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Samstag, 11. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
ÖKOLOGIE

Jährliche Delphin-Abschlachtung in Dänemark. (c) SOS-Regenwald

 

Kampagne: Stop dem Raubbau an den Meeren


Berlin (8.6.10): Heute ist Weltozeantag: OCEAN2010 - ein Bündnis von rund 70 Organisationen - fordert eine nachhaltige Fischereipolitik und warnt vor dem dramatischen Niedergang der Fischbestände. Die Katastrophe am Golf ist hier Menetekel.
Nach Jahren voller schlechter Nachrichten versucht selbst die Politik kaum noch, die Lage schön zu reden. Heute steht fest: Über 80 Prozent der kommerziell genutzten Fischarten in der EU sind stark überfischt und stehen vor dem biologischen Aus.

OCEAN2012 fordert deshalb eine radikale Reform der EU-Fischereipolitik hin zu einem vorsorgenden und ökosystemaren Ansatz. Zwischen dem 5. und 13. Juni veranstaltet das Bündnis erstmalig eine „Europäische Fisch-Woche“, mit dem Ziel, die Öffentlichkeit über das Ausmaß der Überfischung der Meere zu informieren und die ökologische Neuausrichtung der EU-Fischereipolitik einzufordern.

Dazu finden in ganz Europa Veranstaltungen und Aktionen statt. Die EU-Fischerei-Kommissarin Maria Damanaki wird im Rahmen einer Petition aufgefordert, "...ökologische Nachhaltigkeit als übergreifendes Prinzip der zukünftigen Gemeinsamen Fischereipolitik festzuschreiben, um so das Ziel einer langfristigen wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit zu erreichen."

Auch das für Fischerei zuständige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) vertritt in seiner kürzlich veröffentlichten Position, dass die ökologische Nachhaltigkeit eine Grundvoraussetzung für die wirtschaftliche und soziale Zukunft der Fischerei ist.

Unabhängig davon drängt die Zeit für eine grundsätzliche Kurskorrektur. Wissenschaftlichen Studien zufolge würde eine Fortführung der gegenwärtigen Fischereipraxis dazu führen, dass die kommerzielle Fischerei bereits 2050 weltweit kollabiert.

Am heutigen Internationalen Tag der Ozeane ist es traurige
Gewissheit führt der NABU aus: Der Untergang der „Deepwater Horizon“ ist die bisher schlimmste Ölkatastrophe in der Geschichte der Industrialisierung. Lange Zeit verschleierte BP das wahre Ausmaß des Unfalls, doch nun sind die erschreckenden Aufnahmen aus der Krisenregion da: Bilder von verendeten Seevögeln, Schildkröten und Delfinen, von kilometerweit verseuchten Küsten und von vom Öl eingeschlossenen Brutkolonien des Braunen Pelikans. Die Katastrophe im Golf von Mexiko wird eines der vielfältigsten aquatischen Ökosysteme unserer Erde - einzigartige Mangrovenwälder, Schilf- und Marschensysteme - vielleicht für immer zerstören und zehntausenden Menschen die Lebensgrundlage entziehen. Der Ölteppich ist mit inzwischen mehr als 25.000 Quadratkilometern fast dreimal so groß wie das Wattenmeer.

"Es ist an der Zeit, die drängenden und notwendigen Lehren aus der Katastrophe zu ziehen, die Öl- und Gasindustrien stärker zu kontrollieren und unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen drastisch zu verringern. Wir decken in Deutschland nach wie vor fast 35 Prozent unseres gesamten Energieverbrauchs über Mineralöl. Wir müssen endlich die Spritfresser von der Straße bekommen und weitere Anstrengungen unternehmen, unsere Häuser besser zu dämmen und verstärkt erneuerbare Energien zu nutzen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Eine ökonomisch wie ökologisch vernünftige Klimapolitik setze konsequent auf Kosteneinsparungen durch den geringeren Verbrauch an fossilen Brennstoffen, schaffe Arbeitsplätze für Handwerk und Energiedienstleistungen in Deutschland und verzichte auf die Erschließung unkonventioneller Ölquellen.

Mit seiner Petition will OCEAN2012 zum einen den Druck für eine umfassende Revision erhöhen und zum anderen mehr Menschen veranlassen, sich persönlich für eine nachhaltige Fischerei in der EU zu engagieren.

In Deutschland gehören der OCEAN2012-Kampagne DEEPWAVE e. V., die Deutsche Umwelthilfe e. V., die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e. V., der Naturschutzbund Deutschland e. V., Pro Wildlife e. V. und Reef Check e. V. an.

Webtip Kampagne > www.ocean2012.eu/petition

(Quellen: OCEAN2010 und NABU)

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