Am 5. August frohlockte die US Behörde NOAA, dass der Großteil (75 %) des ausgelaufenen Öls biologisch zersetzt, verdunstet, abgefackelt und eingesammelt sei. Stimm nicht. gegenteilige Meinungen kommen nun von Wissenschaftler, die diese Meldung unter die Lupe genommen haben. Das Ergebnis: Nicht 24 Prozent, sondern 79 Prozent des ausgelaufenen Öls belasten weiter das empfindliche Ökosysystem.
"Das Öl ist immer noch da draußen und braucht wahrscheinlich Jahre, bis es abgebaut ist. Wir sind noch weit davon entfernt, die Auswirkungen vollständig zu verstehen", warnt Professor Charles Hopkins, Initiator der Studie. Er und vier weitere Meeres-Experten der Universitäten im US-Bundesstaat Georgia haben die offiziellen Zahlen neu ausgewertet.
Das Märchen vom verschwundenen Öl
Greenpeace-Experte Jörg Feddern und US-Wissenschaftler Rick Steiner zweifelten von Anfang an den Werten der NOAA-Behörde. Die Überprüfung der Wissenschaftler aus Georgia bestätigt:
Etwa zehn Prozent des Öls wurde abgefangen, abgeschöpft oder verbrannt
Etwa vier bis acht Prozent des Öls wurde durch Meeresorganismen abgebaut
Etwa acht bis zwölf Prozent des Öls ist verdunstet
Etwa 70 bis 79 Prozent des Öls verbleiben unter der Wasseroberfläche!
Noch nicht eingerechnet ist das Öl, das bereits an die Küsten gespült worden ist.
Verbleibendes Öl kaum gefährlich?
Weltweit haben Medien die offiziellen NOAA-Zahlen aufgegriffen und fälschlich interpretiert, der Großteil des Öls sei verschwunden; der Rest kaum mehr gefährlich. Rückenwind kam von US-Präsident Obama, der mit einem medienwirksamen Badegang im Golf von Mexiko den Bedenken entgegenwirkte. Es ist eine falsche Annahme, dass das in Wasser gelöste Öl verschwunden und deshalb harmlos ist,betont Professor Hopkins. Das dispergierte und gelöste Öl - umgerechnet auf die ausgelaufene Menge etwa 90 Prozent - könne immer noch hochgradig giftig sein.
BP unbelehrbar
Von Anfang an hat BP eine unabhängige Berichterstattung über die selbst verursachte Ölpest behindert und den Informationsfluss gezielt gesteuert. Auch die US-Wissenschaftler weisen explizit darauf hin, dass die offiziellen Schätzungen auf BP-Informationen beruhen, die weder Wissenschaftlern noch der Öffentlichkeit zugänglich sind. Kürzlich deckte ein Pressebericht der Sunday Times auf, dass BP bereits vor der Havarie etwa 390 Wartungsarbeiten an der havarierten Ölplattform wochenlang herausgezögert hat. Dennoch plant der Ölmulti weitere Ölbohrungen beispielsweise in Libyien - im Vergleich zur missglückten Bohrung im Golf von Mexiko doppelt so tief.
Greenpeace-Schiffe aktiv gegen Öl
Um sich selbst ein Bild von den Auswirkungen der Ölkatastrophe zu machen, ist Greenpeace mit einem Schiff im Golf vor Ort. Mit an Bord sind Medienvertreter und Wissenschaftler, die eigenständige Untersuchungen vornehmen. Das Team auf der Arctic Sunrise dokumentiert derzeit die Biodiversität in den scheinbar noch nicht betroffenen Gebieten. Die dreimonatige Expeditionstour führt sie anschließend in die kontaminierten Gewässer.
Ein weiteres Greenpeace-Schiff, die Esperanza, ist kürzlich von London gestartet, um das gefährliche Tiefseegeschäft der Ölindustrie zu stoppen. Berichte folgen: (Quelle Greenpeace)
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Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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