Produktqualität, Herstellerperformance, Umwelt- und Sozialverantwortung im Handel – die Liste der individuellen Bewertungsmaßstäbe wird immer länger.
Die Flut der Optionen wie der zur Verfügung stehenden Informationen macht das persönliche Handeln nicht einfacher. Da versprechen über 1.000 Produktlabel den schnellen Rat und das Internet bietet Informationen zu Energiebilanzen von Rind- im Vergleich zu Schweinefleisch, den CO2-Ausstoß von regionalen und importierten Produkten oder zu Arbeitsbedingungen in fernen Plantagen und Fabriken sowie dem heimischen Supermarkt.
Erschwert wird die Informationssuche durch widersprüchliche Botschaften: „Achte auf regionale Produkte“ lautete früher die einfache und leicht verständliche Botschaft. Doch berücksichtigt man Anbau, Lagerung und Transporteffizienz ist diese Aussage nicht immer zutreffend: Ist der spanische Kopfsalat im Winter nicht ökologisch besser als der regionale aus dem Gewächshaus? Ist der Öko-Knoblauch aus Ägypten besser als der konventionelle aus Italien? Greift man zum fair gehandelten Import-Rotwein oder zum Roten von der Saar? Verzichtet man aus ethischen und Klimaschutzgründen auf Fleischgenuss?
Fragen über Fragen, die sich Verbraucher im Dunkel des Warendschungels stellen müssen. Verständlich, dass sich so mancher überfordert fühlt und den Nutzen seiner Maßnahmen anzweifelt. Das führt im schlimmsten Fall zu der Entscheidung, gar nichts mehr zu tun. Doch diese Entscheidung wäre nicht nur für den Klimaschutz fatal. Schließlich verursacht ein Verbraucher in Deutschland im Durchschnitt über 10 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, die Hälfte davon durch seinen Konsum.
Motivation für den nachhaltigen Konsum ist deshalb zentrale Aufgabe der Verbraucherarbeit. „Nachhaltiger Konsum lohnt sich“, heißt die nicht nur kommunikative Herausforderung. Angesichts widersprüchlich handelnder Verbraucher, ist dies ein nicht einfaches Ziel. Dabei lohnen sich auch kleine Maßnahmen. Auch wenn ein energiesparender Computer alleine nicht das Klima rettet, so macht die Summe der energiesparenden Elektrogeräte einen erheblichen Unterschied – für die Umwelt wie für den Geldbeutel.
Die Vielfalt der Handlungsoptionen bietet aber auch eine Chance. Ob durch Umstieg auf Ökostrom, die energieeffiziente Sanierung oder umweltfreundliche Mobilität - Verbraucher können, je nach individueller Lebenssituation und persönlichem Werteranking, nachhaltigen Konsum in vielen Lebensbereichen umsetzen.
Anzeige
Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



KOMMENTARE
|
|
| << Zurück |
Kommentar
NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.







