Anzeige
Samstag, 4. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
KOMMENTARE

Bankensteuer, aber richtig


Wien (21.2.10): Steuer antizyklisch gestalten, Schlupflöcher schließen und Banken auf Kernaufgaben beschränken. Von Karin Küblböck, Attac Österreich.
Eine Bankensteuer soll einfach sein, das systemische Risiko reduzieren und positive Lenkungseffekte haben. Eine Steuer, die diese Anforderungen erfüllt, sollte die Bilanzsumme abzüglich dem Eigenkapital und der Einlagen besteuern. Das würde das traditionelle, Bankengeschäft – Kreditvergabe und Einlagensicherung – fördern.

Die Höhe des Steuersatzes sollte 0,15% betragen und könnte antizyklisch gestaltet werden – also in einem Konjunkturaufschwung steigen. Um Steuerumgehung zu verhindern, muss die Bilanzsumme der Auslandstöchter einbezogen werden. Außerdem müssen alle Banken ihre Filialen in Steueroasen schließen, mit denen sie ihre Steuerleistung minimieren. Das muss eine Mindestanforderung für die staatliche Bankenrettung sein. Auch Versicherungen und Fonds sollten in die Bankenabgabe einbezogen werden. Das Budget der nächsten Jahre wird mehr Einnahmen bitter nötig haben.

Die Bankensteuer kann jedoch nur ein erster Schritt sein. Attac fordert die Regierung auf, die Banken durch strengere Regulierungen auf ihre Kernaufgaben – die Verwaltung von Einlagen und die Kreditvergabe für die Realwirtschaft – zu beschränken: Der Eigenhandel der Banken soll unterbunden und Dividenden sowie Mangerboni so lange ausgesetzt werden, bis das Partizipationskapital zur Gänze zurückgezahlt und die notwendig Eigenkapitalquote erreicht ist. Es ist nicht einzusehen, dass Aktionäre Dividenden kassieren, solange die Banken Eigenkapital aufbauen müsse.

Auch in Österreich sind die Bilanzsummen der Banken in den letzten Jahren enorm angestiegen. Es wurden sehr spekulative Geschäfte getätigt und insbesondere in Osteuropa in einem großen Ausmaß hochriskante Fremdwährungskredite vergeben. Österreichs Banken haben bei diesem Kasino mitgespielt – in vollem Bewusstsein, dass sie gerettet werden. Wir brauchen daher eine Steuer mit zusätzlicher Lenkungswirkung. Darum darf die Bankensteuer keinesfalls gegen eine Finanztransaktionssteuer ausgespielt werden.

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Die Rede - Niemals vergessen
>Österreich zeigt heute seine zwei Gesichter
>Ungarn verabschiedet sich von Europa
>Europas Politiker alleine zu Hause
>Propädeutisches zum Begriff Nachhaltigkeit
>Grünes Fliegen und so
>Verfassungsschutz finanziert rechten Terror
>Jahresrückblick: Lückenbüßer von Staats wegen
>Jetzt muss Schluss sein bei der S-Bahn
>"Neue Rechte" und Utopia
>Ende vom Euro: Und was heißt das?
>Es war nicht „das Trio“ allein
>Wir brauchen ein nachhaltiges Europa
>Stuttgart 21
>Berliner Republik: Alte Hetzer werden neue Retter
>Die Krise ist eine Krise mangelnder Nachhaltigkeit
>Pannen-, Pech- und Pleitendienst
>Ergebnisse des Krisengipfels unbefriedigend!
>Schwarz-Gelb bremst Ausbau der Erneuerbaren Energien
>EU-Kommission will Rating verbieten
>Und wieder ein Upps: Ratingagentur S&P
>„Schreckgespenst“ Energiewende?
>Nur mehr Betrug? Wo sind die Staatsanwälte?!
>Deutscher Nachhaltigkeitskodex: Marktradikalismus mit Plüsch
>Banken auf Schadenersatz klagen
>Finanzkrise: EU will Pressefreiheit und mehr abschaffen
>Die nächste Luftnummer
>Poltik und Banken: Gröbster Populismus
>Warum 15M!
>Wird Europa China? Bürgerrechte&Marktwirtschaft abgeschafft
>Unglaublich, sie tun es schon wieder!
>Griechenland und die Systemfrage
>Weltwirtschaftskrise: Muss nicht sein
>Antisemitismus in Österreich - Horst-Wessel-Lied im ORF
>Antisemitismus in Österreich: Die Geschichte geht weiter
>Volker Weber zu Sozial- und Umweltrenditen
>700 Milliarden für Bankster&Politik, 600 Euro für Rentner
>Stoppt die Entmündigung der Demokratie!
>Finanzbranche regulieren? Nein: Bürger, ermächtige Dich!
>Sozialminister Hundstorfer unterstützt Ethnic Profiling
>E-Interview: Kretschmer zu Kommunikation&Nachhaltigkeit
>Geschäftsmodell Schnorren
>Rechtspopulismus: Ziehväter des Rechtsextremismus
>E-Interview: Sylke Schröder (EthikBank)
>Ökodiktatur?
>Medien, Mittelstand und nachhaltiges Wirtschaften
>Nachhaltige Unternehmen müssen nachhaltig werden
>Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesundheitskultur
>Bakterien und Nachhaltigkeit
>Terrorismus gibt es amtlich nicht
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"