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Wat denn, Vattenfall, geht´s noch?


Berlin (19.11.09): Vattenfall will den Strompreis erhöhen. Schuld seien die Erneuerbaren Energien. Falscher geht´s nicht mehr. Von Christian Neugebauer

Der Tage haben zahlreiche Berliner Haushalte, die Vattenfall Kunden sind, Post von Vattenfall erhalten. Jenen Stromriesen, der seine Atomkraftwerke nicht in der Hand hat und dessen CEO jüngst von der schwedischen Regierung geschast worden ist. Also, so ein richtiger Vorzeigebetrieb.

 

In diesem Schreiben behauptet Vattenfall für die kommende Strompreiserhöhung sei das Erneuerbare Energie Gesetz schuld. Das ist einfach falsch. Vielmehr sinken die Gewinnspannen auf den großen Strombörsen, weil viel Erneuerbare Energie eingespeist wird. Also, ein Erfolg. Dies läßt freilich die Gewinnspannen schrumpfen, da die Preise fallen. Und dafür, ja das stimmt, sind die Erneuerbaren Energien teilweise mit zuständig, denn die Sonne schickt keine Rechnung.

 

Und zur Erinnerung: Nach eigenen Angaben gingen Vattenfall rund 90 Millionen Euro verloren, weil sie ihren Pannenreaktor Krümmel nicht pannnefrei zum Laufen bringen und er deshalb immer wieder still stehen muss. Ja, sicher, das muss ausgeglichen werden. Man hat ja Verständnis für die darbenden Boninehmer. Der Kunde soll zahlen, um die Gewinne zu sichern.

 

Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen: Es ist nichts gegen Gewinne einzuwenden und die großen Ökostrombetreiber machen auch Gewinne. Vielleicht sollte Vattenfall mal darüber nachdenken, bevor sie Behauptungen in die Welt setzen, die in ihrer Verkürzung so nicht stimmen.

 

Ein Anschreiben, mit einem Einleistungssatz wie "Weil unsere Gewinne auf Grund des Erfolgs der Erneuerbaren Energie sinken, müssen wir die Strompreise erhöhen" kommt wahrscheinlich nicht so gut. Das weiss man auch in der PR-Abteilung von Vattenfall.

 

Aber noch ein zweites macht Ärger: Auf Grund des Erneuerbaren Energie Gesetzes müssen weniger oft konventionelle Kraftwerke hoch gefahren werden. Dies hat der Stromindustrie, die diese Art der Kraftwerke betreibt, rund 3 Milliarden erspart. Nun, wo sind diese 3 Milliarden weiter gegeben worden? Sie sind einfach als Körberlgeld eingestrichen worden. Man gönnt sich ja sonst nichts. Aber das sagt man den Kunden besser auch nicht.

 

 




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