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Sonntag, 1. August 2010 - Eine andere Information ist möglich!
POLITIK

China, IOC und Google betonieren Pressefreiheit


Peking/Berlin/Wien (30.7.08): Ein beispielloser Skandal bahnt sich an: China verfügt mit Zustimmung des IOC die größte Maulkorbsperre und Google spielt mit. Reporter Ohne Grenzen ruft zur virtuellen Demo am 8. August auf.
China zählt 253 Millionen Internet User, die das World Wide Web vorwiegend nutzen, um sich über aktuelle Nachrichten zu informieren.

Mit Unterstützung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) schiebt - nach Informationen von Reporter Ohne Grenzen - die chinesische Regierung diesem Informationsfluss jetzt einen Riegel vor, indem kritische Seiten einfach gesperrt werden. Betroffen sollen davon vorwiegend Websites von Menschenrechtsorganisationen, von ausländischen Medien wie der BBC sowie exiltibetischen Organisationen sein.

Nach Bericht der APA sollen Journalisten im Pressezentrum der Spiele (Peking) berichteten, dass sie zu zahlreichen Internetseiten keinen Zugang hätten, darunter diejenigen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, der britischen Rundfunkgesellschaft BBC, der Deutschen Welle, der Hongkonger Zeitung "Apple Daily" und der taiwanesischen "Liberty Times". Damit hält Peking eine wichtige Zusage aus dem Vorfeld der Spiele, nämlich vollständigen und ungehinderten Zugang zum Internet für die mehr als 20.000 ausländischen Journalisten nicht ein.

Der Chef der IOC-Pressekommission, Kevan Gosper, versucht sich rauszureden, wonach der im April zugesicherte freie Internetzugang thematisch nur auf Sportwettbewerbe, sich nicht aber auf China allgemein bezogen habe.

"Meine Hauptbeschäftigung und Verantwortung ist es, sicherzustellen, dass offen über die Wettbewerbe berichtet wird", sagte Gosper nach Angaben der APA.

Es sollen nur Sport und singende Chinesen auf der Tagesordnung stehen. Reporter Ohne Grenzen protestiert gegen diese Zensur und den informationsleeren Raum, den die chinesische Regierung mit Billigung des IOC in „Kooperation“ damit schafft.

„Die chinesische Regierung ist in ihrem Zensur-Wahn nicht zu stoppen. Der aktuelle Höhepunkt: die Sperre von kritischen Internetseiten. Damit schaffen sie ein Informationsvakuum, das inakzeptabel ist“, so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen, Österreich. „Sport soll während der olympischen Spiele das einzige Thema sein – erwartet wird eine kritiklose Berichterstattung aus einem Land, auf das die gesamte Welt schaut.“

Google macht mit

Auch das Internet-Unternehmen Google kooperiert mit dem Pekinger Regime. Angestrebt wird die Genehmigung für eine chinesische Website. Dafür stellt die Regierung Bedingungen und Google erfüllt sie. Von der kommunistischen Führung als anstößig empfundene Adressen wurden aus der Datenbank einfach gestrichen. „Wirtschaftliche Faktoren stehen hoch im Kurs – Menschenrechte werden mit Füßen getreten – eine ausschließliche Berichterstattung über die sportlichen Höhepunkte der olympischen Spiele wäre ein neuerlicher Tiefschlag für die Menschenrechte“, so Rubina Möhring abschließend.

Reporter ohne Grenzen ruft deshalb unter www.rsf.org/article.php3 zu einer Internetdemonstration auf. Damit am 8. August auch die freie Meinung eine Stimme hat.

Kommentar >> www.glocalist.com/index.php

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