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Mittwoch, 8. September 2010 - Eine andere Information ist möglich!
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Alles wird gut – Der Marsch durch die Wirtschaft


Berlin/Wien (31.3.08): Auf den ersten Blick scheinen zahlreiche Sektoren in einer veritablen Krise und manch einer fragt sich, wie man das Delta zwischen Rohstoffen und Ansprüchen schließen möchte. Von Christian Neugebauer.

Doch mittlerweile dürfte man sich an den Alarmismus gewöhnt haben und man darf eine gewisse Gelassenheit bemerken, denn eine neue Strategie bricht sich - noch subkutan - die Bahn: Der Marsch durch die Wirtschaft, statt Staat und Konzerne anzuheulen, endlich doch nachhaltig und klimafreundlich zu werden.

So begründen sich mannigfaltige Netzwerke zu nachhaltiger, fairer und sozialer Wirtschaft wie auch entsprechende Unternehmen sich etablieren – zusammenfassend als Social Entrepreneurs zu benennen -, zahlreiche Medien wie beispielsweise im Bereich Öko-Lifestyle stehen in Absicht gegründet zu werden bzw. existieren bereits, neue Nachrichtenportale, die dezidiert gute und positive Nachrichten verbreiten wollen, stehen am Start und die Konferenzen wie Tagungen und Kongresse zu den Themen Nachhaltigkeit, CSR und Wirtschaftsethik überschlagen sich; in Deutschland.

Österreich sieht da ein wenig alt und tröge aus, auch wenn man sich über einen neuen Einreichungsrekord bei den TRIGOS-Veranstaltern freuen darf. Aber einen Gründerboom kann man nicht ausmachen. Bei einigen NGOs pflegt man noch den alten, aber falschen Gegensatz Wirtschaft-NGO, weil gelernt, weil bequem, weil gut für den Ablasshandel.

Und dieser Gründerboom in Deutschland ist das Wichtigste wie Bemerkenswerteste: Zahlreiche Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit gründen sich resp. sind bereits gegründet worden. Ein Vergleich mit den 70ern drängt sich auf: Hatte man in den 70er die Losung ausgegeben, Marsch durch die staatlichen Institutionen und Einbringen in die politische Parteien, also ein politisches Paradigma, so muss man nun zunehmend feststellen, dass man vor einem Marsch in die Wirtschaft reden kann: Die kritischen Kräfte beginnen sich zunehmend als Unternehmen zu etablieren und wollen nicht mehr nur von einer fairen, nachhaltigen Wirtschaft reden oder sie durch politische Rahmenbedingungen herbeiwünschen, sondern selber machen. Diesen globalen Trend kann man durch Namen wie Obama, Yunus oder die virale Ausbreitung von self-hubs, um nur einige Beispiele anzuführen, verschlagworten. Und das ist gut so.



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