Beim Großstadt-Ranking 2008 handelt es sich um eine Aktion von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche. München gewinnt zum wiederholten Mal das Gesamtranking der 50 größten Städte Deutschlands - vor Münster, Frankfurt/Main, Karlsruhe und Düsseldorf. Dresden sichert sich erneut den ersten Platz im Dynamikranking. In keiner deutschen Großstadt entwickelte sich im Zeitraum 2002 bis 2007 die Wirtschaft besser als in der sächsischen Hauptstadt, so das INSM.
INSM und WirtschaftsWoche haben die nach Einwohnern 50 größten Städte Deutschlands nach 104 ökonomischen und strukturellen Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Arbeitseinkommen und Investitionen untersucht. Das Gesamtranking, das von der Kölner IW Consult GmbH errechnet wurde, besteht je zur Hälfte aus dem Niveau- und dem Dynamik-Ranking. In das Niveau- Ranking fließen absolute Werte - zumeist aus dem Jahr 2007 - ein, darunter Indikatoren wie Kaufkraft, Arbeitsplatzversorgung, Wirtschaftsfreundlichkeit, aber auch die Zahl der Hochqualifizierten und Schulden je Einwohner. In das Dynamik-Ranking gehen die Veränderungen dieser Indikatoren, überwiegend von 2002 bis 2007, ein.
„Ostdeutsche Städte haben sich am dynamischsten entwickelt und befinden sich auf der Überholspur", erklärt Michael Inacker, stv. Chefredakteur der WirtschaftsWoche. Vor allem Dresden und Leipzig können durch hohes Wirtschaftswachstum auch den Arbeitsmarkt stärken und ihre Sozialstruktur verbessern. Chemnitz macht ganze 14 Plätze im Gesamtranking wett und verbessert seinen Wohlstand signifikant. Das Ranking zeigt auch die Bedeutung eines hohen Bildungsniveaus für die Standortqualität einer Stadt. So weisen die Top 10-Städte des Dynamik-Rankings bei allen Bildungsindikatoren deutlich bessere Werte auf als die Städte auf den letzten 10 Plätzen.
Das Abschneiden Berlins lässt aufhorchen. Platz 50 von 50? Vorletzte beim Niveau und 43. im Dynamik-Ranking. Was ist los mit der Hauptstadt? Ein Anruf bei Berlin Partner, Ausrichter der Berliner Image-Kampagne „be Berlin“ (soll heißen: Sei Berlin) brachte Erleichterung. Pressesprecher Christoph Lang erklärte, dass man natürlich nicht glücklich sei, in diesem jährlich erscheinenden Ranking so schlecht abzuschneiden. Das vorliegende Ranking nehme die Bewertung allerdings großenteils anhand von Vergangenheitsfaktoren vor, wobei Berlin aufgrund erheblicher Erblasten das Nachsehen habe. So nannte Lang die Insellage bis 1989, den Fall der Mauer und die auch daraus resultierende hohe Zahl von Sozialhilfeempfängern in Berlin.
Lang wies aber auch darauf hin, dass dies nur eine von vielen Studien sei. So zeige eine aktuelle Studie des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg, dass Berlin hinter Baden-Württemberg in einem Innovationsindex die innovativste Region der gesamten EU ist. Eine unabhängige Studie des Berlin Instituts sähe Berlin bei Talent, Technologie und Toleranz auf Platz 1. Viel hängt also davon ab, wer bewertet und was gesehen werden will bzw. eben nicht.
Detaillierte Stärken-Schwächen-Profile aller 50 untersuchten Großstädte mit ausgewählten Indikatoren unter >> www.insm-wiwo-staedteranking.de
Die ersten 10 im Gesamtranking nach INSM
1 München
2 Münster
3 Frankfurt
4 Karlsruhe
5 Düsseldorf
6 Stuttgart
7 Mannheim
8 Wiesbaden
9 Dresden
10 Braunschweig
Fünftes WiWo-INSM-Städteranking 08: Die ersten 10 beim Niveau
1 München
2 Frankfurt
3 Stuttgart
4 Düsseldorf
5 Karlsruhe
6 Wiesbaden
7 Münster
8 Mainz
9 Hamburg
10 Nürnberg
Fünftes WiWo-INSM-Städteranking 08: Die ersten 10 bei der Wirtschaftsynamik 2002-2007
1 Dresden
2 Leipzig
3 Saarbrücken
4 Münster
5 Mannheim
6 Braunschweig
7 Karlsruhe
8 Kassel
9 Osnabrück
10 Chemnitz






