Anzeige
Donnerstag, 2. September 2010 - Eine andere Information ist möglich!
WIRTSCHAFT

CSR in Europa = Politik + Wirtschaft


Brüssel (1.7.08): Bewusstseinsbildung, öffentliches Auftragswesen und gesellschaftlich verantwortlichen Investments, das ist der CSR-Ansatz der EU-Staaten. Die Wirtschaft setzt auf die internationalen Lieferketten.
Die vergangene Woche lieferte zwei europäische CSR-Ereignisse: Den neuen Bericht des European Sustainable Development Network (ESDN) sowie den Start eines Gemeinschaftsprojekts von CSR Europe, der Business Social Compliance Initiative (BSCI) und der Europäischen Kommission. Dabei zeigen gerade die unterschiedlich gesetzten Akzente, dass alle an einem Strang ziehen können, indem jeder macht, worauf er sich versteht, ohne sich dabei aus den Augen zu verlieren.

Die Politik – Vierteljahresbericht des ESDN

Der Quartalsbericht des Europäischen Netzwerks für Nachhaltige Entwicklung (ESDN) zeigt, was die EU-Mitgliedsstaaten (die den ESDN im Jahr 2002 in Leben riefen) bereits tun und weiter tun wollen, um Corporate Social Responsibility (CSR) zu fördern. Der aktuelle Bericht ist das Ergebnis zweijähriger Forschungsarbeit. Die empirische Analyse der CSR-Aktivitäten der EU-Mitgliedsstaaten und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen machten drei Kerninstrumente europäischen staatlichen CSR-Engagements aus – Bewusstseinsbildung, Nachhaltigkeit im öffentlichen Auftragswesen und Förderung von gesellschaftlich verantwortlichen Investments:

1. Bewusstseinsbildung – Die untersuchten Staaten versuchen dies großteils durch Informationsmaßnahmen zu erreichen. Dazu gehören Weiterbildungsangebote (Seminare, Trainings, Konferenzen), regierungsgestützte Richtlinien, Informationsquellen (Webseiten, Studien, Berichte) und Kampagnen. Der Bericht nennt zwei Erfolgsfaktoren für diese Informationsmaßnahmen: Erstens sollten Initiativen speziell auf die Branchen und Größen der angesprochenen Unternehmen abgestimmt sein. Zweitens sollten CSR-Plattformen und -zentren mit bestehenden Institutionen und Strukturen zusammenarbeiten. Mängel seitens der Mitgliedsstaaten werden bei der Integration von Klein- und Mittelbetrieben in die Nachhaltigkeitspolitik erkannt. Ebenfalls kritisch wird die Medienzusammenarbeit beim Thema CSR kommentiert.

2. Öffentliches Auftragswesen – Nachhaltiges öffentliches Auftragswesen (SPP - Sustainable Public Procurement) wendet die öffentliche Kaufkraft nicht nur für Nachhaltige Entwicklung auf, sondern fördert zusätzlich nachhaltigen Konsum und Produktion. Außerdem haben Regierungen dadurch die Möglichkeit eine Vorreiterrolle einzunehmen und Unternehmen, wie Privatpersonen zu ähnlichem Verhalten zu animieren. Das geschieht durch die Einhaltung von EU-Richtlinien bei der nationalen Gesetzgebung, aber auch durch verschiedenene CSR-Programme und –initiativen. Die größte Hürde liegt hier im fehlenden Engagement, vielfach wurde der Mehrwert von SPP noch nicht erkannt.

3. Gesellschaftlich verantwortliches Investment – Gesellschaftlich verantwortungsvolles Investment (SRI – Socially Responsible Investment) wird noch als Nischenmarkt bewertet, dessen künftgige Entwicklung sich schwer abschätzen lässt. Das rapide Wachstum des Marktes für SRI fand ohne Regierungsbeteiligung statt. Die größte Anforderung sieht der Bericht in der Reduktion von Komplexität. Durch Informationsmaßnahmen soll SRI zugänglicher gestaltet werden und dadurch für eine größere Zielgruppe an Attraktivität gewinnen.

Die Wirtschaft – Fokus Lieferketten

Auf einem Meeting von CSR Europe, der Business Social Compliance Initiative (BSCI) und Mitgliedern der Europäischen Kommission wurde ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen: Konsequent an CSR- und Nachhaltigkeitsaspekten ausgerichtetes Lieferketten-Management soll zur weiten Verbreitung von Best Practice-Beispielen führen.

