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ÖKOLOGIE

Die Arten sterben weiter


Berlin (4.3.10): Anlässlich des „Internationalen Tag des Artenschutzes“ (3.3.10) hat der NABU Bund und Länder aufgefordert, bedrohte Arten in Deutschland konsequenter zu schützen.
Und die Zahlen sind alarmierend: Jede achte Vogelart, jedes vierte Säugetier und jede vierte Nadelbaumart sind weltweit vom Aussterben bedroht. Die Bestandsaufnahme im UN-Jahr der Biologischen Vielfalt ist auch in Deutschland Besorgnis erregend: 72,5 Prozent der Lebensräume sind hier gefährdet und damit viele Tiere und Pflanzen, die in ihnen leben.

"Als führende Industrienation ist Deutschland besonders in der Pflicht, eine herausragende Rolle im Artenschutz zu übernehmen. Das gilt bei den internationalen Verhandlungen zum Schutz von Thunfisch und Hai ebenso wie für den Erhalt heimischer Arten wie Rotmilan, Kreuzkröte oder Elbebiber, für die Deutschland eine einzigartige internationale Verantwortung trägt", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Dabei müsse der Bund mit gutem Beispiel vorangehen und seine Möglichkeit nutzen, gefährdete Arten und Lebensräume direkt und unbürokratisch zu schützen. Dies müsse auch im Rahmen eines neu zu schaffenden Bundesprogramms für Biologische Vielfalt finanziell unterstützt werden.

Ein weiterer wichtiger Pfeiler des Erhalts von Arten ist ihr rechtlicher Schutz. Das neue Bundesnaturschutzgesetz, das seit diesem Monat in Kraft ist, müsse daher schnellstmöglich in das Landesrecht umgesetzt und dort, wo es nötig sei, durch die Länder zusätzlich gestärkt werden. Der Europäische Gerichtshof habe eindeutige Vorgaben zum Artenschutz gegeben, die der Bund immer noch missachte. Hier seien die Länder in der Pflicht, die Lücken zu schließen und dafür zu sorgen, dass beispielsweise der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in den Randbereichen der Schutzgebiete unterlassen wird. "Alles, was von außen auf ein Schutzgebiet einwirkt, muss so streng beurteilt werden, als würde es darin liegen", sagte NABU-Artenschutzexperte Magnus Wessel.

Staats- und Regierungschefs haben 2002 auf dem Weltumweltgipfel in Johannesburg beschlossen, bis 2010 - dem UN-Jahr der Biologischen Vielfalt - den weltweiten Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen. Dennoch nimmt das Artensterben immer weiter zu. Mittlerweile sind jede zweite einheimische Vogelart, ein Drittel unserer Pilzarten und 30 Prozent unserer Farn- und Blütenpflanzen gefährdet oder bereits ausgestorben. Der Klimawandel erfordert verstärkte Anpassungsfähigkeit und verschärft die Situation daher zusätzlich.

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