Mittlerweile mehren sich die Indizien, so die Huffington Post, dass durch mangelnde Sicherheitsmaßnahmen und Sorgfalt diese Katastrophe verursacht wurde. So sollen Dichtungsmassen schon seit längerem sich im Auflösungsstadium befunden haben. Hauptursache aber ist nach Ansicht von Greenpeace USA, neben der Tatsache, dass diese Art der Ölförderung hätte nie genehmigt werden dürfen, dass BP keine adäquaten Pläne für einen unkontrollierten Austritt des Öls vorsah.
"Da zu befürchten ist, dass aus den Lecks in 1.500 Metern Tiefe über Wochen oder sogar Monate weiter unkontrolliert Öl austritt, könnte die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die bisher größte in der Geschichte der USA noch übertreffen: 1989 war der Tanker "Exxon Valdez" im Prinz-William-Sund in Alaska havariert.", schreibt Greenpeace in seinem aktuellen Blog vor Ort.
Mittlerweile versuchen sich BP und der Vermieter der Ölplattform Transocean vor Schadenersatzklagen zu schützen, indem sie den Überlebenden Erklärungen, sogenannte "waivers", unterschreiben lassen, nicht zu klagen und bieten dafür geringe Entschädigungssummen an.
NPR berichtet, dass "....Lawyers for the oil rig's owner, Transocean, requested that workers who had survived the blast sign the form in the wake of the April 20 blowout on the Deepwater Horizon. This was hours before the workers had been allowed to see their families. Now some of those survivors say they were coerced and that the forms are being used against them as they file lawsuits seeking compensation for psychiatric problems and other injuries from the blast."
Weiters wird berichtet, dass BP den Anrainern der Küste Alabamas "waivers" vorlegt, nicht zu klagen und dafür eine Abschlagssumme von 5.000 US-Dollar zahlt. Der Staatsanwalt von Alabama schritt am 2. Mai ein und unterband dieses Prozedere. BP stellte wenig später diese Aktion ein. Aber es wirft ein mehr als bezeichnendes Licht auf die Methoden von BP und welche Denke hinter den glatten PR-Meldungen eigentlich liegen dürfte.
"Unvorstellbare 15 Millionen Liter Öl sind in den letzten 27 Tagen aus den Lecks am Meeresboden geströmt. In über 1.500 Metern Tiefe schießen täglich 800.000 Liter Öl heiß aus dem Meeresboden. Da in dieser Tiefe die Wassertemperatur nur bei 1 Grad Celsius liegt, vermischt sich das Öl sofort mit dem Wasser. Auch das vom Ölmulti BP in Massen verwendete chemische Dispergiermittel Corexit macht genau das: Das Öl wird zu kleinen Tröpfchen und mit Wasser gemischt – wie bei einer guten Salatsauce. Das Öl ist giftig, das Dispergiermittel ist giftig – die Kombination von beidem ist besonders giftig. Tödlich für jegliches Leben im Meer: Bodenlebewesen, Plankton, Algen, Krebse, Muscheln, Fische, Wale, Delfine, Schildkröten.", berichtet Greenpeace. Und besondere Empörung löst der Einsatz vom Dispergiermittel Corexit in US-Medien aus: Der Einsatz von Corexit ist in Großbritannien verboten: zu giftig.
Mittlerweile wird auch berichtet, dass versucht werde, eine freie Berichterstattung und Presse einzuschränken: Wachmannschaften verscheuchen Journalisten von den Stränden und ein Überflugverbot tiefer als 900 Meter machen detaillierte Aufnahmen unmöglich.
Einen kommunikativen Gau dürfte auch das gefühlter Weise führende "Greenwashing-Portal" (Hartmann) Deutschlands, Utopia, eingefahren haben. Nach wütenden Protesten der Utopia-Community, wurde das Unternehmensprofil von BP, wo BP seine Pressemitteilungen u.a. postete, off-line gestellt. Einvernehmlich, wie Utopia verlautbaren ließ. Bis März war BP Solar, eine 100%-ige Tochter von BP, auch Förderer von Utopia.
So schreibt ein User pars pro toto: "Das Posten von BP-Pressemeldungen auf Utopia ist reines Greenwashing." Die Redaktion von Utopia schreibt auf diese und ähnlich lautende Vorwürfe, man dürfe BP nicht vorverurteilen und bis dahin möge jeder Einzelne sich fragen, was er zur Rettung der Welt machen könne. Katholischer geht´s wohl nimmer kann man kommentarhaft hinzufügen: "Der Vorfall auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" muss genau untersucht werden und alle Ergebnisse müssen öffentlich erläutert werden! Sollte dabei heraus kommen, dass dem Unternehmen BP ein Fehlverhalten angelastet werden kann, dann muss das massive negative Konsequenzen auf die zukünftige Bewertung des Unternehmens haben. Jedoch bis dahin machen wir uns Gedanken darüber, was wir als Einzelne ändern können – und werden nicht schon vorher verurteilen." (5. Mai 2010, Utopia Redaktion, Sabine Letz).
Kaum verwunderlich, dass Utopia jüngst den Deutschen Jagdschutzverband unter den Top 10 der Umweltschutzverbände reihte, darunter auch PETA und der BUND, die den Jagdsport heftig kritisieren. Als Begründung kann man bei Utopia lesen: Jagdschutz sei auch Naturschutz. Da kann man nur mehr sagen "Weidmanns Dank!"
Webtip über die Jagd von PETA > www.peta.de/web/jagd__f.358.html





