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ÖKOLOGIE

BUND zieht Bilanz zur Grünen Woche in Berlin


Berlin (27.1.10): Grüne Woche muss sich von der vorgetäuschten heilen Agrarwelt verabschieden, meint der BUND.
Ein Streifzug durch die Grüne Woche, die die Glocalist Medien besucht haben, fiel sehr ernüchternd aus und bestätigt auch die kritische Haltung des BUND über die Grüne Woche:
"Das oftmals beschworene Bild einer schönen heilen Agrarwelt mit friedlich weidenden Kühen, freilaufenden Schweinen und Eiern von glücklichen Hühnern muss endlich einer realistischen Betrachtung der Verhältnisse weichen", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

"Die Grüne Woche kommt am Streit über die Klimawirkungen der Agrarproduktion, über die negativen Folgen der Agrogentechnik und über Sinn oder Unsinn der Subventionsmilliarden nicht mehr vorbei. Diese Auseinandersetzung wird sich noch verstärken, je näher das Jahr 2013 rückt, in dem die nächste Reform der EU-Agrarpolitik ansteht", sagte Weiger.

Die Halle 6, wo sich Bio-Aussteller befanden, war auch der wenigste Besucherandrang zu spüren und wirkte auch nicht optimal platziert. Und auch den Bio-Ausstellern kann man Kritik nicht ersparen: Meist waren sie in den Kojen zurückgezogen und lieber mit sich selber beschäftigt als mit dem Besucher.

Die Debatte über die fortgesetzte Industrialisierung der Agrarbranche und deren Folgen für Tiere und Umwelt habe bei der diesjährigen Grünen Woche im Fokus der Öffentlichkeit gestanden. Sowohl Bundesagrarministerin Ilse Aigner als auch der Präsident des Deutschen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner hätten dabei keine gute Figur gemacht, befindet der BUND. Habe Aigner zunächst aus Klimaschutzgründen zum maßvollen Fleischkonsum aufgerufen, sei sie wenige Tage später zurückgerudert und habe die Klimafolgen der Nahrungsmittelproduktion heruntergespielt. Auch Sonnleiter rechne die Klimabilanz der industrialisierten Landwirtschaft schön. Seine Forderungen nach Fortsetzung der bisherigen Subventionspolitik führten zum Sterben bäuerlicher Betriebe und zum Wachsen von Agrarfabriken. In der letzten Dekade habe es einen Verlust von 150.000 Arbeitsplätzen in der deutschen Agrarbranche gegeben. "Wenn die Entwicklung so weitergeht, gehören Bauern in Deutschland bald auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Berufe", sagte Weiger.

Der BUND fordert daher Bundesagrarministerin Ilse Aigner und die Veranstalter der Grünen Woche auf, die Verhältnisse in der Landwirtschaft künftig ehrlich und realistisch künftig darzustellen.



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