Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat das Zertifizierungssystem "International Sustainability and Carbon Certification" (ISCC) vorläufig anerkannt. Damit ist ISCC das weltweit erste Zertifizierungssystem, das für die Kontrolle der Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen bei Biokraftstoffen und flüssige Biomasse für die Stromerzeugung staatlich zugelassen ist.
"Die Anerkennung durch die BLE ist ein Meilenstein für das ISCC-System", sagt Dr. Norbert Schmitz, Geschäftsführer der ISCC System GmbH. "Landwirtschaft, Handel und Industrieunternehmen können über ISCC Nachhaltigkeit und entstandene Treibhausgasemissionen auf allen Verarbeitungsstufen nachweisen. Die staatliche Anerkennung ist Grundlage dafür, dass die zertifizierte Bioenergie auf die Quotenverpflichtungen angerechnet bzw. gefördert wird."
ISCC ist das Ergebnis eines global ausgerichteten Multi-Stakeholder-Prozesses. Mehr als 200 Organisationen aus Europa, Amerika und Südostasien waren an der Entwicklung beteiligt. "Die zweijährige Pilotphase hat es uns erst ermöglicht, ein praxistaugliches System zu entwickeln, das den völlig neuartigen Anforderungen der Nachhaltigkeitsverordnungen und den Gegebenheiten in den verschiedenen Regionen und den globalen Agrarmärkten entspricht", sagt Schmitz. Soja, Ölpalm, Zuckerrohr wurden ebenso einbezogen wie beispielsweise Raps und Getreide in Europa. Nachhaltigkeitsanforderungen gelten damit gleichermaßen für alle landwirtschaftlichen Rohstoffe und Regionen.
Mit dem Instrument ISCC wird auch die Einhaltung von Nachhaltigkeitsanforderungen in der EU und Deutschland überprüft. Dies entspricht dem Bedarf der heimischen Landwirtschaft und der verarbeitenden Unternehmen mit ihren umfangreichen internationalen Handelsverflechtungen.
Ende Januar startet der reguläre Betrieb des Systems. Dann haben 40 Auditoren aus aller Welt an einem umfangreichen ISCC-Training in Berlin teilgenommen und können vor Ort die Nachhaltigkeitsanforderungen überprüfen und erste Zertifikate ausstellen. Über eine Internet-Plattform werden den Auditoren die erforderlichen Instrumente zur Verfügung gestellt und Zertifikate registriert.
„Ab sofort kann die Nachhaltigkeit von Produkten besser ausgewiesen werden“, erklärt Martina Fleckenstein, Leiterin Agrarpolitik des WWF Deutschland. „Vor allem die ökologischen und sozialen Aspekte bei der Herstellung von Biokraftstoff für den Tank oder flüssiger Biomasse für die Stromproduktion sind mit dem ISCC-Kriterienkatalog nachvollziehbar.“
Entlang der gesamten Wertschöpfungskette würden auch die Treibhausgasemissionen bilanziert und in dem Zertifikat mit aufgeführt. Dies ermögliche eine fundierte Aussage über die tatsächliche Klimafreundlichkeit einzelner Produkte, die eine Entscheidung über das Für und Wider der Bioenergienutzung stark beeinflussen.
Download > www.iscc-project.org/e711/element712/090218_ISCCBro_de_ger.pdf
>>>
Werbung: Fördern Sie eine unabhängige Berichterstattung und Presse für Nachhaltigkeit auf Social Business Grundlagen. Werden auch Sie Abonnent der Glocalist Medien - Medien für Nachhaltigkeit > www.glocalist.com/abonnement/
Anzeige
Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



ÖKOLOGIE
| << Zurück |
Kommentar
NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.








