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Über das verlorene Vertrauen


Berlin (11.1.10): Eine aktuelle Umfrage in Deutschland hat ergeben, dass 70% der Bevölkerung kein Vertrauen mehr haben in Politik und Wirtschaft. Die Lage in Europa dürfte nicht unähnlich sein. Von Christian Neugebauer

Die Arbeitslosigkeit in Europa erreicht einen neuen Höchststand und Europa dürfte mehr und mehr den Anschluss im Match USA-China um die Führung in der „Wende zur Nachhaltigkeit“ verlieren. Die Wende zur Nachhaltigkeit will in Europa nicht vom Fleck kommen. Mit bedeutsamem Schweigen, kontemplativem „Führen“ und widersprüchlichem Handeln ist kein Staat zu machen: Eine Haltung, die besonders christlich-konservative Politik in Europa auszeichnet. Auf der scheinbar anderen Seite zerbröselt die Opposition, die nicht minder kompromittiert ist.

 

Die Hauptprobleme in Europa sind und bleiben erstens die Verkrustung und die Verschwippschwägerung der Elite, die zunehmend innovationsfeindlich und ängstlich daherkommt, und zweitens der mangelhafte Dialog mit dem Bürger, der sich von den etablierten Strukturen und Institutionen verabschiedet, was ein Alarmsignal für die Politik und Wirtschaft sein sollte, denn es geht im Kern um den Erhalt der Demokratie.

 

Aber, Kritik hört man nicht gerne und schweigt lieber. Dieses Schweigen haben der Bürger und die Umwelt teuer zu bezahlen. Kritische und innovative Geister, gerade auch im Bereich der Nachhaltigkeit, der gerade katholisch zu recht gebetet wird, sind verpönt und man setzt in Politik und Wirtschaft auf Green- und Social-Washing Plattformen, die wohl nicht ganz zufällig alle ihren Sitz in München haben. Was zurück bleibt, ist ein Unbehagen, welches aber nun Füße bekommen hat. Der Bürger hat kein Vertrauen mehr. Der Politik und der Wirtschaft scheint es egal zu sein.

 

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