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ÖKOLOGIE

400 Todeszonen am Meeresgrund


Meer (26.7.10): Es findet aktuell ein wenig beachtetes Massensterben am Meeresgrund auf Grund von Sauerstoffmangel statt.
Unsere Meere sind bedroht - das ist kein Geheimnis. Weitgehend unbekannt ist jedoch, dass gefährliche Sauerstoffarmut in unseren Ozeanen immer öfter für Massensterben am Meeresgrund sorgt. Tatsächlich bilden sich in letzter Zeit gehäuft sogenannte "Todeszonen", also Zonen, in denen zu wenig Sauerstoff im Wasser vorhanden ist.

Ihr Entstehen ist unter anderem auf verschmutzte Flüsse und globale Erwärmung zurückzuführen. Weltweit gibt es bereits 400 Todeszonen und ihre Fläche beträgt insgesamt mehr als 250.000 Quadratkilometer - so groß wie Deutschland.

In diesen Zonen kämpfen Tiere um verschwindenden Sauerstoff - erfolglos, diese immer öfter auftretenden Sauerstoffkrisen enden meist mit Massensterben. Ein Team von ForscherInnen hat es geschafft, das Verhalten der Organismen bei sinkendem Sauerstoffgehalt aufzuzeichnen. Dafür wurden mit einem eigen entwickelten Unterwassergerät Todeszonen am Grund der Adria nachgestellt.

Was sich im Detail in einer solchen Zone abspielt, war bislang nahezu unerforscht. Forscher aus Wien haben es nun erstmals geschafft, Sauerstoffkrisen im Meer kleinsträumig nachzustellen. Mit Hilfe ihres Projektes können diese frühzeitig erkannt werden und damit kann ein entscheidender Beitrag zu deren Verhinderung geleistet werden. Den Schlüssel dafür liefern die bedrohten Tiere selbst - durch ihr Verhalten.

Wenn sich der Sauerstoffgehalt des Wassers verändert, ändern auch Meeresbewohner ihr Verhalten. Darauf baut das Projekt eines Forschungsteams an der Universität Wien auf, wie Dr. Michael Stachowitsch vom Department für Meeresbiologie erklärt:

"Wir erforschen, was sich im Detail am Meeresgrund der Adria abspielt, wenn der Sauerstoff zur Neige geht und zwar davor, währenddessen und danach. Dabei beobachten wir, wie die Tierarten auf den Sauerstoffmangel genau reagieren. Manche beispielsweise versuchen zu fliehen und drängen nach oben in höhere Wasserschichten. Andere wiederum vermindern ihre Aktivität oder legen komplett unnatürliches Verhalten an den Tag. Das Ziel unseres Projektes war es, einen detaillierten Katalog zu erstellen, der genau diese Verhaltensweisen beschreibt und einem bestimmten Sauerstoffgehalt im Wasser zuordnet."

Sauerstoffmangel ist es auch, der aktuell die Ostsee zu kippen droht, wie eine aktuelle WWF-STudie ausführt. Die Blaualgen vermehren sich dramatisch, wodurch die Ostsee erstickt wird. Auch hier sind die Ursachen die gleichen: Zuviel Abwässer, Klimawandel und ökologischer Raubbau (s.h. Bericht auf Glocalist > bit.ly/cHqQIG ).

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