Während ihres Lebens produzieren Seesterne eine Menge an Kalk und binden damit Kohlenstoff aus der Wassersäule. Wenn sie sterben, lagert sich dieser am Meeresboden ab: Der Seestern, der zu der Gruppe der Echinodermata gehört, spielt so möglicherweise eine viel größere Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf als man bisher vermutet hat. Sie verarbeiten mehr als eine Zehntel Gigatonne Kohlenstoff pro Jahr.
Auf der anderen Seite sind sie durch die zunehmende Ozeanversauerung gefährdet. Ihr Einfluss auf das gesamte marine Ökosystem ist somit nicht zu unterschätzen. In einer in der Fachzeitschrift "Ecology Monographs" erschienenen Studie legt eine internationale Forschergruppe unter Leitung des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel erste Einschätzungen vor.
Um ihre Schutzhüllen oder Skelette zu bilden, aber auch für verschiedene andere Prozesse, verbraucht der Seestern Kohlenstoff aus dem Meerwasser. Aber nicht nur der Seestern, sondern vier weitere mit ihm verwandte Arten: Seeigel, Schlangensterne, Seegurken und Seelilien.
Bei der Kalkbildung nehmen sie alle Kalzium und Magnesium in unterschiedlichen Proportionen in ihre Körper auf. Ihre Skelette schließen somit eine bedeutende Menge von anorganischem Kohlenstoff ein, der aus der Atmosphäre ins Wasser gelangt. Diesen Kohlenstoff geben sie an den Meeresboden ab, wenn sie sterben. Anders als der von Plankton oder Algen aufgenommene Stoff wird er also nicht in der Wassersäule remineralisiert.
"Unsere Abhandlung verdeutlicht, dass wir erst wenig über die weitreichenden Kohlenstoffprozesse wissen, in die Kalk bildende Arten wie Echinodermata eingebunden sind. Damit deckt sie eine der größten Ungewissheiten im globalen Kalziumkarbonat-Haushalt auf. Uns ist es wichtig, dass der Beitrag des Benthos, also der am Meeresboden lebenden Organismen wie Echinodermata, auf den globalen Kohlenstoffkreislauf neu bewertet wird", erklärt Mario Lebrato.
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