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KULTUR

Theaterprojekt als soziale Innovation ausgezeichnet


Wien/Graz (4.5.10): SozialMarie zeichnet steirisches Theaterprojekt „Kein Kies zum Kurven Kratzen“ als beste soziale Innovation aus.
Zum sechsten Mal wurden am 1. Mai in Wien die 15 herausragendsten sozialen Innovationen mit einem Gesamtwert von 42.000,- Euro ausgezeichnet.

Das Theaterstück „Kein Kies zum Kurven Kratzen“ aus Graz erreichte den mit 15.000 Euro dotierten ersten Platz der SozialMarie 2010. Die Kraft des Theaters wird genutzt, um sich mit dem Thema „Neue Armut" auseinanderzusetzen.

Auf Basis des Forumtheaters wird seit 2007 von armutserfahrenen Menschen aus der ganzen Steiermark unter professioneller Anleitung von InterACT die neue Armut thematisiert und bearbeitet. Die Politik in Stadt und Land wird immer wieder damit konfrontiert – bis sie zB Gesetze ändert…

Mit dem zweiten Preis im Wert von 10.000 Euro wurde das Projekt „LebensDESIGN“ aus Salzburg prämiert. Rund 70 Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung fertigen in den Werkstätten der Lebenshilfe Salzburg hochwertige Designerprodukte aus Holz, Ton, Wachs und Textil in den Bereichen Möbel, Lampen, Accessoires und Spiele.

Die Produkte werden von StudentInnen des Studienlehrgangs Design und Produktentwicklung der Fachhochschule Salzburg unter Anleitung des Senior Designers des Porsche Design Studios entwickelt und von Porsche Design vermarktet

Das Wiener Sozialprojekt „Balu und Du“ wurde mit dem mit 5000 Euro dotierten dritten Preis ausgezeichnet. SchülerInnen der Ganztagsvolksschule Europaschule werden von Studentinnen der Pädagogischen Hochschule Strebersdorf unterstützt. Die ‚Moglis’ werden von den ‚Balus’ in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung begleitet.

Sie treffen sich regelmäßig, einmal pro Woche und in den Ferien, ein ganzes Schuljahr lang, teilweise auch danach. Sie gehen miteinander ins Museum, zu Veranstaltungen, betreiben Sport, kochen, werken, reden – Balus stehen den Moglis als zusätzliche Bezugsperson zur Verfügung.

Den Ehrenschutz haben dieses Jahr Frau Drin Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, und Herr Dr. Fritz Panzer, Geschäftsführer Verlag Carl Ueberreuter, übernommen. Sie werden sich speziell für das Projekt „Lasst die Welt herein – Ich möchte – mich sein“ einsetzen. Für sie war die Frage der Autonomie und Selbstbestimmung alter (oder dementer) Menschen letztlich ausschlaggebend, sich verstärkt für dieses Projekt zu engagieren.
Der ungarische Schriftsteller Miklos Vámos, ebenfalls Ehrenschutz der diesjährigen SozialMarie, wird dem Projekt „Magdi“ aus Ungarn bei seiner Medienarbeit behilflich sein.

Alle seit 2005 eingereichten Projekte sind in einer Online-Projektdatenbank gesammelt und öffentlich zugänglich. Somit können sie als Vorbild für andere Interessierte dienen und zur Nachahmung motivieren. Zusätzlich haben sozial engagierte Unternehmen die Möglichkeit Initiativen auszusuchen, die sie unterstützen wollen > www.sozialmarie.org

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