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ÖKOLOGIE

Ein einzelner Nussbaum (castanheira) steht in einem Sojafeld im Amazonas Regenwald. Bild: Greenpeace

 

Gnadenfrist für den Regenwald läuft


Berlin (9.7.10): Seit 2006 besteht eine Moratorium für den Amazonas-Regenwald. Seinerzeit für 2 Jahre abgeschlossen, wurde es jährlich verlängert. So auch dieses Jahr wieder berichtet Greenpeace.
Die weltgrößten Getreide-Händler – Cargill, Bunge, Archer Daniels Midland (ADM), Dreyfus und Grupo Maggi – haben am Donnerstag das Soja-Moratorium zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes um ein weiteres Jahr verlängert. Damit geht das Moratorium in das vierte Jahr.

Im April 2006 konnte Greenpeace nach intensiven Recherchen eine Verbindung zwischen dem Fleischkonsum in Europa und der Zerstörung des Regenwaldes am Amazonas aufdecken. Zudem konnte bewiesen werden, dass Soja-Farmer illegal den Urwald roden, Sklaven beschäftigen, in Gebiete der Ureinwohner eindringen und diesen ihr Land stehlen.

Die Handelswege nach Europa wurden in einem Report veröffentlicht und es konnte nachgewiesen werden, wie das Soja als proteinreiche Tiernahrung an Hühner, Schweine und Rinder verfüttert und so als Hühnerschenkel oder Kotelett auf unserem Teller landet.

Nach Protesten von Greenpeace forderten auch McDonald's und führende Lebensmittelhändler wie etwa die Einzelhandelsketten Tegut, Asda (England), Marks & Spencer (England), El Corte Ingles (Spanien) und Produzenten wie Ritter-Sport nach der Aufdeckung dieses Skandals ein Ende der Zerstörung des Amazonas-Urwaldes.

Zusätzlich unterstützten sie die Greenpeace-Forderung nach einem Soja-Moratorium. Die Firmen nutzten dabei ihre Macht als große Soja-Abnehmer und bewegten die großen brasilianischen Agrarfirmen wie Cargill und Maggi dazu, sich mit Greenpeace an den Verhandlungstisch zu setzen. Nach mehreren Verhandlungsrunden stimmten die Händler Ende Juli 2006 einem Soja-Moratorium zu.

Unter Beteiligung der Soja-Händler, lokalen NGOs und diverser Umweltschutzorganisationen wurde die Soja-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgruppe trifft sich regelmäßig, hat Kriterien für die Umsetzung des Moratoriums erarbeitet und überprüft, ob sie eingehalten werden.

In der Regel dauert es drei bis vier Jahre, bis eine neu gerodete Fläche im Regenwald für den Soja-Anbau geeignet ist. Deshalb ist 2010 ist ein wichtiges Jahr, um zu überprüfen, wie wirksam das Soja-Moratorium tatsächlich ist. Zudem hat das brasilianische Institut für Geografie und Statistik (IBGE) prognostiziert, dass der Sojaanbau in der Saison 2009/2010 um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zunimmt.

Allein in Mato Grosso, dem Bundesstaat mit dem höchsten Getreideanbau Brasiliens, liegen 40 Prozent der sechs Millionen Hektar Soja-Anbaufläche im Amazonasgebiet. Im Regenwald wird bereits auf einer Fläche von über einer Million Hektar Soja angepflanzt - Tendenz steigend. Daher ist es so wichtig, dass die Zunahme des Soja-Anbaus in Brasilien nicht erneut dazu führt, dass noch mehr Regenwald zerstört wird.

Um dem langwierigen Prozess der Umsetzung des Moratoriums weiterhin den notwendigen ökonomischen Antrieb zu geben, müssen die großen europäischen Soja-Käufer ihren Lieferanten auch weiterhin deutlich machen, dass sie nur Sojabohnen beziehen, die nicht aus neu gerodeten Flächen des Amazonas-Regenwaldes stammen.

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