Von dieser Falschdeklaration nach Recherchen der Financial Times Deutschland sind in Deutschland große Modeunternehmen betroffen wie H&M oder Tschibo.
Und dass nicht alles "grün" ist in der Öko-Fashion Branche unterlegte auch jüngst eine Studie des SÜDWIND-Institut wie auf Glocalist berichtet (> bit.ly/5bHlgu ). Das Problem sind mehr und mehr die Zertifizierungsstellen, wo unklare Interessenskollissionen vorliegen.
So haben Glocalist Medien schon 2008 berichtet, wonach der Journalist Jan Braunholz in seinem Artikel "Wettlauf um die braune Bohne" schwere Vorwürfe gegen Transfair erhebt. Er schreibt:
"Auch in Chiapas regt sich Widerstand, aber nicht gegen die Kaffeekonzerne, sondern gegen die "Fair Label Organisation" und deren deutschen Ableger Transfair. Die niedrigen Abnahmepreise und die hohen Gebühren von FLO und der Bio-Zertifizierungs-Organisation CERTIMEX (Certificadora Mexicana de Productos y Procesos Ecologicos) machen den Kooperativen zu schaffen. Noch mehr Angst macht den Kleinbauern die Idee von FLO, auch die Großgrundbesitzer in den Fairhandel einzubeziehen. Dies und der Eindruck, dass FLO sich zunehmend Großkonzernen annähere, führt zu einem immer stärkeren Vertrauensverlust bei Produzenten und Konsumenten. Viele Kleinbauern, die bisher bei Fairtrade mitmachten, verkaufen inzwischen wieder an "Coyotes", die Zwischenhändler der Kaffeekonzerne."
Zurück zum aktuellen Bio-Schwindel um angeblicher Bio-Baumwolle, der auf ein Strukturproblem hinweisen dürfte: Es handelt sich mittlerweile um einen Milliardenmarkt für Bio-Baumwolle. Er wird auf rund 6 Milliarden Euro geschätzt und weist in den letzten vier Jahren ein explosionsartiges Wachstum auf von rund 20.000 Tonnen im Jahr 2005 auf rund 150.000 Tonnen im Jahr 2008.
So schreibt die FTD in ihrer heutigen Ausgabe: "Textilhändler arbeiten für ihre Biolabel üblicherweise mit privaten Zertifizierern zusammen. Diese sollen für sie überprüfen, ob Produzenten die Ökostandards einhalten. Im indischen Betrugsfall belangten die Behörden die Anbieter Ecocert aus Frankreich und Control Union (Niederlande) laut Apeda-Direktor Dave mit Geldstrafen in Höhe von umgerechnet mehreren Zehntausend Euro." Aufgedeckt wurde der Betrug durch indische Behörden.
Und die FTD zitiert Lothar Kruse vom Labor impetus in Bremerhaven, der die Garne kleiner Ökoanbieter untersucht: "Etwa 30 Prozent der Biobaumwollproben sind gentechnisch verändert", sagte der Experte. Dies sei ein Skandal: "Wer Bio kauft, will sicher kein Gentech."
Aktuell feiert sich gerade in Glanz und Glamour die Öko-Fashion Szene in Berlin im Rahmen TheKey. Nicht nur auf Grund rauschender Parties wird man wohl bald mit einem Kater aufwachen. Jetzt ist von den Öko-Fashion Anbieter pro-aktiv die Evaluierung ihrer Supply-Chain gefordert und ein kritisches Nachgucken mit einer transparenten Kommunikation.
>>>
Werbung: Fördern Sie eine unabhängige Berichterstattung und Presse für Nachhaltigkeit auf Social Business Grundlagen. Werden auch Sie Abonnent der Glocalist Medien - Medien für Nachhaltigkeit > www.glocalist.com/abonnement/
Anzeige
Samstag, 11. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



ÖKOLOGIE
|
|
| << Zurück |
Kommentar
NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.







