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ÖKOLOGIE

Bild: IG Windkraft

 

Neue Ökostrom-Verordnung zu Einspeisetarifen in Österreich


Wien (3.2.10): Umweltministerium, Wirtschaftsministerium und Sozialministerium haben sich nach zähen Verhandlungen zu den Einspeisetarifen bei Ökostrom geeinigt. Der größte Sprung hat bei dem Windkraft-Tarif stattgefunden, ersteigt um 29 Prozent.
Lange wurde um das Ökostromgesetz und die Höhe der Einspeisetarife gerungen, jetzt endlich sind sie da. (Siehe dazu auch "Ökostromgesetz in Österreich" bit.ly/TD8UD ). Während die Sparte Windenergie sich einigermassen zufrieden zeigt, bleiben andere Sparten von ihrer Tarifhöhe enttäuscht.

Die Tarife im Einzelnen

Windkraft - hier hat wohl der größte Sprung nach oben stattgefunden. Der Tarif kletterte von 7,53 Cent Pro Kilowattstunde auf 9,7 Cent. Bei der IG Windkraft zeigt man sich darüber erleichtert, obwohl man sich mehr erhofft hat: "Wir sind erleichtert, dass das lange Ringen um neue Einspeisetarife endlich ein positives Ende gefunden hat. Mit 9,7 ct/kWh liegt der neue Tarif für Windkraft zwar unter unserer Forderung von 9,8 ct/kWh zuzüglich Netzgebühren, was in etwa dem europäischen Schnitt von 10,2 ct/kWh entspricht. Mit dem neuen Tarif wird es nun aber endlich wieder möglich sein, zumindest an den effizientesten Standorten Österreichs Windkraftanlagen zu errichten. Es wurde also ein tragbarer Kompromiss gefunden", so Mag. Stefan Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft.

Bei der Photovoltaik liegt der Schwerpunkt auf gebäudeintegrierten Projekten. Bei Anlagen mit einer Leistung zwischen fünf und 20 kW beträgt die Förderung für die Kilowattstunde 38 Cent pro kWh, bei größeren Anlagen 20 Cent/kWh. Der Tarif für die Abnahme elektrischer Energie aus Anlagen auf Freiflächen mit einer Leistung zwischen fünf und 20 kW beträgt 35 Cent, darüber gibt es 25 Cent. Über die Tarife zeigt sich der Umweltdachverband enttäuscht und sieht die Photovoltaik als Stiefkind: Der Topf für die Photovoltaikförderung von lediglich 2,1 Mio. Euro ist bereits ausgeschöpft noch bevor das Jahr so richtig begonnen hat. "Eine lange Warteschlange von Förderanträgen liegt den zuständigen Stellen vor. Das beweist, dass es in der Bevölkerung großes Interesse gibt. Wir dürfen diesen unternehmerischen Esprit jedoch nicht einfach abwürgen", appelliert Gerhard Heilingbrunner. "Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Pröll müssen für Zukunftsinvestitionen nun Geld bereitstellen. 36.000 Arbeitsplätze können bis 2020 allein in der Photovoltaikbranche geschaffen werden, wenn die Förderbedingungen stimmen", so der Umweltdachverband.

Biogas wird ab sofort in drei Tarifklassen mit Sätzen von 18,5 Cent/kWh für Anlagen bis 250 kW, 16,5 Cent/kWh für Anlagen bis 500 kW und 13 Cent pro Kilowattstunde für Anlagen über 500 kW gefördert. Zusätzlich kann es einen Bonus von über zwei Cent pro Kilowattstunde für die Nutzung von Abwärme geben. Dieser Zuschlag wurde bereits im Ökostromgesetz festgelegt. Zusätzlich erhalten bestehende Biogas-Anlagen einen Rohstoffzuschlag von drei Cent je kWh. Mit den neuen Tarifen sieht der Bauernbund die bestehenden Anlagen abgesichert. Dennoch kommt nicht so recht Freude auf, erhoffte man sich doch durch eine höhere Förderung im Bereich Biogas den Agrarsektor stärker zu beleben und bessere Verdienstmöglichkeit zu generieren. Insbesondere bei Biogas und Biomasse setzt der Bauernbund auf weitere Verbesserungen.

Durch die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 2.2.10 tritt die Tarifverordnung für Ökostrom rückwirkend mit 20. Oktober 2009 in Kraft.

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