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WIRTSCHAFT

 

Unternehmensteuersätze weiterhin im Sinkflug


Wien (9.9.08): Eine jährliche KPMG-Studie vergleicht weltweit die Stuersätze. Während die Unternehmensteuersätze weiterhin sinken, gewinnt die Umsatzsteuer an Bedietung. Das ist das Ergebnis von „KPMG’s Corporate and Indirect Tax Rate Survey 2008“.
Seit 16 Jahren vergleicht KPMG Steuersätze aus rund 100 Ländern, darunter 30 OECD-Mitgliedsstaaten und alle 27 EU-Länder. Erstmals seit 1994 hat keines der untersuchten Länder seine Unternehmensteuersätze erhöht.

Unternehmensteuersatz im Sinkflug

Der durchschnittliche weltweite Unternehmensteuersatz 2008 liegt bei 25,9 Prozent und ist somit um ein knappes Prozent niedriger als im Vorjahr. Nach wie vor haben die EU-Mitgliedstaaten die niedrigste Unternehmensteuerbelastung aller Industriestaaten. Mit einem Rückgang von über 11 Prozentpunkten in den vergangenen neun Jahren sank die durchschnittliche Steuerbelastung für Kapitalgesellschaften in den EU-Mitgliedstaaten auf 23,2 Prozent.

Die höchste durchschnittliche Unternehmensteuer wurde im asiatisch-pazifischen Raum mit 28,4 Prozent ermittelt.

In Österreich beträgt die Unternehmenssteuer 25 Prozent. Damit liegt Österreich nach wie vor leicht über dem europäischen und knapp unter dem weltweiten Durchschnitt. „Ein Vergleich der Steuersätze alleine greift jedoch zu kurz,“ sagt Barbara Polster-Grüll, Geschäftsführerin der KPMG in Wien. „Österreich ist aufgrund der großzügigen Schachtelbegünstigung, der modernen Gruppenbesteuerung und der Tatsache, dass weder Gewerbesteuer noch Vermögenssteuern eingehoben werden, nach wie vor sehr attraktiv.“

„Nachholbedarf besteht jedoch bei den persönlichen Einkommensteuersätzen, die für Topmanager bei Standort- und Übersiedlungsentscheidungen häufig eine nicht unwesentliche Rolle spielen,“ meint Verena Trenkwalder, Geschäftsführerin der KPMG in Linz.

EU ist „Weltmeister“ bei der indirekten Besteuerung

Beim Betrachten der Umsatzsteuersätze zeigt sich ein anderes Bild: Weltweit liegt der Umsatzsteuersatz bei 15,7 Prozent. Die EU-Staaten weisen mit durchschnittlich 19,49 Prozent die höchsten Umsatzsteuersätze aus. In der Region Asien-Pazifik sind sie mit 11,14 Prozent zwar am geringsten, durchschnittlich sind sie seit 2006 jedoch um 0,5 Prozent gestiegen. Die Umsatzsteuersätze in den OECD-Mitgliedstaaten liegen durchschnittlich bei 16,9 Prozent. Österreich liegt mit 20 Prozent knapp über dem EU-Durchschnitt. Ein reduzierter Steuersatz von 10 Prozent findet unter anderem auf die Lieferung von Nahrungsmitteln und Druckerzeugnissen Anwendung.

Barbara Polster-Grüll kommentiert die Studie folgendermaßen: „Bereits seit einigen Jahren lässt sich erkennen, dass Regierungen der Umsatzsteuer erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Diese Tendenz wird vor allem daran deutlich, dass immer mehr Länder indirekte Steuersysteme implementieren. Diese existieren schon in 135 Staaten, und weitere Länder, wie beispielsweise Indien, bereiten deren Einführung vor.“

Verena Trenkwalder fügt hinzu: „In einer Welt, in der Unternehmen und ihre Gewinne immer mobiler werden, stellen die Verbrauchsteuern eine Einkommensquelle dar, auf die nur wenige Regierungen verzichten können. Sie werden auf die gesamte Wirtschaft angewandt und beziehen sich nicht nur auf die Gewinne der Unternehmen. Damit stellen sie eine kontinuierliche Einnahmequelle dar, regionale Verschiebungen sind kaum möglich und sie können nach Fälligkeit viel schneller erhoben werden als Körperschaftsteuern.“


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