Es sollten eigentlich die Alarmglocken läuten, wenn drei Geschäfstführungen in drei Jahren kommen und gehen.
In der Presseaussendung heißt es etwas dürr: "Georg Gruber wird die Position als Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich per Ende Juni 2007 aus persönlichen Gründen abgeben."
Sein Wechsel zu einem Raiffeisen-Unternehmen ist fix wie auch, dass er weiterhin als Berater FAIRTRADE verbunden bleiben will.
Unter der Ära Gruber konnte im Jahr 2006 das Handelsvolumen um 63% (auf insgesamt Euro 42 Millionen) gesteigert werden. "FAIRTRADE Österreich hält an der bisher eingeschlagenen Wachstumsstrategie fest, wobei die Glaubwürdigkeit des Labels weiterhin oberste Priorität hat.", so Fairtrade.
Glaubwürdigkeit & Kritik
Gerade die Frage der Glaubwürdigkeit hat Transfair, und damit auch dem Fairtrade-Gedanken, schwere Kritik von beispielsweise ATTAC Deutschland eingetragen, als beispielsweise Transfair einen Handel mit LIDL oder Air Berlin abschloss (sh. Bericht auf Glocalist Daily News >> www.glocalist-review.com/index.php ) oder es sei an die Chiapas-Kaffe-Kampagne aus 1999 erinnert, wo Transfair und vor allem die Zertifizierungsorganisation unter schwere Kritik kamen (>> www.fau.org/kaffee/html/pe2d.html ) oder die Vereinbarung mit Nestle aus dem Jar 2005. Aktuell erhebt der Journalist Jan Braunholz in seinem Artikel "Wettlauf um die braune Bohne" schwere Vorwürfe gegen Transfair. Er schreibt:
"Auch in Chiapas regt sich Widerstand, aber nicht gegen die Kaffeekonzerne, sondern gegen die "Fair Label Organisation" und deren deutschen Ableger Transfair. Die niedrigen Abnahmepreise und die hohen Gebühren von FLO und der Bio-Zertifizierungs-Organisation CERTIMEX (Certificadora Mexicana de Productos y Procesos Ecologicos) machen den Kooperativen zu schaffen. Noch mehr Angst macht den Kleinbauern die Idee von FLO, auch die Großgrundbesitzer in den Fairhandel einzubeziehen. Dies und der Eindruck, dass FLO sich zunehmend Großkonzernen annähere, führt zu einem immer stärkeren Vertrauensverlust bei Produzenten und Konsumenten. Viele Kleinbauern, die bisher bei Fairtrade mitmachten, verkaufen inzwischen wieder an "Coyotes", die Zwischenhändler der Kaffeekonzerne."
"Der Vorstand bedauert diesen Wechsel und dankt Gruber für seine unternehmerische Leistung für die Ziele des Fairen Handels.", so Faitrade abschließend.







