Das jüngste Desaster mit den ausfallenden Klimaanlagen in den ICEs ist wohl noch in bester Erinnerung, auch das anhaltende S-Bahn Chaos in Berlin. Die Vorwürfe lauten, dass Gewinnmaximierung und Schönmachen für einen Börsengang, Wartungen vernachlässigt werden und man auf Verschleiß fährt. Kundenservice erscheint sowieso ein Stichwort, welches man nicht unbedingt sofort mit Deutscher Bahn assoziieren dürfte.
Und nun Transparenz: Die Deutsche Bahn AG verweigert Auskunft über die Einhaltung ökologischer Standards bei Aufträgen für Stuttgart 21, so der Vorwurf der Deutschen Umwelthilfe (DHU).
Die Deutsche Bahn AG verstößt beim Milliardenprojekt Stuttgart 21 offenbar gegen Gesundheits- und Klimaschutzauflagen zur Minimierung von Feinstaubemissionen, haben Recherchen der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) ergeben.
Die DUH hat daher die Deutsche Bahn AG förmlich um Offenlegung der Ausschreibungskriterien für Bauaufträge auf der Großbaustelle gebeten. Die Deutsche Bahn AG lehnt jedoch jede Art der transparenten Kommunikation ab und verweigert die Offenlegung ihrer Vergabepraxis von Millionenaufträgen laut Angaben der DUH.
Laut Umweltinformationsgesetz (UIG) ist nach Ansicht der DUH die Deutsche Bahn AG jedoch verpflichtet, umweltrelevante Informationen zu veröffentlichen. Die DUH wird die Offenlegung der Vergabekriterien daher vor Gericht einklagen, sollte die Deutsche Bahn AG bei ihrer Verweigerungshaltung bleiben. Als "einen weiteren Skandal in der skandalreichen Geschichte von Stuttgart 21" bezeichnete DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch, dass die Bahn AG Baufahrzeuge und Maschinen anscheinend ohne Dieselrußpartikelfilter einsetzen will und so offenbar wissentlich die Gesundheit von Arbeitnehmern auf der Baustelle gefährde.
"Die Deutsche Bahn AG spart auf Kosten der Gesundheit von Menschen auf der Baustelle, auf Kosten der Bewohner Stuttgarts und auf Kosten des Klimas", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.
Friedrich forderte eine „radikale Verminderung der Dieselrußemissionen“ und erinnerte daran, dass führende Klimaforscher wie James Hansen vom NASA Goddard Institute for Space Studies die Rußpartikelemissionen aus Dieselmotoren, Kaminen und Feuerstellen für 20 bis 50 Prozent des Temperaturerhöhungen vor allem in der Arktis verantwortlich mache.
Die Bevölkerung in Stuttgart leide nachweislich unter den hohen Feinstaub- und Rußpartikelkonzentrationen in der Atemluft. Die Rußpartikel aus unvollständig verbranntem Dieselkraftstoff treiben jedoch auch den Klimawandel voran. Die feinen Rußpartikel werden von den Luftströmungen der Nordhalbkugel insbesondere in die Arktis und auf die Gletscher der Hochgebirge getragen, gehen dort auf den Schnee- und Eismassen nieder und verhindern die natürliche Abstrahlung der Sonnenstrahlen von den eigentlich weißen Eisfeldern (sogenannter Albedo-Effekt). Die Dieselrußemissionen aus dem Auto- und Nutzfahrzeugeverkehr in Europa sind daher direkt für die Gletscherschmelze in der Arktis und im Hochgebirge verantwortlich.
"Die Deutsche Bahn AG handelt völlig unverantwortlich, wenn sie Baumaschinen ohne Rußfilter einsetzt und so die Dieselrußbelastungen in Stuttgart noch erhöht", sagte Dr. Axel Friedrich. Er forderte die Bahn auf, dafür zu sorgen, dass auf der geplanten Baustelle Stuttgart 21 ausschließlich Baumaschinen mit Partikelfilter zum Einsatz kommen, um die klimatischen Folgen und gesundheitlichen Belastungen zu verringern.
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Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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