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WIRTSCHAFT

Vattenfall-Klimaunterschrift


Berlin (4.11.08): Energieriese Vattenfall schwingt sich mit großem PR- und Material(!)-Aufwand mit seiner „Klimaunterschrift“-Kampagne zum Klimaschützer auf. Einiges spricht dagegen; mit viel Fantasie tut es Greenpeace.
„Vattenfall zerstört das Klima" stand auf dem Schild eines grünen Männchens, das gestern auf dem Berliner Alexanderplatz eine PR-Aktion von Vattenfall störte. Das grüne Männchen gehörte zu Greenpeace. Der Protest richtet sich gegen die derzeit allgegenwärtige Vattenfall-Kampagne unter dem Titel „Klimaunterschrift", mit der sich der Energieerzeuger derzeit ein grünes Mäntelchen umhängen will. In der Kampagne stellt er sich europaweit als besorgten Konzern dar, dem Klimaschutz wichtig ist. Vatenfall fordere Verbraucher zum Handeln auf, stecke aber Milliarden in den Bau klimaschädlicher Kohlekraftwerke, bemängelt Greenpeace.

Parallel dazu verkündete Greenpeace den Launch einer neuen Internetseite. Unter www.klimaunterschrift-vattenfall.de persifliert die Umweltschutzorganisation die Klimaunterschrift-Kampagne um die „Klimaunterschrift"-Kampagne von Vattenfall zu entlarven.

Vattenfall-Klimaforderungen

Die Vattenfall-Kampagne wurde gestern in Berlin mit großem Tam-Tam vorgestellt vom Vorstandsvorsitzenden der Vattenfall Europe AG Tuomo Hatakka. Die Vattenfall Klimaerklärung, für die die Verbraucher mit ihrer Unterschrift zeichnen sollen, enthält folgende Kernforderungen:

· Es muss einen weltweit geltenden, einheitlichen Preis für die Belastung mit CO2-Emissionen geben, um allgemeinverbindliche Anreize zur CO2-Minimierung zu setzen.
· Klimafreundliche Technologien müssen stärker gefördert werden, um einen ausgewogenen Energiemix sicherzustellen.
· Es bedarf umfassender Klimaschutzstandards für Produkte, um über optimale Produktionsprozesse und Energieeinsparungen auch auf der Verbrauchsseite CO2-Minderungspotenziale auszuschöpfen.

Annähernd hunderttausend europäische Bürger hätten sich bereits an der Vattenfall-Klimaschutzinitiative beteiligt. Für die ersten 100.000 Unterschriften wurde jeweils eine orangefarbene, „recyclingfähige“ (Originaltext Vattenfall) Plastikfigur hergestellt. Diese sind noch bis heute großflächig auf dem Berliner Alexanderplatz zu besichtigen.

„Vattenfall ist nicht nur Deutschlands klimaschädlichster Stromanbieter, sondern scheut auch keinen Aufwand, um der Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen", sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Auf der Internetseite von Vattenfall klimaunterschrift.vattenfall.de (Strichrechnung vs. Punktrechnung) werden die Menschen aufgerufen, sich mit ihrer Unterschrift für den Klimaschutz stark zu machen. In Animationen retten die Unterschriften die Gletscher in den Alpen oder auch einen Eisbären vor dem Ertrinken.

„Die Aktion von Vattenfall ist unverschämt", so Smid. „Der Konzern boykottiert Klimaschutz, wo er nur kann. Seine Lobbyisten sitzen in Berlin und Europa ganz nahe an der Macht. Und anstatt in Windkraft zu investieren, gibt er lieber Millionen für Desinformation aus und schiebt seine Verantwortung für den Klimaschutz auf den Verbraucher ab."

Kommentar

Noch Mitte 2006 formulierte Vattenfall-Chef Lars Göran Josefsson: “I usually say that as it took 200 years to create this dreadful situation, we need to respect that it could take 100 years to sort it out. Everyone needs to realise that the greenhouse effect is an extremely slow process. The carbon dioxide we’re releasing into the atmosphere lives for anywhere between 50 and 200 years. Anything we do in a five-year perspective is of almost no importance.“ (Quelle >> www.vattenfall.com/www/vf_com/vf_com/Gemeinsame_Inhalte/DOCUMENT/360168vatt/386340ceox/P02.pdf )

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