So gehe das Konzept von CSR im Angesicht der Globalisierung weit über die europäischen Grenzen hinaus, unterstrich Viscount Etienne Davignon, Präsident von CSR Europe und Vice-Chairman von Suez-Tractabel. Entsprechend müsse für international agierende bzw. produzierende Unternehmen die komplette Zulieferkette nachhaltig und sozial verantwortlich ausgerichtet werden.

Die Teilnehmer des Meetings sprachen sich gegen neue CSR-Standards und Initiativen. Vielmehr sollten die bestehenden besser und effizienter genutzt werden. Zur Stärkung der globalen CSR-Dimension wurde ein intensives Erfahrungs-Austausch-Programm mit China anvisiert, einem der wichtigsten EU-Handelspartner. Gerade für solch internationale Initiativen, sei auch die Unterstützung der Europäischen Kommission vonnöten.

(Zusammenfassung nach respACT - austrian business council for sustainable development, zum ESDN-Bericht >> www.sd-network.eu )


<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>SHARP baut Solargeschäft aus: + 65,7 %
>KPMG-Studie: Milliardenschäden durch Computerkriminalität
>Gute Halbjahresbilanz von Triodos
>Heizkosten: Bis zu 2,4 Milliarden werden zuviel bezahlt
>WWF: Forderungen das deutsche Energiekonzept
>Erneuerbarer Aktienindex auf Tiefststand
>Börse München: Co2-Emmissionshandel für Bürger
>Erneuerbarer Aktienindex fester
>Hü und Hott Politik bei Förderung von effizienten Heizsystem
>Ressourcen gut – aber leider aus: OVERSHOOT DAY 2010
>VCD: Umweltliste Auto
>Erneuerbarer Aktienindex startet leichter
>Nachhaltigkeit bleibt trotz Krise auf der Agenda
>Fairer Handel boomt: +21% Wachstum
>E.ON baut sein erstes Solarkraftwerk in Spanien
>SEKEM legt dritten Nachhaltigkeitsbericht vor
>Erneuerbarer Energieaktienindex gibt leicht nach
>Grünes Geld: Umweltbank mit +37%
>Nachhaltige Publikumsfonds: 30 Milliarden
>Erneuerbarer Aktienindex legt zu
>Elektromobilität und die Batterie
>Erneuerbarer Aktienindex behauptet sich
>Windenergie: Deutschland Exportweltmeister, US-Markt schwach
>Debakel und Etikettenschwindel in der Öko-Mode Branche
>DIW: Konjunktur zieht an
>Lärmschutzwände mit Solarstromanlagen: Doppelter Nutzen
>DBU: Kälteerzeugung aus Solarenergie
>Erneuerbarer Energieindex dreht deutlich ins Plus
>MONDI ausgezeichnet
>Golf von Mexiko nicht alleine … als wenn das ein Trost wäre
>Erstes globales Energieministertreffen für saubere Energie
>Rekordjahr für Bau von Offshore Windanlagen erwartet
>Umfrage: Wirtschaft für ökologische Beschaffung
>Und sie zocken weiter: Banken im Test der Stiftung Warentest
>Erneuerbare Energie Aktienindex steigt
>TÜV SÜD tritt der Desertec Industrial Initiative bei
>UN-Studie: Konzerne der Welt zerstören die Natur
>Besserer Verbraucherschutz im Finanzdienstleistungssektor
>Nachhaltige Kapitalanlagen behaupten sich in Finanzkrise
>EU: Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch
>CEOs der Welt sind für Nachhaltigkeit
>EU: Wirtschaftswachstum durch neue Investitionspolitik
>EU will Internationalisierung von KMU mehr fördern
>Nach Solarförderungskompromiss: Markt zieht an
>DGB fordert Finanz-TÜV
>Zunehmend werden mehr erneuerbare Energiequellen gebaut: 62%
>Bremens größtes Solarprojekt in Betrieb
>Sparprogramm dämpft Konjunktur 2011
>Deutsche Unternehmen planlos vor EU-Emissionshandel
>Nachhaltigkeit in Deutschland: Keine Vision
Anzeige

Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"