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KULTUR

Tagung: Biopolitik, Bioökonomie und Biopoetik


Düsseldorf (19.1.10): An der Heinrich-Heine Universität in Düsseldorf findet vom 20.1 bis 23.1. eine internationale Fachtagung zur Frage "Leben in der Krisis" statt oder warum Foucault wichtiger denn je ist.
Das Seminar Romanistik 1 der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Dr. Vittoria Borsò organisiert vom 20. bis 23. Januar die internationale Konferenz "Biopolitik, Bioökonomie und Biopoetik im Zeichen der Krisis".

In diesem Rahmen diskutieren internationale Experten verschiedener Fachdisziplinen und Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland und Italien über Konzepte von "Leben" in der heutigen unsicheren Zeit. Die Tagung will eine Debatte zwischen politischer Philosophie, Kulturwissenschaft und Volkswirtschaft um das Verhältnis von Ökonomie, Politik und Leben spannen.

Am 22. Jänner findet dazu eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Hans Ulrich Gumbrecht (Stanford University) und Justus Haucap (Düsseldorf Institute for Competition Economics) statt mit dem Thema "Die Kunst, das Leben zu 'bewirtschaften'", die im Düsseldorfer Industrieclub um 19.00 Uhr startet.

"Wir möchten die Forschungen unseres Instituts näher an das aktuelle Geschehen heranrücken. Dazu gehört auch die Wahl gesellschaftlich relevanter Themen für unsere Fachkonferenzen oder Graduiertentagungen", erklärt Prof. Dr. Vittoria Borsò zum Hintergrund der Veranstaltung.

"Die Studien von Michel Foucault zu den Steuerungsmechanismen unserer liberalen Gesellschaft sind aktueller den je. In der Krise geraten Selbstverständlichkeiten und bewährte Paradigmen ins Wanken. Die politische, gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Ordnung entlarvt sich dabei als relativ. Das produziert Unsicherheit, aber auch die Chance, neue Wege zu gehen. So lassen sich die ordoliberalen Mechanismen und ihre Grundlagen analysieren, nämlich der Glaube an eine 'natürliche' Verbindung von gesellschaftlichem Wohl und Wachstum. Diese Grundlagen sind ja in der aktuellen globalen Krise nicht mehr sicher, aber diese Unsicherheit heißt auch, dass die Zukunft wieder offen ist: Für die Politik, die Wirtschaft und die Kultur, die nun stärker denn je zusammenarbeiten müssen", kommentiert die Organisatorin der Tagung.

Zu den Referenten der Tagung zählen u.a.: Prof. Dr. Philipp Sarasin (Geschichte, Universität Zürich), Prof. Dr. Salvo Vaccaro (Politische Philosophie, Universität Palermo), Prof. Dr. Laura Bazzicalupo (Bioökonomie, Universität Salerno), Prof. Dr. Christian Marazzi (Volkswirtschaft, Universität Lugano), Prof. Dr. Luis Villacanas (Philosophie Universität Madrid), Prof. Dr. Thomas Lemke (Sozialwissenschaften, Universität Frankfurt am Main) und Prof. Dr. Michele Cometa und Vittoria Borsò (Kulturwissenschaft, Universität Palermo bzw. Düsseldorf).

Die Evaluation der Tagung sowie die Debatte im Industrieclub übernimmt der renommierte Romanist und Kulturwissenschaftler Hans-Ulrich Gumbrecht, Professor an der US-amerikanischen Stanford.

Tagungsprogramm >> www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/biopolitik


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