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Weltläden - Fairfashion Tage


Wien (30.4.10):Unter dem Motto „Fairer Handel mein Stil“ machen die österreichischen Weltläden rund um den 15. Internationalen Weltladentag, Samstag 8. Mai 2010, auf die schlechten Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie aufmerksam. Innovation: Die mobile, virtuelle Modeschau.
Mobile Modenschauen wollen fair gehandelte Bekleidung auf die Straße bringen. Mit dem „Individual Fair Fashion Award“ startet eine virtuelle Modenschau. Die Weltläden vertreiben ausschließlich fair gehandelte Textilien und garantieren so die Einhaltung sozialer und ökonomischer Mindeststandards entlang der gesamten textilen Produktionskette, so der erhobene Anspruch.

Alljährlich stellen die Weltläden den Internationalen Weltladentag unter ein Kampagnenmotto. Heuer thematisieren sie mit „Fairer Handel mein Stil“ die Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie. In den Aktionswochen rund um den 15. Internationalen Weltladentag (3. bis 15. Mai 2010) erobern österreichweit „Models“ in fair gehandelter Kleidung die Straßen als Laufsteg. Ausgestattet mit Besen machen sie darauf aufmerksam, dass die westliche Welt die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie gerne zugunsten billiger Bekleidung unter den Teppich kehrt.

In der virtuellen Modenschau „Individual Fair Fashion Award“ (Web > www.individualfairfashionaward.at ) können AnhängerInnen fair gehandelter Mode Fotos ihrer persönlichen Lieblingsstücke ausstellen. „Die kreativsten Modekombinationen werden mit einem FairShopping-Gutschein aus dem Weltladen prämiert“, verrät Barbara Kofler, Geschäftsführerin der ARGE Weltläden. Mit Informationsveranstaltungen, Filmabenden und Reiseberichten sorgen einzelne Weltläden zusätzlich für Aufklärung. Kooperationspartner des heurigen Weltladentages ist die Clean Clothes Kampagne.

Trister Arbeitsalltag in Sweatshops

Ein Großteil der arbeitsintensiven Produktion von Bekleidung wurde seit den 1970er Jahren in Entwicklungs- und Schwellenländer verlagert. Die Arbeitsrealität der TextilarbeiterInnen dort ist mehr als trist: Sie schuften 60 bis 70 Stunden in der Woche ohne Krankenversicherung, Mutterschutz oder Überstundenbezahlung. Ihre Einkommen stagnieren trotz steigender Lebensmittelpreise. Vielerorts sind Gewerkschaften nur am Papier erlaubt. Wer sich organisiert riskiert den Job. Sexuelle Belästigung und Unterdrückung gehört für Frauen zum traurigen Arbeitsalltag.

Die Löhne ermöglichen es den ArbeiterInnen kaum, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ein Beispiel: Eine Textilarbeiterin aus El Salvador verdient 5 Euro am Tag. Davon zahlt sie 2,55 Euro für das Kantinenessen 0,77 Euro für den Bus zur Arbeit und 1 Euro täglich für die Mietkosten. Somit bleiben ihr pro Tag 68 Cent.

Fair Fashion zieht an

Dem gegenüber setzen die Weltläden seit vielen Jahren auf faire Arbeitsbedingungen, auch in der Textilindustrie. Sie garantieren damit existenzsichernde Löhne und gerechte Preise bei Arbeitsbedingungen, die nicht krank machen. An erster Stelle steht Kooperation statt Konzernwillkür. „In der Mode- und Bekleidungsindustrie beobachten wir einen Trend hin zu ‚Fairer Mode’ in Bioqualität. Die Nachfrage steigt. In den letzten Jahren setzen Textilfirmen daher zunehmend auf soziale und ökologische Standards. Dadurch wächst das Angebot an fair gehandelter Mode“, beobachtet Kofler.

Die Weltläden vertreiben in ihren Fachgeschäften ausschließlich fair gehandelte Kleidung. Diese kommt von der EZA Fairer Handel, dem jungen österreichischen Modekollektiv „Göttin des Glücks“ sowie den international arbeitenden Fair Trade Lieferanten Ideo, Ethos, dwp und El Puente.

Alle Termine via Web > www.weltlaeden.at/start.asp

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