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Das Große Schweigen: Ein Streifzug zu sozialer Gerechtigkeit


Berlin (16.6.10): Soziale Gerechtigkeit ist eine der drei Säulen der Nachhaltigkeit. Sie wird gerade gefällt. Was sagt die Nachhaltigkeitsszene, welche sind ihre Themen? Von Christian Neugebauer
Spätestens nach dem "Wealth Report" der Boston Consulting Group und wohl aber aller spätestens mit dem heutigen DIW Bericht ist es offensichtlich: Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer und die Mittelschicht befindet sich einem Schrumpfungsprozess begleitet von einem emotionalen Mix aus Angst, Panik, Wut und Zorn. Keine gute Mischung. Die Säule Soziales der Nachhaltigkeit wankt bedenklich und steht berechtigt im Mittelpunkt der öffentlichen wie medialen Aufmerksamkeit. Und dies nicht erst seit gestern, muss man nachsetzen.

Was sagt die Nachhaltigkeitszene dazu? Ein kleiner Streifzug, der nicht kommentiert, sondern einfach Schlaglichter wirft und darstellt. Beginnen wir mit den Medien, was augenfällig im Vordergrund steht an Berichten und News: Utopia stellt u.a. den neuen Öko-Bikini vor, Forum Nachhaltiges Wirtschaften publiziert die Pressemitteilung des BMU zum "Wind-Tag", CSR News berichtet über eine Podiumsdiskussion ausgerichtet von McDonalds in Berlin, karmakonsum präsentiert eine Umfrage zur Motivauswahl von Street-Fashion, lohas.de. berichtet über den Deutschen Verpackungskongress, bei UmweltDialog steht on the Top "Evonik meets Science" und ngo-online thematisiert als erste Nachricht auf seiner Startsite die Frage Windenergie.

Ein Schwenk nun zu den verschiedenen Think-Tanks und Plattformen: Beim Genisis Institute stammt die letzte aktuelle Meldung vom 20. März 2010 und kündigt eine neue Zeitschrift an, der Rat für Nachhaltige Entwicklung präsentiert am 4. Juni seine letzte Pressemitteilung, in der Hauff die Elektroauto-Initiative kritisiert, UPJ stellt den Jahresbericht 2010 des UN-Global Compacts vor, respACT austria berichtet über seine neue CSR-Landkarte, CSR in Deutschland weist als jüngste Meldung das Gespräch zwischen dem indischen Staatssekretär Bandyopadhyay und Staatssekretär Storm auf, die Bertelsmann-Stiftung stellt die soziale Frage nach Arbeitsmarkt und Demographie sowie ihre aktuelle Studie zu Bildung, die Global Marshall Plan Initiative fragt nach wie vor "Klimawandel nach Kopenhagen", das Ökosoziale Forum Deutschland publiziert einen Kommentar zur Finanzkrise, der auf Glocalist publiziert wurde und B.A.U.M. berichtet unter "Aktuelles" über ausgezeichnete Mobilitätskonzepte und als letzte aktuelle Pressemitteilung findet man "Fürstlicher Glanz im Hamburger Rathaus".

So und ähnlich könnte man nun die Liste fortsetzen; bis auf sehr wenige Ausnahmen, ist die soziale Dimension der Nachhaltigkeit aktuell nicht Agenda und nicht im Blick. Und das ist ein Problem.


(Anmerkung: Die dargestellten Fakten bilden den Stand vom 15. Juni 2010 ab).

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