Anzeige
Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
GUTES LEBEN

Deutschland, einig Nagervolk


Berlin (4.1.10): Deutschland ist ein einig Volk von Hamstern: Rund 300.000 Tonnen Nüsse verschwinden in die Backen. Der WWF kritisiert aber die wasserintensiven Anbaumethoden für Haselnuss&Co. Darum, wer die Nuss retten will, sollte Wasserverbrauch senken.
Die Deutschen konsumieren jedes Jahr rund 300.000 Tonnen Nüsse. Der unnötig wasserintensive Anbau dieser traditionellen Nutzpflanzen in der Mittelmeerregion wird jetzt von der Umweltschutzorganisation WWF kritisiert. Über 9.000 Hektar Haselnuss- und noch einmal knapp 38.000 Hektar Mandelplantagen, dies entspricht in etwa der Größe des Bodensees, würden in Spanien künstlich bewässert.

"Die Bewässerung von Mandel- und Haselnussbäumen ist unnötig, da die beiden Pflanzen bestens an die Lebensbedingungen in der Mittelmeerregion angepasst sind", sagt Dorothea August, Referentin Wassermanagement beim WWF Deutschland. Hinzu komme bei einer Gesamtanbaufläche von über 600.000 Hektarn (Nuss- und Mandelplantagen) der übermäßige Einsatz von Pestiziden, der die ohnehin schon raren Grundwasservorkommen belaste.

Die spanische Haselnussernte verbleibt nach WWF-Angaben vor allem in Europa und geht zu 50 Prozent nach Deutschland. Außerdem kaufe die Bundesrepublik rund ein Drittel des jährlichen Bedarfs an Haselnüssen aus türkischer Produktion. Dabei sei der Grundwasserspiegel in dem Land am Bosporus in den vergangenen drei Jahrzehnten mitunter um mehr als 14 Meter gesunken. Zusätzlich verschärfe sich die Lage seit Jahren durch einen beständigen Rückgang der Niederschläge (bis zu 43%).

Neben dem Direktkonsum wird ein erheblicher Anteil der Schalenfrüchte in Schokoladen, Keksen, Backwaren sowie Nougatcremes, Nussölen und zahlreichen Kosmetikprodukten weiterverarbeitet. Natürlich ergebe es für die Verbraucher keinen Sinn, auf Nüsse zu verzichten, so der WWF. Gefordert seien daher vor allem Politik und Wirtschaft. "Die kritischen Anbaumethoden von Haselnüssen und Mandeln sind nur die Spitze des Eisbergs. Eine nicht nachhaltige und wasserintensive Landwirtschaft in Spanien, der Türkei, Griechenland aber auch Italien ist leider noch immer weit verbreitet", sagt Dorothea August vom WWF Deutschland.

Die Umweltschutzorganisation fordert daher zukünftig Agrar-Subventionen der EU an eine nachweislich legale und nachhaltige Bewässerung zu koppeln. Außerdem müsse es in den Ländern Grenzen für die Bewässerungslandwirtschaft geben, damit weiter die Nuss erhalten bleibt.

Fördern Sie eine unabhängige Berichterstattung und Presse für Nachhaltigkeit auf Social Business Grundlagen. Werden auch Sie Abonnent > www.glocalist.com/abonnement/

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Faire Rosen bei Netto und Endeka
>Hochschulperle Februar
>Mini-Blockheizkraftwerke werden wieder gefördert
>Hochschulperle des Jahres 2011: "Rock Your Life!"
>Faire Möbel aus fairem Holz: Quadrato
>Handy umweltgerecht entsorgen
>Spenden Sie ihre alte Waschmaschine
>95 Prozent weniger Klimagase durch Pflanzenfleisch
>Graz bekommt energieautarken Supermarkt
>Klimafreundliche Tipps für die Festtage
>Mattel: Ausbeutung für kunterbunte Spielzeugwelt
>Weihnachtsbäume aber auch Adventkranz: Ohne Chemie
>Per Mausklick in die Natur
>Kostenloses Heizgutachten: kann Geld sparen
>Umundu gut besucht
>Treeshop: Produkte aus zertifizierter Holzwirtschaft
>Guten Fisch online suchen
>Umundu-Festival in Dresden
>Allee des Jahres: Wirklich schön
>Achtung Reinigungsmittel
>Erstes Passivhaus-Hallenbad Europas
>Licht mit Plastikflaschen und Sonnenkraft
>FreiHEIZberaubung - damit die Heizrechnung im Keller bleibt
>Jetzt haben Schimmelpilze Hochsaison: Was dagegen tun?
>Energiesparlampe: Wenn zerbrochen, sofort lüften
>Schulstart: Die Ökoratschläge vom BUND
>Das Entdeckerheft! – Ein neues Ferienangebot
>Modemesse Innatex auf den Weg zur Nachhaltigkeit
>E-Taxi in München
>Öko-Weinbauverband ECOVIN neues Mitglied im BÖLW
>Vectrix: Jetzt mehr Reichweite mit E-Scooter
>Baumpflanzung:NABU und E-Plus mit ersten Umwelttarif
>Erfolg:New Yorker und Orsay verzichten auf Sandstrahltechnik
>EthikBank als Bank mit größtem Vertrauen gekürt
>Bremen: Nachhaltige Kapitalanlagen Infoforum
>Deutsche Umweltstiftung - Volontariat Hauptstadtbüro
>Empfehlungen Robert-Koch-Institut für EHEC
>Was ist dran am Passivhaus, Mythen oder Wahrheit?
>Internationaler Tag der Biologischen Vielfalt
>Grüner Handytarif mit der NABU
>Jugendumweltfestival "Pure Verschwendung"
>DFB: 2 Millionen Euro für Nachhaltigkeit
>Obstbäume statt CO2-Endlager
>Walk the Talk: Die grüne Kindermeile
>Vectrix VX-1: Ein E-scooter umrundet den Globus
>Reiseführer Erneuerbare Energie
>Ein Baum für jedes Kind
>Slow Food Messe
>Danone: WWF vs. foodwatch
>Onlinesimulation: Selber Loks fahren und Energie sparen
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"