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POLITIK

Gen-Mais in Österreich nun verboten


Wien (24.7.08): Das österreichische Gesundheitsministerium verbietet nun per Erlass den Import von Gen-Mais.

Die Umweltorganisation Greenpeace zeigt sich über die Verordnung der

Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky entzückt: Mit 16. Juli wurde ein

Importverbot für den Gentech-Mais MON863 erlassen.

 

„Nach den jüngsten Verboten von drei gentechnisch veränderten Rapssorten

katapultiert sich Österreich mit dem Verbot des Skandal-Mais' MON863 wieder an die Speerspitze der gentechnik-kritischen EU-Länder“, freut sich Steffen Nichtenberger, Gentechnik-Experte bei Greenpeace.

 

Der österreichische Erlass kann nun einen möglichen politischen Rückenwind für die Eu-Staaten Dänemark und Luxemburg liefern, dwo gleichfalls über ein Verbot des Gentech-Mais MON863 debattiert wird.

 

Österreich hält nun bei sieben Verboten von in der EU zugelassenen

Gentech-Pflanzen. Neben MON863-Mais und den drei Rapslinien Ms8, Rf3 und Ms8xRf3 ist auch der Anbau der Gentech-Maissorten MON810 und T25 sowie der Import der gentechnisch veränderten Rapssorte GT73 verboten.

 

Der Gentech-Mais MON 863 des US-Agrar-Konzerns Monsanto sorgte bereits im Mai 2004 für Schlagzeilen: Die französische Zeitung Le Monde berichtete,

dass Ratten, die mit MON863 - ein Mais mit eingebautem Insektengift-

gefüttert wurden, deutliche Veränderungen im Blutbild und mögliche

Organschäden aufwiesen. Im Januar 2006 ließ die EU-Kommission den

Gentech-Mais trotz aller wissenschaftlichen Kontroversen für den

europäischen Markt als Lebens- und Futtermittel zu. Grundlage dafür war

eine positive wissenschaftliche Bewertung der EFSA, die EU-Behörde für

Lebensmittelsicherheit.

 

Greenpeace und französische Wissenschaftler veröffentlichen im März 2007

die erste unabhängige Auswertung der Fütterungsversuche mit MON863. Die

wissenschaftliche Studie zeigt, dass die Ratten tatsächlich an Nieren und

Leber geschädigt wurden.

 

„Der Fall MON863 zeigt wie skrupellos Biotech-Konzerne wie Monsanto

agieren, um ihre Gentech-Konstrukte zur Zulassung zu bringen. Selbst

potenzielle Schäden für Tier, Mensch und Umwelt werden offenbar in Kauf

genommen“, so Nichtenberger.




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