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Dresden: Ein Triumph der Bürgergesellschaft


Berlin/Dresden (15.2.02): Zum ersten mal seit 12 Jahren konnte der Missbrauch des Gedenktages an den Bombenangriff auf Dresden durch Nazis verhindert werden. Von Christian Neugebauer
Denn die Schuld an der Bombardierung Dresdens vor 65 Jahre liegt bei den Nazis. Am Anfang war Auschwitz-Birkenau und die Verbrechen des Nationalsozialismus.

Dies wollten rund 5.000 Nazis am 13. Februar in Dresden wieder mal mit ihrer Geschichtsklitterung umdrehen. Rund 15.000 entschlossene Bürgerinnen und Bürger und eine noch mehr entschlossenere antifaschistische Bewegung rund um die zivilgesellschaftlichen Initiativen "Nazifrei-Dresden stellt sich quer" und "no pasaran" haben durch ihre Sitzblockaden klar gemacht, dass "diese Bande nicht hier her gehört", so Helma Orosz, Oberbürgermeisterin von Dresden. Der Verdienst liegt bei den zivilgesellschaftlichen Organisationen, die eine Versammlung der Nazis durch ihre Sitzblockaden in der Neustadt unmöglich machten. Es wäre nur gerecht und anständig, wenn die Oberbürgermeisterin dies anerkennen und würdigen will.

Einmalig bleibt aber nicht nur, dass durch das entschlossene Vorgehen der Zivilgesellschaft, den Nazis nichts anderes übrig blieb als eine Stehdemo zu veranstalten, die dann um 17.00 Uhr von der Polizei aufgelöst worden ist, sondern auch, dass sich alle Parteien Seite an Seite einfanden: Von DIE LINKE bis zur CDU. Und das ist auch die einzige richtige Antwort gegen den Rechtsextremismus. Sie sind deklarierte Feinde der Demokratie und Menschenrechte und deshalb müssen auch alle demokratischen Kräfte dagegen anstehen.

Dresden wurde am 13. Februar zu einer ersten gemeinsamen Festung gegen Dummheit und Intoleranz und darauf darf Dresden, darf Deutschland stolz sein. Denn in Dresden wurde der größte Naziaufmarsch Europas erstmalig verhindert. Mehr kann man nicht verlangen, weniger darf man nicht fordern.

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