Die CD-Verkäufe, sind zusammengebrochen, die bezahlten Downloads entwickeln sich nicht schnell genug, der Live-Markt stößt an seine Grenzen. Die Nerven liegen bei allen Seiten blank: Auf youTube stellen Sympathisanten der Piratenpartei befragt nach zukünftigen Einkünften für Musiker fest "Künstler könnten ja auch mal arbeiten gehen", Mitglieder des Bundesverbands verschicken derweil Emails in denen es heisst man solle "die Piratenpartei endlich hinter schwedische Gardinen bringen".
Das Problem wird aber weder durch Anarchie noch durch totale Kontrolle des Internet gelöst werden können. Höchste Zeit, dass man miteinander spricht und um Lösungen ringt, zeigen sich die Veranstalter einer "Popkomm von unten" überzeugt: Unterschiedliche Berliner Akteure aus der Internet-, Musik- und Veranstaltungs- und Kommunikationswirtschaft sehen die Absage der Popkomm als Chance, in kürzester Zeit eine Alternative zu stemmen.
Vom 16. bis einschließlich 18. September, also genau an den Tagen, da die Messe hätte stattfinden sollen, richten sie die all2gethernow (kurz a2n) aus. An den ersten beiden Tagen wird in der Münze (direkt hinter dem roten Rathaus) auf Augenhöhe mit Politkern nahezu aller Parteien, Verantwortlichen aus Verbänden und Verwertungsgesellschaften, Labelchefs, Netz-Aktivisten, aber eben auch Musikern und Konsumenten in einem Barcamp um Lösungen gerungen. 50 unterschiedliche Themenblöcke sind bereits für die Workshops angemeldet worden. Das Themenspektrum geht von der Zukunft der Verwertungsgesellschaften (u.a. mit dem Justitiar der GEMA), bis zum Zusammenspiel von Film und Musik bis zur Green Music Initative die sich um Nachhaltigkeit auch bei der Produktion musikalischer Güter bemüht.
Die Ergebnisse aus den ersten beiden Tagen werden zusammen mit bereits erfolgreich praktizierten Lösungen für die Musikwirtschaft am 18.9. im Radialsystem auf der a2n Konferenz präsentiert. Hier tragen zum Beispiel Manager von Konzernen wie Bertelsmann und Pro7/SAT1, aber auch von kleinen Bands in Form kurzer Impulsvorträge vor, wie sie bereits Musikwirtschaft jenseits der herkömmlichen Wege betreiben. Vertreter der Isle of Man erklären wie ihre Kultur-Flaterate funktioniert, Jim Griffin wie er mit Chorrus in den USA Studenten legal und pauschal mit Songs aller Plattenfirmen versorgt und der Futurologe Gerd Leonhard zieht anhand von Streaming-Diensten die Analogie zwischen Musik und Wasser. Über ein Dutzend mal wird auf der Konferenz anhand praxiserprobter Beispiele vorgestellt, wie die Zukunft der Musik- und Medienbranche aussehen könnte.
Begleitet wird das ganze von über 120 Events wovon die erste die Auftaktveranstaltung am 15.9. im Kesselhaus mit T.Raumschmiere feat.Kryptic Joe (Deichkind) und vielen anderen ist. Die Party zum Start der a2n kostet 9 Euro, das Barcamp zum diskutieren für beide Tage zusammen 20 Euro und die Konferenz zum zuhören 35 Euro. Alles zusammen gibt es im Paket für 50 Euro.
Mehr Informationen unter >> www.a-2-n.de
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Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



KULTUR
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