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ÖKOLOGIE

Bio-Baumwolle Schwindel: armedangels reagiert


Berlin (29.1.10): Die Öko-Modebranche kam in den letzten Wochen - trotz wie wegen der grünen Fashion-Show TheKEY.to in Berlin - unter starken Glaubwürdigkeitsdruck. Schweigen war bisher die Haltung, sieht man von einigen selbsternannten Blogerexpert/innen in Sachen Öko-Mode ab, die da wieder große Verschwörungen am Werke sehen. armedangels räumt ein, dass sie möglicherweise auch vom Zertifizierungsschwindel betroffen sein können.
Zur Erinnerung: Zuerst kam die Studie des SÜDWIND-Institut, die der Öko-Branche ein denkbar schlechtes Zeugnis ausstellte (s.h. Bericht auf Glocalist > bit.ly/5bHlgu ). Dies war im Dezember voriges Jahr. Die Reaktionen waren eher von Arroganz geprägt und auch sehr unwirsch als Glocalist zur Gegenrecherche bei beispielsweise armedangels nachfragte.

Im Jänner des Jahres wurde in einem Artikel in der Financial Times Deutschland schließlich ein Zertifizierungsschwindel in Sachen Bio-Baumwolle aus Indien aufgedeckt. Zahlreiche Medien so auch die Glocalist Medien haben darüber berichtet (s.h. Bericht > bit.ly/7oPAi9 ).

So schreibt die FTD in ihrer Ausgabe vom 22. Jänner: "Textilhändler arbeiten für ihre Biolabel üblicherweise mit privaten Zertifizierern zusammen. Diese sollen für sie überprüfen, ob Produzenten die Ökostandards einhalten. Im indischen Betrugsfall belangten die Behörden die Anbieter Ecocert aus Frankreich und Control Union (Niederlande) laut Apeda-Direktor Dave mit Geldstrafen in Höhe von umgerechnet mehreren Zehntausend Euro." Aufgedeckt wurde der Betrug durch indische Behörden.

Und die FTD zitiert Lothar Kruse vom Labor impetus in Bremerhaven, der die Garne kleiner Ökoanbieter untersucht: "Etwa 30 Prozent der Biobaumwollproben sind gentechnisch verändert", sagte der Experte. Dies sei ein Skandal: "Wer Bio kauft, will sicher kein Gentech."

In seiner aktuellen Pressemitteilung fragt nun armedangels, wie dieser Skandal sie nun betrifft? "Da die angeprangerten Zertifizierer Ecocert und Control Union einen sehr großen Teil des ökologischen Anbaus prüfen, ist nicht auszuschließen, dass auch armedangels von dem Skandal betroffen ist und hier unwissentlich mit nur vermeintlich „sauberer“ Baumwolle gearbeitet hat."

armedangels versucht nun die Situation bestmöglich zu prüfen, um herauszufinden, ob das Label in den Skandal verwickelt ist oder nicht. Der besagte Garnlieferant hat Kontakt zu den Zertifizierern und Lieferanten aufgenommen und unternimmt alles ihm Mögliche, um die Situation schnell aufzuklären, führt arnedangels aus. Darüber hinaus wurden unabhängige Testinstitute beauftragt Proben zu entnehmen und diese auf eine eventuelle Genmanipulation zu prüfen. Mit den Ergebnissen wird in den kommenden Tagen gerechnet.

„Wir hoffen, dass uns die Testergebnisse von dem Vorwurf entlasten, müssen aber damit rechnen, dass auch wir betroffen sind,“ sagen Anton Jurina und Martin Höfeler, die die Marke armedangels und schließt in bester PR-Sprech Manier: „Wir bemühen uns um eine vollständige Aufklärung. Sobald es neue Informationen gibt, werden wir diese der Öffentlichkeit sofort mitteilen,“ sagt Anton Jurina.

Greenpeace schreibt zum Bio-Schwindel: "Gut ist: Der holländische Zertifizierer Control Union wurde bei Schludrigkeiten erwischt, mit einer Geldstrafe belegt und für ein Jahr von jeder Kontrolle in Indien ausgeschlossen. Das belegt, dass schwarze Schafe auffliegen und die Biobranche genau hinguckt. Schlecht ist aber, dass die Öffentlichkeit über diese Schludrigkeiten und das Fehlverhalten nicht ausreichend informiert wurde. Verbraucher haben ein Recht zu erfahren, ob die Ware die sie kaufen, auch hält, was sie verspricht.", warnt aber davor, gleich das Kind mit dem Bade auszuschütten.

Jedenfalls ist anerkennend hervorzuheben, dass man von kruden Verschwörungstheorien Abstand nimmt und die Faktenlage überprüfen will.

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