Seit zehn Jahren ist Günter Faltin der weltgrößte Importeur von Darjeeling-Blatt-Tee. Sein Erfolgsrezept: Der Professor für Entrepreneurship an der FU Berlin bewies, dass man sich durch radikales und intelligentes Umdenken beim Teehandel (u.a. Konzentration auf nur ein Produkt, Ausschaltung des Zwischenhandels) mit wenig Startkapital am Markt durchsetzen und dabei auch noch eine für Kunden nutzbringende Alternative anbieten kann. Mit seiner „Teekampagne” überholte er in seinem Segment große Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie wie Lipton oder Unilever. Sein Wissen und seine Erfahrung gibt Faltin an junge Gründer in seiner Stiftung Entrepreneurship und in seinem Think Tank „Labor für Entrepreneurship“ weiter.
Mit seinem neuen Buch „Kopf schlägt Kapital - Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein” (Hanser Verlag, Veröffentlichung am 4. September 2008, ISBN-13: 978-3-446-41564-5) attackiert Faltin die Einseitigkeit der Gründerberatung in Deutschland. In einem “Land der Ideen” würden konzeptkreative Gründer in die Betriebswirtschaftslehre gejagt; besser wäre es, ihnen den Raum zu lassen, den sie benötigen, um an ihren Konzepten zu feilen. Konventionelle Betriebswirtschaftslehre ist gut gemeint, schreckt aber gerade Menschen mit kreativen Konzepten eher ab. Stattdessen sollte man ihnen Möglichkeiten aufzeigen, sich vom Ballast des Alltagsgeschäfts zu lösen, um am eigenen Unternehmenskonzept zu feilen.
Faltins Credo, Entrepreneurship statt „Business Administration“ in den Vordergrund zu stellen, ist dabei eine ausdrückliche Ermutigung für Menschen, die sich Fragen stellen wie: „Was ärgert mich an gängigen Produkten?” oder „Was fehlt in meinem Alltag?”, und die ihre Antworten auch ohne komplizierte Patente und kapitalkräftigen Background in die Tat umsetzen wollen.
Schon das herkömmliche Schulsystem schade dem Entrepreneurship mehr als es nutze. „Ein weites potentiell ertragreiches Feld” bleibe so brach liegen. Auch in der bürokratischen Verhinderung von „Garagen-Gründungen“ seien die Deutschen führend. Mit seiner internationalen Erfahrung fordert Faltin einen einjährigen Freiraum vor der Flut bürokratischer Regularien für Gründer. Faltins Entrepreneure sind „normale Menschen mit ausgefeilten Ideen”. Sie erweitern das Feld der High Potential-Gründer, das sonst unzulässigerweise fast nur in HighTech-Gründungen gesehen wird.
Dieses Buch ist eine Chance für Menschen mit Ideen, die engagiert sind, die etwas verbessern wollen.
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Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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