Anzeige
Sonntag, 1. August 2010 - Eine andere Information ist möglich!
KOMMENTARE

Bankensteuer, aber richtig


Wien (21.2.10): Steuer antizyklisch gestalten, Schlupflöcher schließen und Banken auf Kernaufgaben beschränken. Von Karin Küblböck, Attac Österreich.
Eine Bankensteuer soll einfach sein, das systemische Risiko reduzieren und positive Lenkungseffekte haben. Eine Steuer, die diese Anforderungen erfüllt, sollte die Bilanzsumme abzüglich dem Eigenkapital und der Einlagen besteuern. Das würde das traditionelle, Bankengeschäft – Kreditvergabe und Einlagensicherung – fördern.

Die Höhe des Steuersatzes sollte 0,15% betragen und könnte antizyklisch gestaltet werden – also in einem Konjunkturaufschwung steigen. Um Steuerumgehung zu verhindern, muss die Bilanzsumme der Auslandstöchter einbezogen werden. Außerdem müssen alle Banken ihre Filialen in Steueroasen schließen, mit denen sie ihre Steuerleistung minimieren. Das muss eine Mindestanforderung für die staatliche Bankenrettung sein. Auch Versicherungen und Fonds sollten in die Bankenabgabe einbezogen werden. Das Budget der nächsten Jahre wird mehr Einnahmen bitter nötig haben.

Die Bankensteuer kann jedoch nur ein erster Schritt sein. Attac fordert die Regierung auf, die Banken durch strengere Regulierungen auf ihre Kernaufgaben – die Verwaltung von Einlagen und die Kreditvergabe für die Realwirtschaft – zu beschränken: Der Eigenhandel der Banken soll unterbunden und Dividenden sowie Mangerboni so lange ausgesetzt werden, bis das Partizipationskapital zur Gänze zurückgezahlt und die notwendig Eigenkapitalquote erreicht ist. Es ist nicht einzusehen, dass Aktionäre Dividenden kassieren, solange die Banken Eigenkapital aufbauen müsse.

Auch in Österreich sind die Bilanzsummen der Banken in den letzten Jahren enorm angestiegen. Es wurden sehr spekulative Geschäfte getätigt und insbesondere in Osteuropa in einem großen Ausmaß hochriskante Fremdwährungskredite vergeben. Österreichs Banken haben bei diesem Kasino mitgespielt – in vollem Bewusstsein, dass sie gerettet werden. Wir brauchen daher eine Steuer mit zusätzlicher Lenkungswirkung. Darum darf die Bankensteuer keinesfalls gegen eine Finanztransaktionssteuer ausgespielt werden.

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Indikatorenbericht 2010: Praktische Politik ist notwendig
>Ohne verkehrspolitische Wende kein Stopp des Klimawandels
>Neue Impulse für die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie
>Nachhaltigkeitsstrategie ohne Strategie
>Nachhaltige Beschaffung
>Niedersachsen: Anschlag auf Pressefreiheit?
>Web unter Kontrolle: Telekom will das Web neu verbinden
>Nicht Sozialabgaben erhöhen
>Zahlungsmoral in der Nachhaltigkeitsszene läßt zu wünschen
>Liebe Radfahrer/innen
>Das große Schweigen
>23% weniger Einkommen: Frauen sind nicht selbst Schuld
>Vom Versuch, die Weltprobleme zu lösen
>Peer Review der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie
>DIE LINKE, Demokratie und Nachhaltigkeit
>Haiti braucht einen Masterplan
>Ausstieg aus der Öl-Wirtschaft
>17. Juni 1953
>Das Große Schweigen: Ein Streifzug zu sozialer Gerechtigkeit
>Wir freuen uns
>Sparpaket wäre weiterer sozialer Sprengstoff
>Sparen, Lena und die WM
>Zur Lage der Menschenrechte im Sudan
>In eigener Sache: Auszeichnung für Glocalist Medien
>Biodiversität – Was wir von der Natur lernen können
>Google aussperren
>Europa im freien Fall
>Wege aus der Finanzkrise
>Robin Hood Steuer: Jetzt ist der Moment
>Schon 98% Erneuerbare Energie in Europa
>Was passiert da mit der Demokratie in Europa?
>"Aktive Arbeitslose": Quoten helfen LeiharbeiterInnen nicht
>Rating Agenturen abschaffen
>Europas Problem heißt Klientelismus
>Stolz auf Berlin: Souverän, lässig, demokratisch
>Jährlich 5.000 Milliarden Euro für Nachhaltigkeit
>Gen-Kartoffel wird ausgebracht
>Schuldenkrise als Chance
>Sündenbock: Vatikan startet Hexenjagd auf Homosexuelle
>Investoren und Nachhaltigkeit
>FairWorldFonds: Verantwortung übernehmen
>Die Hoffnung auf die Öffentlichkeit stirbt zuletzt
>Europa 2020: Weg in die Nachhaltigkeit?
>Das gewonnene Jahrzehnt
>Rückt Europa nach rechts?
>Athen muss Anstrengungen fortsetzen
>Plädoyer für einen European Sustainability Fonds
>Der Eid – Wie die Managementklasse versucht, sich zu retten
>Über die Dekadenz
>Bankensteuer, aber richtig
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"