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ÖKOLOGIE

DIW-Berlin kritisiert Gesetzesentwurf zu CO2-Abscheidung


Berlin (8.9.10): Das DIW Berlin warnt in einer aktuellen Studie vor einem Scheitern der CCTS-Technologie und kritisiert den vorliegenden Gesetzentwurf der Bundesregierung als unzureichend. Die CO2-Abscheidung ist als Energiebrücke in Deutschland ungeeignet.
"Die Technologie, auf die man vor einigen Jahren noch sehr große Hoffnungen setzte, hat sich als sehr unsicher und gleichzeitig sehr teuer herausgestellt.", führt das DIW-Berlin zusammenfassend aus.

Technische, ökonomische und institutionelle Faktoren würden den Einsatz der CO2-Abscheidung in Deutschland und Europa verhindern, so von Hirschhausen vom DIW-Berlin. Damit stehe auch die globale Bedeutung von CCTS für den Klimaschutz in Frage.

Als Gründe für ein mögliches Scheitern nannte er unter anderem Schwierigkeiten bei der technischen Umsetzung der CO2-Abscheidung, ungelöste regulatorische Fragen des Transports, eine deutliche Absenkung der zu erwartenden Speicherpotentiale sowie die starke Ablehnung der gesamten Prozesskette durch die Bevölkerung und einige Landespolitiker.

Vielzahl von technischen Hindernissen

Die CCTS-Technologie wird bisher nur in kleinem Maßstab in verschiedenen Industrien eingesetzt. Eine Anwendung der Prozesse auf große Emittenten wie Kohlekraftwerke wirft eine Vielzahl an Fragen auf, die ausschließlich in größeren Demonstrationsprojekten beantwortet werden können.

Dies betrifft alle Stationen der Prozesskette – also Abscheidung, Transport und Speicherung. Der von der Bundesregierung eingebrachte Gesetzentwurf bleibt weit hinter den notwendigen Maßnahmen zurück, um eine großtechnische Erprobung der gesamten CCTS-Prozesskette zu ermöglichen.

Der DIW-Experte bezeichnete den Entwurf als Demonstrationsgesetz. Das vorgesehene Speichervolumen von drei Millionen Tonnen CO2 schließe die Nutzung eines Speichers für Emissionen mehrerer Kraftwerke praktisch aus. Damit lassen sich keine Skalenerträge realisieren.

Weltweit werden 100 Demonstrationsprojekte im Kraftwerks- und Industriebereich, 10.000 Kilometer Transportpipeline und Speicherkapazitäten von 1,2 Milliarden Tonnen CO2 benötigt, wie aus dem sogenannten "Blue Map Szenario" hervorgeht.

Höhere Stromerzeugungskosten

Wegen der hohen Investitionskosten werden mit der CCTS-Technologie die Stromerzeugungskosten steigen. Schätzungen gehen von einer Zunahme zwischen 48 und 92 Prozent aus. Da über zukünftige CO2-Preise jedoch kaum verlässliche Prognosen gemacht werden können, bleibt der wirtschaftliche Nutzen des CCTS-Einsatzes unklar.

Aus diesem Grund wiederum ist auch unklar, wie groß die Pipeline-Netze zum Transport sein müssten, um sie ökonomisch sinnvoll auszulasten. Speicherkapazität geringer als erwartetEin weiteres Problem: Neue Studien sehen immer weniger Speicherpotential für Kohlendioxid in Deutschland, zudem zielen aktuelle Versuche nicht auf eine dauerhafte Speicherung ab. Eine solche wurde bisher etwa in Norwegen und Algerien erprobt.

Zugenommen hat in den letzten Monaten der Protest von Bürgern, die in der Nähe möglicher CO2-Ablagerungsgebiete leben. Tatsächlich wäre austretendes Kohlendioxid in großen Mengen giftig für Mensch und Umwelt. Forscher betrachten das Schadensrisiko in Zusammenhang mit CCTS jedoch als gering.


(Quelle: DIW-Berlin)

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