Hintergrund und Anlass für den 10-Punkte Plan ist, dass die EU 2010 zum Jahr der biologischen Vielfalt ausgerufen hat. Der Plan von Pro Wildlife enthält unter anderem die Forderungen, den Beifang zu reduzieren und strengere Kontrollen auf See durchzuführen. Zentraler Punkt des Plans ist außerdem eine Neuausrichtung der Fangmengen nach ökologischen Kriterien: "Bisher verteilte die EU die Fangquoten danach, wie viel die Fischereilobby verlangt – und nicht, wie viel die Meere vertragen", kritisiert Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife.
Hintergrund wie zahlreiche Umweltschutzorganisationen von Greenpeace bis WWF ausführen ist, dass die Weltmeere dramatisch überfischt sind. So empfiehlt beispielsweise der WWF keinen Thunfisch mehr zu kaufen.
Fangmengen den schwindenden Fischbeständen anpassen
Basis des Zehn-Punkte-Plans ist der Grundgedanke, dass nach Jahrzehnten verfehlter Fischereipolitik nun endlich der Schutz der Fischbestände und der Ozeane im Vordergrund stehen muss. Wichtigster Punkt: Fangmengen dürfen künftig nur nach wissenschaftlichen Kriterien und dem ökologischen Vorsorgeprinzip vergeben werden. In der Vergangenheit wurden die Folgen der Entnahme einzelner Fischarten für das gesamte Ökosystem nicht beachtet – mit teils verheerenden Folgen für die komplexen Wechselwirkungen im Meer.
Beifang reduzieren
Weitere Punkte des Plans betreffen den Beifang: Zahllose unerwünschte Fische, aber auch andere Meerestiere wie Schildkröten, Seevögel und Schweinswale landen in den Fischernetzen. Bisher müssen die enormen Beifangmengen ungenutzt ins Meer zurückgeworfen werden – ohne Menge und Artenspektrum zu registrieren. „Der Beifang unerwünschter Tiere muss reduziert und künftig mit den Fangquoten verrechnet werden“, sagt Altherr. Fischer, die schonende und selektive Fangmethoden und damit geringe Beifangraten haben, sind mit höheren Fangquoten zu belohnen, so eine Forderung von Pro Wildlife.
Mehr Kontrollen
Um zu überprüfen, ob die Regelungen auch umgesetzt werden, verlangt Pro Wildlife mehr Kontrollen auf See. Deutlich höhere und EU-weit einheitliche Strafen sollen künftig den Vollzug der Fischereibestimmungen verbessern. Auch für die boomende Aquakultur müssen ökologische Mindestanforderungen etabliert werden. Hierzu gehören unter anderem strenge Auflagen zu den Haltungsbedingungen der Fische sowie für den Einsatz von Medikamenten- und Pestiziden und zur Fütterungspraxis.
Diese Forderungen hat Pro Wildlife nun der EU vorgelegt. Die Artenschutzorganisation ist Mitglied von OCEAN2012, einem Zusammenschluss europäischer Verbände, die die Plünderung der Meere beenden wollen und sich für eine nachhaltige Fischereipolitik der EU einsetzen. Weitere Forderungen betreffen ein Ende der Fischerei-Subventionierung, den Abbau der Flottenkapazität und Auflagen für Fischerei-Aktivitäten außerhalb der EU.
Download 10-Punkte für nachhaltigen Fischfang > www.prowildlife.de/sites/default/files/Pro%20Wildlife_EU%20Consultation%20CFP%202009.pdf
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Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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