Anzeige
Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
ÖKOLOGIE

Das Meer aus Sonnenschirmen am Lido di Venezia, 30 Greenpeace-Aktivisten aus Italien und Österreich haben 100 gelbe Schirme zu einem Anti-Atomkraft-Zeichen angeordnet. Bild: © Greenpeace

 

Kritik an Berlusconis Atompläne


Venedig (29.7.10): Dreißig Greenpeace-Aktivisten aus Italien und Österreich protestieren seit gestern Früh am Lido von Venedig gegen die Atompläne des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.
Geht es nach ihm, wird im Urlaubsparadies bald nicht mehr nur die Sonne strahlen, denn Berlusconi plant den Wiedereinstieg Italiens in die Atomenergie. Die Aktivisten stellen sich mit einem 1.500 Quadratmeter großen Anti-Atom-Zeichen gegen den Bau eines Atomkraftwerkes an der oberen Adria. „Venetien muss aktiv gegen diese Atompläne vorgehen, denn Berlusconi kann nicht einfach gegen den Willen der Bevölkerung ein Kernkraftwerk neben Italiens beliebteste Urlaubsstrände bauen lassen“, fordert Niklas Schinerl, Anti-Atom-Sprecher von Greenpeace Österreich.

Die Umweltaktivisten übergaben im Rahmen ihres Protestes auch eine Petition an Luca Zaia, Gouverneur von Venetien, in der sie ihn dazu aufrufen, die Region zu einer „Atomkraftfreien Zone“ zu machen. Bereits in der letzten Woche hatte sich Greenpeace in Österreich mit der Forderung an alle neun Landeshauptleute gewandt, Druck auf ihren Amtskollegen in Venetien auszuüben. „Die heimischen Politiker befinden sich aber leider nach wie vor im atompolitischen Dornröschenschlaf. Aktiv werden sie wohl erst dann, wenn es wieder einmal zu spät ist. Die in Italien geplanten Atomkraftwerke können allerdings nur jetzt verhindert werden“, weiß Schinerl.

In den kommenden Jahren ist der Bau von vier neuen Atomkraftwerken in Italien vorgesehen, darunter eines in Chioggia, südlich von Venedig, in unmittelbarer Nähe zu den äußerst beliebten Stränden in Lignano, Jesolo, Caorle sowie Bibione - und nur 160 Kilometer von der Grenze zu Österreich entfernt. Italiens Regierungschef Berlusconi ignoriert damit die Mehrheit der italienischen Bevölkerung, die sich 1987 im Rahmen einer Volksabstimmung für den Ausstieg aus der Kernenergie ausgesprochen hat.

„Italien braucht keine Atomkraft, die eine höchst riskante sowie teure Energieform darstellt und uns im Kampf gegen den Klimawandel nur aufhält. Die Kernkraft stellt eine Gefahr für die gesamte italienische Halbinsel dar, insbesondere für Norditalien und das Po-Delta“, erklärt Alessandro Gianni, Kampagnendirektor von Greenpeace Italien.

Effizienzmaßnahmen und Erneuerbare Energieträger werden in Italien bereits 2020 einen dreimal so hohen Beitrag zur Stromgewinnung leisten wie die aktuellen Atompläne. Auch sprechen sich nach wie vor zwei Drittel aller Italiener/innen gegen Kernkraft aus. Dennoch arbeitet die italienische Regierung unter Berlusconi zurzeit fieberhaft an den gesetzlichen Grundlagen für die geplanten Atomkraftwerke. Dabei will Italien auf die EPR-Technologie (European Pressurized Reactor) setzen, die weltweit bislang nirgendwo ans Netz gegangen ist. Der Prototyp wird gerade in Finnland und Frankreich gebaut, wobei diesbezüglich vor allem Sicherheitsmängel, Verzögerungen und massive Überschreitungen der Baukosten an die Öffentlichkeit gelangt sind.

„Bisher gab es gegen Berlusconis Atompläne von Seiten Venetiens nichts als leere Versprechungen und Absichts¬erklärungen. Gouverneur Zaia muss seine Region jetzt zu einer ‚Atomkraftfreien Zone’ erklären und so aktiven Widerstand gegen Berlusconi leisten“, fordert Greenpeace-Sprecher Schinerl abschließend.


(Quelle: Greenpeace)


<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Ölplattform in der Ostsee Naturschutzgebiet geplant
>CCS Technologie gescheitert
>NGOs und Öl aus Kanada
>Luft in Deutschland: Zu viel Feinstaub in den Städten
>Klimaschutz ist gut für die Wirtschaft
>Tiefsee durch Fischerei in Gefahr
>WWF-Studie warnt vor Überfischung
>Flächenfraß in der Landwirtschaft: Eine gute, böse Kampagne?
>81 Millionen faire Rosen
>Gentech-Reis "Goldener Reis"
>Deutsches Trinkwasser sei sehr gut
>Einsatz von Antibiotika reduzieren, Grenzwerte festlegen
>E-Mobilität und Klimaschutz braucht mehr erneuerbare Energie
>Antibiotika-Resistenzen und Essen
>Wale als Beifang gehört gestoppt
>Antibiotika und Massentierhaltung
>Biokerosin
>BUND zieht die Umweltbilanz und NABU erstellt Chronik
>Bank Austria/Unicredit ist Österreichs "Atombank" Nummer 1
>Energieverbrauch 2011 sinkt in Deutschland
>Banken als Klimakiller?
>Greenpeace-Aktivisten protestieren auf VW-Konferenz
>1. Afrikanische Ökodorf-Konferenz
>WWF wirft APP Greenwashing vor
>Weihnachtsbaumtest: Pestizide
>Durban gescheitert
>Studie: Gentechnologielobby sei korrupt
>Neu: Bundespreis für EcoDesign
>ÖGUT-Umweltpreis 2011
>Unsinn: EU gibt Milliarden aus, damit Meer tot gefischt wird
>Studie: Welche Staaten sind attraktiv für Solarenergie?
>Ökosiegel für Autos: Da ist was schief gegangen
>WWF-Bericht: Wald und Klima
>Schlechtes Zeugnis für Tunfisch in der Dose
>Klimaextreme verschärfen Armut und Hunger
>Unilever: Kritik hält an
>Tourismus und Klimagerechtigkeit
>Feinstaubkrise durch Strassenbau
>Ökostrom kein Preistreiber für Industrie, aber für Bürger
>Grüne Rechenzentren
>Siegel MSC verbessert Lage in den Meeren
>Kein Sondermüll als Nahrung: Fleisch
>30 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr weniger
>PIK: Hitzewellen und Wetterkapriolen
>Grüne Elektronik - neuer Ratgeber
>Stop Ölbohrungen im Wattmeer
>Höchster Zuwachs Co2-Emission
>G20 - Klima- und Verbraucherschutz rutschen in das Abseits
>Weniger Energieverbrauch 2011 weil milder Winter
>Nach DUH-Klage: Hornbach ohne Quecksilberlampen
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"