Seit 23 Tagen existiert ein Video, erstellt und im Besitz von BP, das Evidenz liefert, dass tatsächlich 20.000 bis 100.000 Barrel Öl täglich austreten. Und dies seit mindestens 23 Tage.
Dies hat aller größte und berechtigte Empörung in den USA und bei den US-amerikanischen Medien ausgelöst. Besonders empört die Tatsache, dass BP das Video 23 Tage zurückgehalten hat; ein Video mit nur rund 30 Sekunden Dauer. In einem Interview auf CNN weigert sich BP nach wie vor, unabhängige Experten an das Loch heranzulassen.
Ed Markey, er ist Mitglied der Untersuchungskommission des Weißen Hauses, die die Katastrophe am Golf untersucht, führt weiter aus: "Now the decisions will have to be made by others, because it is clear that they (BP; Anm.) have been hiding the actual consequences of this spill." (Quelle: CNN). Mit anderen Worten, BP hat verschleiert und vertuscht.
Sehr viel Glaubwürdigkeit hat BP verspielt durch den Einsatz vom toxischen Dispersmittel Corexit, welches in Großbritannien beispielsweise verboten ist. BP wurde am 20.5. durch die Environmental Protection Agency untersagt, das hochgiftige Dispersmittel Corexit weiter einzusetzen (s.h. auch Bericht auf Glocalist > bit.ly/9upnxN )
Das Umweltbundesamt informiert über die Hintergründe dieses Dispersmittel: "Dispergatoren, wie die im Golf von Mexiko gegenwärtig eingesetzten Mittel Corexit EC9500A und EC9527A verringern die Oberflächenspannung von Öl. Dadurch bilden sich sehr kleine Öltropfen, die sich in der Wassersäule unterhalb der Oberfläche verteilen. Damit soll verhindert werden, dass Öl an die Küsten gelangt und dort besonders sensible Lebensräume, wie Korallenriffe und Mangrovenwälder beeinträchtigt werden. Obwohl der Schaden an den Küstenökosystemen durch Dispergatoren reduziert werden kann, wird das Öl damit keineswegs tatsächlich aus dem Meer entfernt. Die Wirkung des Öls auf das Meeresökosystem wird durch Dispergatoren sogar verlängert. Dispergierte Öltröpfchen können von Meereslebewesen wie Fischen, Korallen und bodenlebenden Organismen leichter aufgenommen werden, was zu Beeinträchtigung der Organismen führen kann. So sind Inhaltsstoffe der Dispergatoren, wie 2-Butoxyethanol sowie mit Wasserstoff behandelte Erdöldestillate, ökotoxikologisch nicht unbedenklich."
Der zweite mutmaßliche Vertuschungsversuch dürfte aber der größte sein, sollte er sich bewahrheiten. Die Huffington Post berichtet in ihrer Onlineausgabe vom 20.5., dass BP den entscheidenden Belastungstest aus Kostengründen unterlassen haben soll. Es sollte die Zementabsicherung der Steigleitung durch eine auf solche Überprüfungen spezialisierte Firma (Schlumberger) durchgeführt werden. Dieser Test wurde nach dem Bericht der Huffington Post abgebrochen. Aber das war noch nicht das Ende der Fahnenstange. Ein Crewmitglied der Tifeseeölplattform erklärte CBS, dass das Sicherheitsprozedere bei der Versiegelung der Steigleitung abgebrochen worden sei. Die Huffington Post schreibt: "BP ordered the rig operator, Transocean Ltd., to ignore a critical safety measure during the sealing of the well. By failing to use drilling mud, a heavy liquid that keeps oil and gas from coming back up the pipe, to seal the well, BP saved money but may have caused the explosion." (Huffington Post vom 20.5.10 > huff.to/ccD9xD ).
Mittlerweile sind 20% des Golf von Mexico durch die National Oceanic and Atmospheric Administration für die Fischerei gesperrt worden und ein Ende ist nicht absehbar, da bisherige Maßnahmen nicht gegriffen haben.
Greenpeace London enterte gestern das Hauptquartier des Ölkonzerns und ersetzten die Firmenflagge durch eine neue ölverschmutzte Flagge: Auf ihr ist nicht mehr zu lesen "Beyond Petroleum", sondern "British Polluters."
Video vom Meeresgrund > globalwarming.house.gov/spillcam




