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„Beklemmend“ nennt Jörg Sommer, Vorstandssprecher der Deutschen Umweltstiftung, das Gefühl, welches sich ihm beim ersten Blick auf den AKW-Gefährdungsatlas aufdrängte.
Eine Arbeitsgruppe der Umweltstiftung ermittelte in mehrwöchiger mühevoller Kleinarbeit die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen der aktuell in Betrieb befindlichen deutschen Kernkraftwerke. Berücksichtigt wurde dabei die Wohnbevölkerung in einem Umkreis von jeweils 150km. Besonders gefährdet sind die Menschen um Bremen, die im unmittelbaren Einzugsbereich von bis zu 6 AKWs leben müssen. Die ermittelten Zahlen seien Untergrenzen, da durch einen größten anzunehmenden Unfall weit mehr Bürgerinnen und Bürger in einem mehrfach erweiterten Umkreis durch die frei gesetzten radioaktiven Strahlen betroffen sein könnten.
Laut Projektleiter und Vorstandsmitglied Hans Günter Schumacher führt das Projekt "...in erschreckender Deutlichkeit vor Augen, dass sich die politisch Verantwortlichen in Regierungen und Parlamenten, insbesondere aber die großen Energiekonzerne EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall nach unserer Auffassung nicht nur unverantwortlich, sondern menschenverachtend, gegenüber den Millionen möglicherweise betroffener Menschen verhalten, wenn in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland, aber auch in Europa, weiterhin Atomkraftwerke betrieben werden."
Einen besonderen Brennpunkt wie Kostenfalle stellen die so genannten "Atom-Endlager" wie Asse dar. Hier fordert der Vorsitzende von Eurosolar, Hermann Scheer, dass die Kosten dafür die Atomwirtschaft zu tragen habe.
"Die Atomwirtschaft muss an den Milliardenkosten für die Räumung des Atomlagers Asse II beteiligt werden. Denn sie ist dazu verpflichtet", verlangt der Präsident der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien Eurosolar e.V., Hermann Scheer. "Sie können aus den steuerfreien Rückstellungen der Atomkraftwerke- betreiber entnommen werden, die für die Entsorgung des Atommülls gedacht waren und bis heute auf mehr als 30 Milliarden Euro aufgelaufen sind. Diese gesetzlich zweckgebundenen Rückstellungen sind zumindest für den Anteil der in Asse II gelagerten radioaktiven Stoffe zu verwenden, die aus dem Betrieb von Atomkraftwerken stammen."
Die Deutsche Umweltstiftung fordert deshalb die Bundesregierung, den Deutschen Bundestag und Bundesrat nachdrücklich auf, endgültig einen Schlussstrich unter die weitere Nutzung der Atomenergie zu ziehen und der Laufzeitverlängerung der siebzehn Atomkraftwerke nicht zuzustimmen. Weiters sollen die großen Energiekonzerne dazu zu verpflichtet werden, ihre Milliardengewinne und Rücklagen ausschließlich zugunsten der Nutzung regenerativer Energien einzusetzen, schließt die Deutsche Umweltstiftung.
Die Deutsche Umweltstiftung ist Mitglied im Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände in Deutschland (DNR), im „Bundesverband Deutscher Stiftungen“ und in der Klima-Allianz.
Der aktuelle AKW-Gefährdungsatlas der Deutschen Umweltstiftung kann gegen eine freiwillige Spende bestellt werden.
Kontakt für Bestellung
Deutsche Umweltstiftung, Postfach 1355, D-76713 Germersheim Tel. +49(0)7274 – 4767 |
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