Seit der belgischen Chemikers Leo H. Bakeland vor rund 100 Jahren das erste vollsynthetische Produkt aus Erdöl (Bakelit) entwickelte, leben wir immer in einer Plastik-Welt, die Umwelt bedroht und Ressourcen vernichtet.
Voriges Jahr im Sommer, Glocalist Medien haben darüber berichtet, hat der Regisseur ein crwod-financing zur Finanzierung des Films organisiert; es kamen so die notwendigen Mitteln von rund 1,4 Millionen Euro zusammen, um die aufwendige Recherche filmisch zu realisieren. Das Resultat wurde schließliich u.a. beim Internationalen Filmfestival von Dubai präsentiert und löst möglicherweise eine weitreichende politische Entscheidung aus: die Vereinigten Arabischen Emirate erwägen ein Verbot für Plastiktüten ab 2012.
In dem Film dreht sich alles um den ewigen Stoff Plastik, der vor gut 100 Jahren erfunden worden ist. Seine Grundstoffbasis ist Erdöl und verrottet de facto nicht. Jährlich macht die Plastikindustrie einen Umsatz von geschätzten rund 800 Milliarden Euro. Es ist so ein mächtiger Wirtschaftszweig. Und an nahezu keinem Ort der Welt findet man nicht Plastik.
Die Menge an Kunststoffen, die wir seit Beginn des Plastikzeitalters produziert haben, reicht aus, um unseren gesamten Erdball sechs Mal mit Plastikfolien einzupacken. Plastik ist billig und praktisch. Wir sind Kinder des Plastikzeitalters - vom Babyschnuller bis zur Plastikdose für das Müsli, von der Quietscheente bis zum Rechner, an dem dieser Text getippt wird! Kunststoffe können bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit ihren unbekannten Zusatzstoffen das Hormonsystem schädigen.
Laut einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) treiben bis zu 18.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer der Weltozeane.
Der Regisseur Werner Boote recherchierte über zehn Jahre lang die Folgen dieser Errungenschaft. In seinem investigativen Kinodokumentarfilm PLASTIC PLANET zeigt er in eindrucksvollen Bildern, dass Plastik zu einer globalen Bedrohung geworden ist. Er stellt Fragen, die uns alle angehen: Warum reagiert die Industrie nicht auf die Gefahren? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Gedreht wurde an Originalschauplätzen in vielen Ländern Europas, Afrikas, Asiens und über dem Pazifik.
Zu dem Film gibt es eine sehr informative Website rund um Plastik, die gleichfalls sehr sehenswert ist.
Web > www.plastic-planet.de/index.html
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