Anzeige
Donnerstag, 2. September 2010 - Eine andere Information ist möglich!
WIRTSCHAFT

BEE gegen Zertifikatehandel für Erneuerbare Energien


Berlin (13.1.08): Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) kritisiert die vermeintlichen Ökostromangebote einiger deutscher Energieversorger. Grundlage für den Schwindel sei der Handel mit sogenannten Ökostromzertifikaten, die nach dem Willen der EU-Kommission jetzt auch europaweit eingeführt werden sollen.
BEE-Präsident Johannes Lackmann: "Hier werden Stromkunden hinters Licht geführt. Längst nicht überall wo Ökostrom drauf steht, ist Ökostrom drin." Die Kunden fordert Lackmann auf, nur mit Anbietern Verträge zu schließen, die nachweisen können, dass deren Einnahmen tatsächlich für den Bau neuer Wind-, Wasser- oder Bioenergiekraftwerke eingesetzt werden. Dies sei beispielsweise bei allen Unternehmen der Fall, die das von den Umweltverbänden ausgestellte „GrünerStromLabel“ aufweisen.

Mit scharfer Ablehnung reagiert der Verband auf die Praxis großer Energiekonzerne, ihren Atom- und Kohlestrom mit Hilfe von Erneuerbare-Energien-Zertifikaten umzudeklarieren. Das Prinzip sei lange bekannt. Alte, teilweise seit hundert Jahren schon Strom produzierende Wasserkraftanlagen lassen sich für ihren Strom seit einiger Zeit Ökozertifikate ausstellen. Diese Papierzertifikate werden dann an Stromhändler verkauft, die sie dann sprichwörtlich auf ihren Strom aufkleben. So prangt auf schmutzigem Strom auf einmal ein sauberer Name. Der Kunde zahlt dann meistens mehr, obwohl keine Kilowattstunde mehr Ökostrom produziert wurde als vorher. Lackmann: "Dahinter steckt vor allem das Zertifizierungssystem RECS, das die Energiekonzerne e.on, Vattenfall und RWE gemeinsam mit dem deutschen Ökoinstitut ins Leben gerufen haben. Das Projekt muss gestoppt werden."

Mit ihren Zertifikaten zum Sauberstempeln des alten Stromes haben die RECS-Vertreter jetzt noch größeres vor. So versuchen die Energiekonzerne in Brüssel ein europäisches Zertifikatehandelssystem für Erneuerbare Energien für die gesamte EU durchzusetzen. Dieses soll dann die erfolgreichen Fördergesetze für echten Strom aus Erneuerbaren Energien ersetzen. Die Europäische Kommission arbeite bereits an einer entsprechenden Regelung, die am 23. Januar vorgestellt werden soll. Auch der deutsche EU-Kommissar Verheugen habe sich der Forderung der Energiekonzerne angeschlossen.
Lackmann: "Hier wird gezielt versucht, den Ausbau Erneuerbarer Energien durch solche dubiosen Konstrukte zu sabotieren. Dies müssen die deutsche Bundesregierung und das Europäische Parlament verhindern."



<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>SHARP baut Solargeschäft aus: + 65,7 %
>KPMG-Studie: Milliardenschäden durch Computerkriminalität
>Gute Halbjahresbilanz von Triodos
>Heizkosten: Bis zu 2,4 Milliarden werden zuviel bezahlt
>WWF: Forderungen das deutsche Energiekonzept
>Erneuerbarer Aktienindex auf Tiefststand
>Börse München: Co2-Emmissionshandel für Bürger
>Erneuerbarer Aktienindex fester
>Hü und Hott Politik bei Förderung von effizienten Heizsystem
>Ressourcen gut – aber leider aus: OVERSHOOT DAY 2010
>VCD: Umweltliste Auto
>Erneuerbarer Aktienindex startet leichter
>Nachhaltigkeit bleibt trotz Krise auf der Agenda
>Fairer Handel boomt: +21% Wachstum
>E.ON baut sein erstes Solarkraftwerk in Spanien
>SEKEM legt dritten Nachhaltigkeitsbericht vor
>Erneuerbarer Energieaktienindex gibt leicht nach
>Grünes Geld: Umweltbank mit +37%
>Nachhaltige Publikumsfonds: 30 Milliarden
>Erneuerbarer Aktienindex legt zu
>Elektromobilität und die Batterie
>Erneuerbarer Aktienindex behauptet sich
>Windenergie: Deutschland Exportweltmeister, US-Markt schwach
>Debakel und Etikettenschwindel in der Öko-Mode Branche
>DIW: Konjunktur zieht an
>Lärmschutzwände mit Solarstromanlagen: Doppelter Nutzen
>DBU: Kälteerzeugung aus Solarenergie
>Erneuerbarer Energieindex dreht deutlich ins Plus
>MONDI ausgezeichnet
>Golf von Mexiko nicht alleine … als wenn das ein Trost wäre
>Erstes globales Energieministertreffen für saubere Energie
>Rekordjahr für Bau von Offshore Windanlagen erwartet
>Umfrage: Wirtschaft für ökologische Beschaffung
>Und sie zocken weiter: Banken im Test der Stiftung Warentest
>Erneuerbare Energie Aktienindex steigt
>TÜV SÜD tritt der Desertec Industrial Initiative bei
>UN-Studie: Konzerne der Welt zerstören die Natur
>Besserer Verbraucherschutz im Finanzdienstleistungssektor
>Nachhaltige Kapitalanlagen behaupten sich in Finanzkrise
>EU: Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch
>CEOs der Welt sind für Nachhaltigkeit
>EU: Wirtschaftswachstum durch neue Investitionspolitik
>EU will Internationalisierung von KMU mehr fördern
>Nach Solarförderungskompromiss: Markt zieht an
>DGB fordert Finanz-TÜV
>Zunehmend werden mehr erneuerbare Energiequellen gebaut: 62%
>Bremens größtes Solarprojekt in Betrieb
>Sparprogramm dämpft Konjunktur 2011
>Deutsche Unternehmen planlos vor EU-Emissionshandel
>Nachhaltigkeit in Deutschland: Keine Vision
Anzeige

Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"