CSR, Corporate Social Responsibility, findet eine immer weitere Streuung in Unternehmen und damit in der Gesellschaft – in der Theorie. In der Praxis trifft man aber hauptsächlich auf große, global agierende Unternehmen, die regelmäßig CSR-Berichte vorlegen.
Schnell tritt hier der Verdacht des Greenwashings auf: Was steckt wirklich dahinter? Sind es lediglich Zahlen und Fakten, die den Blick von den Nicht-CSR-konformen Berichten ablenken sollen?
Regelmäßige Untersuchungen und Forschungen zeigen indes immer wieder, dass CSR an vielen Stellen einen Beitrag zu sozialverantwortlichem Handeln in und für die Gesellschaft leisten kann.
Und was genau bietet die Toolbox von CSR Europe?
Es werden Tools angeboten, die zur Förderung einer gesunden und vielfältigen Arbeitsumgebung beitragen, um die Kreativität und die Produktivität eines Unternehmens zu steigern. Mit dem zweiten Tool werden Instrumente zur Entwicklung von Skills der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gereicht, um das ökonomische Wachstum voranzutreiben.
Ein weiteres Tool bietet Werkzeuge an, um der gesteigerten Nachfrage nach neuen Businessmodellen und Partnerschaften gerecht zu werden, die zu mehr Innovationen und Wachstum führen. Damit wird ein Weg eröffnet, den aktuellen Marktanforderungen gerecht zu werden.
Das vierte CSR-Tool leistet Hilfestellung bei der Reduzierung des Fußabdrucks entlang der Wertschöpfungskette. Dahinter steckt die Überzeugung, dass dies sowohl neuen ökonomischen, ökologischen als auch sozialen Nutzen bringt und damit neue Geschäftsmöglichkeiten herbeiführt.
Das fünfte und letzte Tool schließlich soll eine offene und ehrliche Kommunikation erleichtern, die besonders in Zeiten unsicherer Märkte dringend notwendig sind, um Vertrauen zu erzeugen.
Für all diese Tools stellt die Toolbox Materialien, Best Practices direkt aus der Praxis und weiterführendes Material zur Verfügung.
Die Tools an sich sind wiederum in einzelne Unterkategorien unterteilt, so dass eine weite Bandbreite an Themen berücksichtigt wird.
Auf den ersten Blick erscheint das Angebot ansprechend, übersichtlich und hilfreich. Versetzt man sich aber in die Position eines kleinen Unternehmens, könnte es passieren, dass die Namen der Firmen, die an der Zusammenstellung beteiligt gewesen sind, eher eine abschreckende Wirkung hervorrufen.
Mit den großen beteiligten Firmen werden entsprechend größere finanzielle Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten in Verbindung gebracht, über die viele kleine und mittelständige Unternehmen oft nicht verfügen.
Der scheinbare Umkehrschluss ist schnell vollzogen: Eine kleine bzw. mittelständige Unternehmung zieht CSR-Aktivitäten erst gar nicht in Betracht, weil die Kapazitäten scheinbar nicht vorhanden sind.
Dass dem nicht so ist, wird leider nicht kommuniziert.
Doch schon kleine Schritte bringen auch dem kleinsten Unternehmen Vorteile: Auch hier profitiert man von gut aus- und fortgebildeten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, auch hier führen eine angemessene Gesundheitsförderung und Raum für Kreativität am Arbeitsplatz zu sozialen und ökonomischen Vorteilen. Auch das kleinste Unternehmen hat einen wirtschaftlichen Nutzen, wenn es darauf achtet, seinen Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette zu minimieren – nicht zu sprechen vom ökologischen Mehwert, der daraus resultieren kann.
Die Toolbox des CSR Europe ist einen gute Sache. Und sie wird auch eine nachhaltig gute Sache, wenn sie den Weg von der Plattform großer, global agierender Unternehmen zu den mittelständischen und kleinen Unternehmen findet. Diese sind es doch, die in unseren Gesellschaften einen Großteil des ökonomischen Potenzials ausmachen. Dieses Potenzial kann genutzt werden - nein, es muss genutzt werden.
Die Box kann eine Chance für den Mittelstand sein, wenn es denn gelingt, die Transfermöglichkeiten der vorgestellten Herangehensweisen und Best Practices plausibel auf den Alltag der sozial verantwortlichen, kleineren und mittleren Unternehmen zu übertragen.
Autorinnenotiz: Susanna Hölscher hat im Rahmen des Studiums der Umweltwissenschaften (Fernuniversität Hagen) ihre Masterarbeit zum Thema „CSR als Wettbewerbsfaktor in der Baubranche“ verfasst.
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Samstag, 4. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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