In einer aufsehenerregenden Stellungnahme haben die Energieminister von Frankreich und England sowie der Umweltminister von Deutschland verlangt, dass Europa seine Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 % senken solle – und nicht nur um 20 %.
Als wesentliche Begründung für diesen Vorstoß werden wirtschaftliche Überlegungen angeführt. Es zeigt sich seit einiger Zeit, dass eine Reihe großer asiatischer Länder die Umstellung auf erneuerbare Energien viel intensiver und umfassender betreiben als Europa. Diese Länder sind auf dem besten Weg, die technologische Führerschaft im wichtigsten Wachstumsmarkt der Zukunft zu übernehmen und sich damit gleichzeitig auch immer unabhängiger von den stark schwankenden Preisen der fossilen Energieträger zu machen. Wiewohl China eine zweite Kohlekraftwelle plant und weiterhin wie auch die USA auf Atomstrom setzen.
Eine aktuelle UNEP Studie zum Ausbau erneuerbare Energie für das Jahr 2009 zeigt: Im Jahr 2009 wurden im zweiten Jahr in Folge sowohl in den USA, als auch in Europa mehr Kapazitäten zur regenerativen als zur fossilen Stromerzeugung errichtet. Dies geht aus einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und REN21 (Renewable Energy Policy Network for the 21st Century) hervor.
Demnach lag der Anteil der Erneuerbaren am Gesamtzubau in den USA bei mehr als 50 Prozent und in Europa gar bei rd. 60 Prozent. Die Investitionen in saubere Energietechnologien seien jedoch um ca. 7 Prozent auf rd. 162 Mrd. US-Dollar gesunken. Insgesamt lag die installierte Leistung der Erneuerbaren Energien nach Angaben des UNEP Ende 2009 bei rund 25 Prozent, der Anteil an der globalen Stromproduktion bei 18 Prozent.
Nationaler Aktionsplan Österreich – eine ökonomische und ökologische Falle
Europa ruht sich mit den bescheidenen Zielen im Klimaschutz auf Erfolgen der Vergangenheit aus und läuft Gefahr, die dynamische weltweite Entwicklung im Aufbau eines kohlenstoffarmen Energiesystems zu verschlafen. Dazu kommt die zunehmende Unsicherheit über die künftige Ölversorgung, auf die die Internationale Energieagentur in Paris immer wieder hinweist.
"Dieser englisch-französisch-deutsche Vorstoß ist für Österreich von besonderer Relevanz, weil der kürzlich vorgelegte Nationale Aktionsplan ambitionslos und für Österreich damit die Gefahr besonders groß ist, den technologischen Anschluss in der weiteren Entwicklung der erneuerbaren Energien zu verlieren.", so der Bio-Masseverband.
Der Österreichische Biomasse-Verband tritt daher dafür ein, dass Österreich diesen Vorstoß der drei größten Industrieländer Europas unterstützt und auch im eigenen Land die Weichen so stellt, dass die CO2-Emissionen bis 2020 um 30 % abnehmen.
(Quelle: Bio-Masseverband, UNEP)
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Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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