Mit großem Bedauern und Empörung reagieren Umwelt- und Naturschutzorganisationen auf das Ergebnis der Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens. Es gibt keinen Schutz des Blauflossen-Thunfisches – obwohl der Bestand kontinuierlich zurückgeht. Monaco hatte den Antrag gestellt, die durch massive Überfischung gefährdete Art im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens auf Anhang I zu listen. Dieser Schutzstatus hätte den wertvollen Raubfischen jene Atempause verschafft, die sie so dringend zur Erholung ihrer Bestände benötigen. In einer geheimen Abstimmung sprachen sich die Delegierten jedoch mit einer überwältigenden Mehrheit gegen eine Unterschutzstellung aus.
Stimmen der NGOs
Dazu erklärt NABU-Artenschutzexpertin Heike Finke in Doha: „Das ist ein schwarzer Tag für den Atlantischen Blauflossen-Thunfisch. Wie so oft stehen hier wieder einmal die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund. Die Bestände des Blauflossen-Thunfischs sind in den letzten Jahrzehnten dramatisch eingebrochen. Wird nun nichts unternommen, werden diese beeindruckenden Fische bald aus unseren Meeren verschwunden sein – mit nicht bekannten Folgen für das maritime Ökosystem. Eine Anhang-I-Listung hätte keine Auswirkungen für die lokale Fischerei gehabt, lediglich der großen, industriellen Fischerei wäre die Rote Karte gezeigt worden. Wieder einmal wird klar: Bei Wirtschaftsinteressen muss der Artenschutz hinten anstehen.“
"Es ist unfassbar, die Regierungen haben schändlich versagt. Sie haben den Roten Thun zum Aussterben freigegeben", sagt Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace. "Alles geht weiter wie bisher, frei nach der Devise: Abfischen, bis nichts mehr da ist."
"Das Votum der Vertragsstaaten ist eine Schande und setzt den König der Meere dem Untergang aus“, sagt Karoline Schacht Fischereiexpertin des WWF. „Diese Entscheidung ist ein Kniefall vor Wirtschaftsinteressen. Damit bleibt der Rote Thunfisch auch in Zukunft einer entfesselten Fischerei und einem nimmersatten japanischen Sushimarkt ausgesetzt.“
Vor allem Europa habe sich nach Ansicht des WWF um seine Verantwortung im Artenschutz gedrückt. „Die EU ist schon mit einem Schummelvorschlag nach Doha gefahren“ so Schacht weiter. Doch selbst der "weichgespülte" EU-Antrag wurde abgelehnt.
Sowohl der Vorschlag Monacos als auch der Vorschlag der EU sind in der Abstimmung durchgefallen:
EU Vorschlag: 43 Ja-Stimmen, 72 Nein-Stimmen und 14 Enthaltungen
Monacos Antrag: 20 Ja- Stimmen; 68 Nein-Stimmen und 30 Enthaltungen
Rund 80 Prozent des EU-Fangs im Mittelmeer gehen nach Japan und kommen dort als Sushi auf den Tisch.
(Quellen: NABU, Greenpeace, WWF)
Siehe auch: www.cites.org
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Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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