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GUTES LEBEN

Die Brennessel - Rohstoff für Textil

 

Textilien aus Brennesseln ganz ohne Chemie


Lüchow (14.10.09): Nur wenige wissen es aber es lassen sich aus einem scheinbaren "Unkraut" - der Brennessel - hervorragende Textilien produzieren. Brennnesselfasern liefern Rohstoff für angenehme, glatte Textilien. Von Hemden bis Bettwäsche gibt es bereits ein breites Sortiment hergestellt aus der ökologisch sauberen Brennesseltextilfaser.
Die Produktion von Textilien hat fast immer schwerwiegende ökologische und soziale Auswirkungen. Wenn wir Kleidung oder Stoffe kaufen, sind sie meist zehntausende km weit gereist und häufig von Kinderhand produziert. Aber es gibt auch bei uns Faserpflanzen, die zur Textilproduktion herangezogen werden können. Leinen, das aus Flachs hergestellt wird oder Hanffasern zur Textilproduktion sind den meisten bekannt.

Die Vorteile der Brennessel liegen auf der Hand: Die Bauern ernten die Pflanze viele Jahre vom selben Feld, ohne sie nachpflanzen zu müssen. Da die Brennnessel auf unseren Äckern wunderbar wächst, fallen kaum unnötig lange Transportwege, im Vergleich zur herkömmlichen Baumwolle, an. Das wirkt sich wiederum positiv auf unsere Umwelt aus. Auf aggressive Pflanzenschutzmittel wird verzichtet, da die Brennnessel sehr widerstandsfähig ist. Während des gesamten Produktionsprozesses der Textilien wird auf den Einsatz von Chemie gänzlich verzichtet. Dadurch ist die Gefahr auf Hautunverträglichkeiten und Allergien wesentlich geringer. Das Endprodukt ist komplett kompostierbar. Die einfache Entsorgung reduziert die Abfallmengen auf Deponien und der Müllverbrennung. Für leichtgängiges Weben wird Kartoffelstärke anstatt von Chemikalien und zum Vorwaschen nur 100%ig abbaubare Seife verwendet.

Stoffe aus Brennnesseln gab es schon vor Jahrtausenden. Bereits im 12. Jahrhundert nutzten Menschen die Fasern der Brennnessel, um Segel und Fischernetze herzustellen. Nach der Baumwolle wurde die Chemiefaser geboren, damit geriet die Verwendung von Brennnesseln im Textilbereich in Vergessenheit. Das bekannte "Unkraut" wird jetzt erneut vor allem zur Heimtextilherstellung genutzt. Ein großer Vorteil der Nettle-Stoffe ist, dass sie vom Anbau bis zur Faser in Mitteleuropa produziert werden können. Zurzeit werden diese hochwertigen Stoffe nur in Deutschland produziert. Ökologischer Anbau der Pflanzen und die Einhaltung sozialer Kriterien sind dabei selbstverständlich.

Nur ein Unternehmen stellt derzeit Textilien aus Brennnesselfasern her: Die Stoffkontor Kranz AG. Über das Internet können man bereits Bettwäsche, Naturkissen, Meterware Männerhemden und Pflegeprodukte bestellen.

Web >> www.nettleworld.com

(Claudia Monde, www.world-of-eco-fashion.de )

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