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Google aussperren


Berlin (26.5.10): Es ist ein Knalleffekt, den Murdoch mit der "Times" und "Sunday Times" setzt: Künftig keine kostenlose Webinhalte und Aussperrung von Google. Aus Perspektive der Nachhaltigkeit der richtige Schritt. Von Christian Neugebauer
Die Krise der Journalismus und der Verlagshäuser hat einen Namen: Google. Und die Verlagshäuser haben diese Krise selbst mit verursacht, da sie ihre Inhalte kostenlos für Click-Raten hergaben. Die Taube am Dach war mehr wert als der Spatz in der Hand.

Click-Raten, die an erster Stelle nicht die Verlage lukrierten, sondern Google, welches auch gleich mal die Nachrichten abgraste und auf Kosten der Verlage kostenfrei zur Verfügung stellt, wurden zur vermeintlichen Währung gehypt. Die Kosten wurden und werden exportiert bzw. blieben bei den Verlagen liegen. Mit anderen Worten, Verlage haben indirekt die Gewinne von Google ermöglicht.

Und die Daten, die Google allgemein angehäuft hat, stellen heute eine Bedrohung für bürgerliche Freiheiten dar. Es ist Zeit, Google in die Schranken zu weisen und Inhalte nicht mehr kostenfrei dieser Suchmaschine zur Verfügung zu stellen. Stell Dir vor, es ist Google, und niemand findet mehr etwas, nur mehr Junknews und PR-Texte.

So ein Modell - Verschenken des Inhalts - kann auf Dauer nicht gut gehen, es ist nicht nachhaltig und ist auch eine bedenkliche bis gefährliche Entwicklung, ja Bedrohung für Demokratie und Menschenrechte, denn beide sind nicht möglich ohne einer freien und unabhängigen Presse.

Jetzt wird von vermeintlichen Experten etwas von Bezahlsperre, Mauern und Absturz des "Traffics" gemurmelt. Sieht man sich die Argumente im einzelnen an, zeigt sich rasch die Absurdität. kein Mensch würde von einer Bezahlsperre sprechen, wenn er zum Bäcker geht, und ein Brot einkauft, die Mauern liegen eher bei Google, die es um die digitalen Dörfer mit seinen Informations- und Datenautobahnen legt und die Menge, die schiere Zahl der sogenannten User wurde und ist der alleinige Maßstab: Quantität vor Qualität, Page Impressions, Singel User, alleine das glaubt man, zählt. Aber man merkt mittlerweile, dass diese Kennzahlen weniger und weniger aussagen, ja irrelevant sind, denn der Leser ist eben kein "User", sondern an erster und letzter Stelle Leser. Das müssen aber auch die Verlage wieder lernen.

Google ist so das Paradigma in der Kommunikationsbranche für Nicht-Nachhaltigkeit. Wer gierig ist und nicht teilt, hat in einer sich wandelnden Welt zur Nachhaltigkeit keinen Platz mehr. Reichen wir freundlich, aber bestimmt, Google den Mantel zum Gehen.

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