Was hat Überfischung mit Arbeitslosigkeit zu tun? Und wann gefährdet wirtschaftliches Wachstum natürliche Lebensräume? Diese und andere Fragen will die Ausstellung „Ohne Vielfalt der Natur keine Vielfalt der Wirtschaft“ beantworten, so kann man über den Anspruch lesen in der Pressemitteilung von Mars. Vielleicht mag ja Mars dann auch gleich ein paar Fragen an sich selbst beantworten, so die Kritik von PETA, wonach Mars Tierversuche durchführe oder das Engagement von Mars in die höchst umstrittene Nanotechnologie für Nahrungsmittel.
Seit 6. Juli bis zum 15. August ist in der Orangerie des Botanischen Gartens die Ausstellung zu sehen. Kernstück der Ausstellung stellt ein interaktives Terminal dar, sprich eine berührungsempfindliche Oberfläche ermöglicht eine digitale Weltreise, bei der die Besucher die Natur erkunden und Unternehmensprojekte zum Schutz der Biodiversität kennenlernen können.
Die Wanderausstellung ist ein zentrales Element der Business and Biodiversity Initiative „Biodiversity in Good Company“ des Bundesumweltministeriums, der Mars gemeinsam mit mehr als 40 nationalen und internationalen Markenunternehmen angehört. Die Mitglieder verpflichten sich, den Schutz der biologischen Vielfalt in ihr unternehmerisches Handeln und ihre Managementsysteme zu integrieren, was grundsätzlich mal zu begrüssen ist.
Aber wie schon oft - und der aktuelle TEED Report der UN unterstreicht dies - darf man hier Konzernen nicht über den Weg trauen: Sie zerstören aktuell gerade die Artenvielfalt und richten Jährlich einen Schaden von rund 1,7 Billionen Euro pro Jahr an (s.h. dazu Bericht auf Glocalist > bit.ly/cwoAl7 ).
"Der Einsatz für die Biodiversität ist ein wichtiger Baustein des nachhaltigen Wirtschaftens", sagte Thomas Bittinger, Geschäftsführer Mars Chocolate Deutschland, bei der Eröffnung der Ausstellung und man darf ihm Recht geben, doch Skepsis ist angezeigt.
Wie schon auf Glocalist berichtet, hat sich Mars verpflichtet vom Jahr 2020 an nur noch Kakao aus zertifizierter und nachhaltiger Produktion zu verwenden. Man darf gespannt sein. Und vielleicht hilft ja die wirtschaftliche Einsicht, die Bittinger hier ins Treffen führt für die Glaubwürdigkeit des Versprechens: "Eine intakte Biodiversität, etwa im Anbau von Kakao, betrifft unmittelbar unser Kerngeschäft."
Aber dahinter steckt nicht nur reine Nächstenliebe und plötzlich auflohendes grünes Bewusstsein, sondern auch die Tatsache, dass die Kakaofarmen durch mangelhafte Reinvestitionen - bedingt durch aggressives Preisdumping der Hersteller und Abnehmer - keine hinreichende Qualität wie Quantität liefern können, was den Marktpreis für Kakao in den letzten Jahren explodieren ließ. Und Kritik erntet Mars auch, weil es seinen aktuellen wie künftigen fairen Ankauf von Kakao durch die Rain Forrest Alliance zertifizieren läßt, die in der Kritik steht, niedrigere Anforderungen als Transfair aufzuweisen.
Völlig unverständlich bleibt aber auch, dass dezidierte Medien der Nachhaltigkeit - wie das Forum Nachhaltig Wirtschaften aus München - völlig unkritisch mit der Übernahme der Mars Pressemitteilung berichten
Wann & Wo
Orangerie im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
6. Juli bis 15. August 2010
Montag bis Freitag 08:00 - 18:30
Samstag 13:00 - 18:30
Sonn- u. Feiertage 10:00 - 18:30
Eintritt: frei (Angabe ohne Gewähr)
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Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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