Wie das Bundesministerium für Landwirtschaft publiziert, ist der ökologische Landbau in Deutschland im Jahr 2009 gewachsen. So hat sich ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland 2009 um 4,3 Prozent (2008: 5 Prozent) vergrößert. Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe stieg um 6,2 Prozent an (2008: 6,1 Prozent).
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland etwa 947.115 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche von insgesamt 21.047 Betrieben nach den europäischen Regeln des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Das ist ein Zuwachs von 39.329 Hektar Nutzfläche gegenüber 2008. Dies vor dem Hintergrund, dass Deutschland mit rund einem Drittel des gesamten europäischen Bio-Marktes der mit Abstand größte Bio-Markt Europas darstellt. Betrachtet man hingegen die Pro-Kopf Ausgaben so liegen die Dänen vor den Schweizern und Österreichern.
"Damit setzen sich die soliden Steigerungsraten der Vorjahre im ökologischen Landbau fort - sowohl bei den ökologisch wirtschaftenden Betrieben als auch bei der bewirtschafteten Fläche.", vermeldet das Ministerium. Umso unverständlich bleibt es, dass das Gros der Subventionen für die Landwirtschaft nach wie vor in die Agroindustrie gehen.
Entsprechend wachsen auch die verarbeitenden Betriebe und Importeure: Im vergangenen Jahr waren 7.370 zusätzliche Betriebe in der Verarbeitung von Öko-Produkten tätig. Das ist eine Steigerung um 5,7 Prozent verglichen mit 2008. Die Anzahl der Importeure ist gegenüber dem Vorjahr (2008) um 15,3 Prozent gestiegen. Betriebe, die Bio-Erzeugnisse sowohl verarbeiten als auch importieren, legten um 7,7 Prozent zu. Reine Handelsunternehmen verzeichneten einen Zuwachs von 21 Prozent. 2009 waren insgesamt 31.295 Unternehmen (Erzeuger, Verarbeiter, Importeure) im Öko-Sektor tätig.
Kritisch muss man zur EG Öko-Verordnung vermerken, dass beispielsweise nicht 100% sondern nur 95% der Zutaten hinreichen, um ein Produkt als "Bio" zu deklarieren, weiters gestattet die EG Verordnung Blut-, Fleisch- und Knochmehle sowie den Einsatz von Guano, was die Richtlinien des Verbandes "Bioland" nicht zulassen. Die EG Verordnung zählt auch teilumgestellte Betriebe hinzu, die Richtlinien von "Bioland" verlangen eine 100%ige Umstellung, um einen Betrieb als "bio" einzustufen.
Aber, "bio" als einziges Alleinstellungsmerkmal reicht heute nicht mehr aus, befindet Dr. Jana Rückert-John von der Universität Hohenheim: "Bio allein reicht heute im Zuge der Globalisierung des Marktes nicht mehr aus, um Kunden in der Außer-Haus-Verpflegung zu binden. Vielmehr kommt es darauf an, das Bioangebot mit weiteren Attributen wie Regionalität, Handwerklichkeit und Fairness gegenüber dem Produzenten zu verknüpfen." Und dies wird wohl nur mit professioneller Kommunikation funktionieren, die nach wie vor Verbesserungsbedarf hat. An einem Punkt sind sich beide Verordnungen einig: Absolutes Verbot für die Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen.
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Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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