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ÖKOLOGIE

© WWF-Indonesia / Riau Project

 

Greenwashing: Papiergigant Asia Pulp&Paper (APP) unter Druck


Berlin (12.3.10): 400 Nichtregierungsorganisationen werfen dem Papierkonzern massives Greenwashing vor. Die NGOs haben in einem gemeinsamen Aufruf Käufer und Investoren vor Geschäften mit dem Papiergiganten APP gewarnt, berichtet der WWF.
Wie schon berichtet, ist APP der weltweit drittgrößte Hersteller von Zellstoff und Papier und verantwortlich für die Abholzung immenser Flächen tropischen Regenwaldes in Indonesien. Allein in der Provinz Riau auf der indonesischen Insel Sumatra gehen 40 % des gesamten Waldverlusts auf das Konto von APP und seinen Zulieferern. Schon sei geraumer Zeit steht APP massiv in der Kritik, weil sich der Konzern um eine Nutzungsgenehmigung mitten in einem Orang-Utan-Schutzprojekt auf Sumatra im Bukit Tigapuluh Nationalpark bemüht. So der Stand von Oktober 2009.

Offenbar ist man nun um Schadensbegrenzung bemüht. Der Konzern hat eine Offensive gestartet, um auf dem europäischen Markt und auch in Deutschland Fuß zu fassen. Vertriebsbüros werden eröffnet und Stellenanzeigen geschaltet.

Wie der WWF berichtet, gehört APP zu den skrupellosesten Waldzerstörern der Welt. In seinen jüngsten Werbe- und Akquiseaktivitäten brüstet sich der Papierkonzern massiv mit angeblichem sozialem Engagement und vermeintlichen umweltfreundlichen Praktiken – zuletzt diese Woche auf der internationalen Papierkonferenz RISI in Amsterdam.

„Wir raten allen Käufern und Investoren, die nicht zum Raubbau an den Wäldern Indonesiens beitragen wollen, die Finger von APP zu lassen“, so Markus Radday, Waldexperte vom WWF Deutschland. „APP und seine Tochterunternehmen vernichten gigantische Waldflächen. Sie bedrohen dadurch Tierarten wie den Orang Utan, forcieren den Klimawandel und stehlen indigenen Völkern die Lebensgrundlage. Wer mit APP Geschäfte macht, unterstützt diese Praktiken und riskiert seinen Ruf.“

Die Abholzung geht weiter

Bisher, so die Unterzeichner des Aufrufs, habe der Konzern nichts dafür getan, die katastrophalen Folgen seiner Zellstoff- und Papierproduktion zu lindern. APP zerstöre weiterhin im großen Stil Naturwälder, unter anderem in den Sumpfgebieten von Kerumutan und um den Nationalpark Bukit Tigapuluh auf der indonesischen Insel Sumatra.

Der Konzern hat 1984 in der Provinz Riau mit dem Kahlschlag begonnen. Seitdem geht Schätzungen zufolge rund ein Viertel der gesamten Entwaldung in dieser Provinz, die zu den an meisten ausgebeuteten Waldregionen der Erde gehört, auf sein Konto. Dadurch wurden gigantische Mengen Kohlenstoff freigesetzt, die als klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre gelangten. Die rücksichtslose Entwaldung hat bedrohte Tierarten wie den Sumatra-Tiger oder den Sumatra-Elefanten auf einigen Inselteilen komplett ausgerottet. Wissenschaftler schätzen, dass heute nur noch etwa 400 Sumatra-Tiger in freier Wildbahn vorkommen.

Die Unterzeichner warnen davor, sich vom „Greenwashing“ des Konzerns täuschen zu lassen und fordern APP auf, die Naturwaldzerstörung sofort zu stoppen und die Rechte der lokalen Bevölkerung zu respektieren, so der WWF.

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