ernüchternd. Die Erfolge gerade im Bezug auf die „Weltseuchen“ HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose, speziell im sub-saharischen Afrika, liegen weit hinter den Zielvorgaben zurück: 39,5 Mio. Menschen sind weltweit HIV-positiv. Mehr als 1 Mio. Menschen sterben in Afrika jährlich an Malaria. Ein Drittel der Weltbevölkerung leidet an Tuberkulose.

„Global denken und lokal handeln: Einerseits verbindliche, politische Entscheidungen und gemeinsame Zielvorgaben sowohl in den Geber- als auch Empfängerländern, andererseits Basisarbeit auf kommunaler Ebene.“, so das Rote-Kreuz.



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